Weihnachtseinkäufe | | von Annette Mattgey

Die Schnäppchenjagd wird salonfähig

Bewussteres Shoppen ist Trend: Fast zwei Drittel der Deutschen (63 Prozent) wollen beim Weihnachtseinkauf dieses Jahr verstärkt auf den Preis achten. 57 Prozent planen die Nutzung von Gutscheinen und Sonderangeboten – vor allem Frauen erweisen sich dabei als echte Schnäppchenjägerinnen (64 Prozent). Inzwischen teilen die Käufer ganz unverhohlen ihre Freude über den Glücksgriff mit anderen: Drei Viertel der Deutschen (74 Prozent), darunter acht von zehn Frauen (81 Prozent), empfinden sogar Stolz, wenn sie ein Weihnachtsgeschenk zum besten Preis ergattern.

Um mit dem Haushaltsbudget besser zurecht zu kommen, sind jedoch nicht nur Rabatte gefragt, sondern auch geschicktes Timing: Jeder sechste Bundesbürger (16 Prozent) shoppt das ganze Jahr über Weihnachtsgeschenke, um so die Kosten zu verteilen – diese Strategie ist besonders in Berlin (22 Prozent) und Schleswig-Holstein (23 Prozent) beliebt. Ein Drittel der Bundesbürger (32 Prozent) hat schon vor November mit dem Geschenkekauf begonnen – jeder Fünfte (21 Prozent) sogar schon vor Oktober. Vor allem ein beträchtlicher Teil der Eltern (44 Prozent) ist bemüht, die Erfüllung der Kinderwünsche frühzeitig sicherzustellen – so die repräsentative Weihnachtsstudie von Deals.com, dem Portal für kostenlose Gutscheine und Rabatte. Besonders früh dran sind die Brandenburger, von denen 37 Prozent bereits mit den Weihnachtsbesorgungen losgelegt haben. 

Rotstift unter Tannenbaum

Zu den wichtigsten Erkenntnissen der Studie gehört außerdem: Die Deutschen machen sich aufgrund der finanziellen Belastung Sorgen und wollen Weihnachten dieses Jahr eher sparsam angehen. Deswegen liegt auch Selbermachen im Trend: Jeder Dritte (31 Prozent) will  Geschenke basteln und so sparen.

Jedem Dritten bereiten die Weihnachtsausgaben Sorgen – fast die Hälfte der unter 30-Jährigen (46 Prozent) befürchtet, dass die Besorgungen für die Feiertage sie in Geldnöte bringen werden. Die finanzielle Belastung geht sogar so weit, dass jeder siebte Deutsche (15 Prozent) – 27 Prozent der unter 30-Jährigen – voraussichtlich den Dispokredit beanspruchen muss, um die Weihnachtseinkäufe zu stemmen. 38 Prozent wollen ihre Weihnachtsausgaben im Vergleich zum Vorjahr senken – nur 16 Prozent planen, diese zu erhöhen.

Und dahin fließt das Geld:

Trotz des Sparwillens der Bürger kann der deutsche Einzelhandel mit einem guten Weihnachtsgeschäft rechnen: Experten prognostizieren eine Steigerung des Weihnachtsumsatzes gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent auf 72,5 Milliarden Euro. Das Wachstum liegt damit über dem EU-Durchschnitt von 1,5 Prozent – jedoch hinter Großbritannien (2,2 Prozent) und den USA (2,9 Prozent). Das zeigen internationale Zahlen, die Deals.com in Zusammenarbeit mit dem Centre for Retail Research erhoben haben.

Der Umsatz des stationären Handels ist dabei rückläufig: Er sinkt um 1,3 Prozent auf 60,4 Milliarden Euro. Als brummender Wachstumsmotor erweist sich hingegen der Online-Handel: Jeder sechste Euro wird Weihnachten 2014 über Computer, Tablets und Smartphones ausgegeben. Der E-Commerce-Umsatz steigt insgesamt auf 12,1 Milliarden Euro – wächst damit um beachtliche 21,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2012/13: +17,3 Prozent) und macht 16,7 Prozent vom gesamten Weihnachtsumsatz aus (2013: 14,0 Prozent).

Globaler Trend im Weihnachtsgeschäft: Offline schrumpft, Online wächst – Mobile boomt

Der Trend des wachsenden Online-Sektors im Weihnachtsgeschäft zulasten des stationären Handels ist in allen untersuchten Märkten zu verzeichnen. Der Umsatz des stationären Handels verringert sich EU-weit um 1,3 Prozent, in den USA um 0,5 Prozent. Hingegen wachsen die Online-Einnahmen auch global betrachtet zweistellig (EU-Schnitt 21,3 Prozent, USA 21,1 Prozent) – am stärksten in noch weniger reifen E-Commerce-Märkten wie Spanien und Italien.

Einen beträchtlichen Anteil am weihnachtlichen Erfolg des E-Commerce hat das Mobile-Segment: Von jedem online ausgegebenen Euro kommen in diesem Jahr 28 Cent von mobilen Endgeräten – 2013 waren es gerade mal sieben. Der M-Commerce-Umsatz verfünffacht sich 2014 auf 3,4 Milliarden Euro – 2,2 Milliarden Euro von Smartphones und 1,2 Milliarden Euro über Tablets. Das bedeutet ein Wachstum von 401 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2012/13: +196 Prozent) und macht 28,2 Prozent des gesamten Online-Umsatzes zu Weihnachten aus (2013: 6,8 Prozent). Der Mobile-Anteil am deutschen Weihnachtsgeschäft ist auch im internationalen Vergleich Spitze und kann es mit den traditionell mobile-affinen Briten (29,8 Prozent) und US-Amerikanern (28,4 Prozent) aufnehmen.

"Unsere Studien zeigen, dass viele Deutsche Weihnachtsbesorgungen lieber online erledigen, um einerseits Zeit zu sparen, Stress zu vermeiden und dem Gedränge zu entgehen – und um andererseits von den vielfältigen Preisvergleichs- und Sparmöglichkeiten zu profitieren", erklärt Tobias Conrad, General Manager von Deals.com. "Vor allem im Bereich des M-Commerce gibt es noch brachliegende Potentiale, die kontinuierlich hohes Wachstum bergen. Die Händler sind jetzt gefordert, den Verbrauchern durch mobil-optimierte Shops und das Angebot von entsprechenden Payment- und Couponing-Optionen, ein angenehmes und zielführendes Shoppingerlebnis über alle Geräteklassen und Bildschirmgrößen hinweg zu ermöglichen."

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