Diese originelle Idee brachte Kaan's Käseladen fast zum Platzen
© Foto:Kaans Kaasladen

Niederlande | | von Annette Mattgey

Diese originelle Idee brachte Kaan's Käseladen fast zum Platzen

Der Laden misst nur zehn Quadratmeter, aber jetzt konnten Interessierte aus 140 Ländern den Angestellten über die Schulter gucken und sehen, wo ihre Bestelltung bleibt - per Live-Stream. Unterstützung hatte Kaan’s Kaashandel in Alkmaar dabei von der niederländischen ABN Amro-Bank.

Der sogenannte Stream Store hatte fünf Tage lang geöffnet. Die Online-Besucher kamen aus 140 verschiedenen Ländern, neben den Einheimischen waren es vor allem Interessierte aus den USA, Großbritannien, Kanada und dem Nachbarland Deutschland. Insgesamt zog das Experiment 56.901 Unique Visitors an, davon rund 11.000 alleine aus den USA. Im Schnitt schauten sie zwei Minuten lang Jan Kaan und seinen Söhnen zu, wie sie die Online-Bestellungen abarbeiten. In Hochzeiten tummelten sich bis 500 User gleichzeitig auf der Seite und blieben im Durchschnitt sieben Minuten. Am beliebtesten war der Stream in Amsterdam, Rotterdam, Utrecht, London, Alkmaar und New York.

Der Anspruch: per Webcam zuschauen, wie die eigene Bestellung ausgeführt wird. Leider klappte das nicht ganz, weil dazu die Online-Schlangen viel zu lange waren. Immerhin schafften es Kaan und seine Mannschaft 513 Käsepakete zu packen. Das weiteste ging bis nach Neuseeland.

Bei dem Einmal-Experiment soll es nicht bleiben. Kaan will jetzt dauerhaft in den Onlinehandel einsteigen. Dabei kommt ihm die Aufmerksamkeit für den Stream Store zugute. "Wir sind jetzt in Amerika berühmt und haben es bis in die chinesischen Medien geschafft. Wir haben niemals mit dieser Reichweite auf internationaler Ebene gerechnet. Das wird unserem Geschäft in Zukunft zugute kommen", bilanziert Jan Kaan. Gefreut hat ihn vor allem die Bestellfreude der Amerikaner, bei denen Warenkörbe von vier Kilo keine Seltenheit waren. 

Über seine Pläne sagt Kaan: "Das Experiment war so erfolgreich, dass wir überlegen, wie wir das mit einem anderen Format in Zukunft hinbekommen." Aktuell können Kunden Bestellungen per Email aufgeben, ein Onlineshop soll demnächst folgen. 

Auch ABN Amro zeigt sich zufrieden: "Wir wollten für das Konzept des traditionellen Spezialitätengeschäfts werben", sagt Henk Hofstede, Sector Banker Retail. "Ein persönlich geführter Laden mit gutem Service und hoher Qualität, der Kunden in aller Welt beliefert." Genau das habe man mit dem Stream-Store erreicht. "Es war ein Riesenerfolg und ist ein gutes Beispiel, wie ein Händler in Zukunft online und offline verbinden kann."

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