Black Friday und die Shoppingschlacht im Internet
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Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Black Friday und die Shoppingschlacht im Internet

Halloween wird nun auch in Deutschland gefeiert, und auch Thanksgiving samt des anschließenden Shopping-Wahnsinns Black Friday findet langsam seinen Weg in aus den amerikanischen in die deutsche Wohnzimmer. Ja, Wohnzimmer - denn der Black Friday, bei dem Kunden spätnachts die Geschäfte stürmen, verlagert sich zusehends ins Netz.

Nicht nur, dass der Startsschuss um die heiß ersehnten Schnäppchen im Netz einige Tage, manchmal nur Stunden früher fällt. Es gibt dort auch immer mehr Spielarten: So hat der Elektronik-Hersteller Micron das Shopping-Event genutzt, um für seine Speicherkarte Lexar zu trommeln. Diese war auf der Online-Plattform des US-Kaufhauses Target zusammen im Paket mit GoPro-Digitalkameras angeboten. Ein smarter Schachzug der Marke, die überwiegend im B2B-Bereich agiert, um sich bei Endkunden bekannter zu machen. 

Auch hierzulande wird kräftig gedealt. Amazon bietet über 10.000 Blitz- und Tagesangebote sowie einen kostenlosen 30-Tage-Zugriff auf Amazon Prime für den Premiumversand bestellter Artikel und Streaming-Angebote von Prime Video. Die Händler Redcoon, Saturn und Conrad bieten in ihrer Black Week Artikel von Blu-ray-Player bis Wäschetrockner feil. Auf der Seite black-friday.de können Konsumenten zahlreiche Aktionen abrufen. 

Die Verlagerung aus den Geschäften raus ins heimische Wohnzimmer hat noch einen weiteren Vorteil: sie ist sicher. Auf MyVideo kann man sich eine Kaufhaus-Schlägerei bei Victoria´s Secret vom vergangenen Jahr angucken. Und sich - während sich die Meute im Geschäft um Unterhosen kloppt - gemütlich auf dem Computerstuhl zurücklehnen. Puh!

Ein unsicherer Ort ist das Internet dagegen, wenn es um die programmatische Abwicklung des Media-Geschäfts geht. Manchmal treiben Klickroboter die Impressions künstlich in die Höhe, manchmal werden Ads so ausgespielt, dass sie gar nicht sichtbar sind: Die Werbungtreibenden in den USA haben genug von solchen Botschaften, und arbeiten an Lösungen. Wie eine Studie des Werbeverbands Association of National Advertisers (ANA) unter 154 Marketing-Managern zutage gefördert hat, wünscht sich die große Mehrheit eine Werbewirkungs-Kontrolle durch eine dritte unabhängigen Instanz: 97 Prozent der Befragten stimmten dafür. Facebook und Google haben diesem Wunsch bereits nachgegeben.

Der Kunde ist nunmal König. Nach seinem Geschmack beugt sich Facebook auch in der Diskussion um die Gewaltdrohungen und Hasskommentare in Deutschland. In Zukunft würden "in Deutschland Androhungen von physischer Gewalt als glaubhafte Drohungen eingeschätzt und entfernt", teilte das weltgrößte Online-Netzwerk am Dienstag mit. Derartige Drohungen sind schließlich auch dann real, selbst wenn sie “nur” online ausgesprochen werden. Nicht immer lässt es sich eben bequem hinterm Computerbildschirm verstecken. 

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