Wettbewerbsrecht | | von Annette Mattgey

Bundeskartellamt rüffelt Asics und Adidas

Im Kampf ums Image sind nicht alle Mittel erlaubt: Das Bundeskartellamt findet das Geschäftsgebaren von Sportartiklern wie Asics und Adidas fragwürdig. Die Vertriebsrichtlinien laufen darauf hinaus, dass der Onlinehandel so gut wie unmöglich ist. Das darf nicht sein. Das Bundeskartellamt wertet die Vorgaben für die Händler als schwerwiegende Wettbewerbsbeschränkung. Bis 10. Juni muss Asics zu den Vorwürfen Stellung nehmen.
Das Bundeskartellamt kritisierte vor allem, dass der Laufschuhhersteller den Händlern die Nutzung von Online-Marktplätzen wie Ebay oder Amazon ohne Ausnahme untersage und auch die Unterstützung von Preisvergleichsmaschinen verbiete. Neben Asics führt die Behörde nach eigenen Angaben derzeit auch ein Verfahren gegen Adidas. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts: „Es ist allgemein anerkannt, dass Hersteller ihre Händler nach bestimmten Kriterien auswählen dürfen und Qualitätsanforderungen aufstellen können. Asics untersagt den Händlern allerdings den Vertrieb über Online-Marktplätze und die Unterstützung von Preisvergleichsmaschinen und schießt damit über das Ziel hinaus." Vielmehr diene das Vertriebssystem dazu, den Preiswettbewerb im stationären und Online-Handel zu unterbinden. 

Desweiteren rügte das Bundeskartellamt, dass die Markenzeichen von Asics nicht auf Internetseiten Dritter verwendet werden dürfen, auch nicht um Kunden auf den Online-Shop des autorisierten Asics-Händlers zu leiten.

Kritisch sieht das Bundeskartellamt über die Beschränkungen des Online-Vertriebs hinaus auch die sehr detaillierte Ausdifferenzierung des Vertriebssystems in über 20 Händlerkategorien, denen teilweise ein unterschiedliches Produktsortiment zugewiesen wird. Hieran sind die Händler auch bei Querlieferungen an andere zugelassene Asics-Händler gebunden. Außerdem können viele der zugelassenen Händler nur ein eingeschränktes Produktsortiment an Endkunden verkaufen.

Viele Markenhersteller sind derzeit damit befasst, ihre selektiven Vertriebssysteme umzustellen und an die Gegebenheiten des Online-Vertriebs anzupassen. Soweit Hersteller konkrete Fragen zur wettbewerbskonformen Ausgestaltung ihrer Selektivsysteme haben, steht das Bundeskartellamt grundsätzlich auch für Gespräche und eine Prüfung dieser Vorschläge bereit.

Ebay begrüßt den Warnschuss der Wettbewerbshüter: "Wenn Händler davon abgehalten werden, ihren Online-Kunden das volle Sortiment ihrer Ware anzubieten, werden sowohl Verkäufer als auch Verbraucher durch geringere Auswahlmöglichkeiten und höhere Preise geschädigt. Händler und Konsumenten aus Deutschland haben ein Recht darauf, die Vorteile des E-Commerce in vollem Umfang nutzen zu können", so Stephan Zoll, Vice President Ebay Germany. "Eine finale Entscheidung ist zwar noch nicht veröffentlicht worden, aber Ebay möchte schon jetzt die Gelegenheit nutzen, die klaren Grenzen, die das Bundeskartellamt für die Beschränkung von Verkäufen über das Internet im Allgemeinen und über offene Online-Marktplätze aufstellt, ausdrücklich zu begrüßen", sagt Stephan Zoll.

(dpa/am)

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