Wochenrückblick | | von Frederik Birghan

Böse Hacker, gute Überwachung und schlechte Zahlen

Wenn denn stimmt, was die New York Times als erste schrieb, wäre es der größte Coup seit dem Postraub: Russische Hacker sollen über eine Milliarde Datensätze, Passwort und Nutzernamen, geklaut haben. Dass dies einer kleinen, bis dato unbekannten Sicherheitsfirma aufgefallen ist, die zufällig gerade auf einem Sicherheitskongress auftrat - ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Auch die Tatsache, dass die kleine, unbekannte Sicherheitsfirma Lösungen für das Problem gegen Entgelt bieten will, darüber aber keine näheren Angaben machen mag, soll nicht weiter stören. Immerhin wären somit fast die Hälfte aller Internetnutzer weltweit betroffen, wenn denn stimmt, was sie behaupten...

In der Folge jedenfalls wurden wieder massenhaft Empfehlungen herumgereicht, wie Nutzer ein möglichst "sicheres" Passwort erzeugen: Lang, Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen - und dann merken. Eigentlich ganz einfach. Im Zweifel hilft uns das aber auch nicht, weil wir mit dem Smartphone zu orten sind. Der Staat, hier ganz wie die Eltern, hat wohl verstärkt so genannte stille SMS versandt - auch die Eltern sagten immer, "wir wollen ja nur wissen, wo Du bist".

Ein anderes böses Geschäftsmodell haben andere Hacker präsentiert: Netzwerkfestplatten wurden verschlüsselt. So weit, so eigentlich gut. Doch damit die Nutzer wieder an ihre Daten kamen, sollten sie ein "Lösegeld" zahlen. Erpressung 2.0 also und damit gar nicht gut.

Doch nicht nur der Staat passt auf, auch große Firmen schauen, ob wir nichts Falsches machen, so wie Google zum Beispiel. Deren E-Mail-Dienst, Googles G-Mail, wird regelmäßig gescannt, ob die Nutzer sich richtige oder falsche Fotos schicken. Bei verdächtigen Kinderfotos folgt die Anzeige. Für den Kampf gegen Kinderpornos ist das gut. Für unsere Privatsphäre eher nicht so toll. Aber seien wir nicht böse, so wie Google es natürlich nicht ist.

Wenn einer den Staat überwacht, gar Geheimnisse ausplaudert, dann findet der Staat das nicht gut. So wie die USA ziemlich sauer sind über den Whistleblower Edward Snowden, der gerade sein Asyl in Russland verlängern konnte. Nun soll es gar einen zweiten Snowden geben, irgendwo bei den klandestinen Diensten. Die suchen jetzt fieberhaft nach dem Leck. Wir drücken die Daumen. Dem Whistleblower natürlich.

Nur Negatives, gar nichts Positives? Aber ja doch: Die gute Nachricht lautet, dass es ein neues iPhone geben wird. Die Gerüchte jedenfalls verdichten sich, dass Apple am 9. September die nächste Generation seiner Smartphones vorstellen wird. Als ausgemacht gilt, dass die Bildschirme größer werden.

Positiv bemerkten wir ebenfalls einen weiteren Versuch, im Netz für journalistische Inhalte Geld zu verlangen. Das IT-Portal Golem.de versucht es mit einem werbefreien Abomodell. Schon aus Prinzip drücken wir die Daumen!

Daumen drücken hilft wohl weder bei Groupon, noch bei Microsofts Surface noch viel: Groupon fällt die Umstellung vom Schnäppchen-Portal zum Marktplatz weiterhin schwer, die Zahlen sehen immer schlechter aus. Der frühere Kampf um schnelle Marktanteile hat viel verbrannte Erde hinterlassen. Ob da die Wende gelingt? So ähnlich könnten die Fragen auch bei Microsoft lauten, denn deren Versuche, ein eigenes Tablet namens Surface in den Markt zu drücken, hat vor allem eins verursacht: Kosten. Erst haben sie die neue Geräteklasse belächelt und links liegen gelassen. Dann kamen sie ganz spät. Und zahlen jetzt für die frühe Ignoranz einen hohen Preis. Der neue Boss muss es besser machen.

Böse Hacker, gute Überwachung und schlechte Zahlen

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht