Showroom-Studie | | von Anja Janotta

Bei Amazon wird am meisten gestöbert

Egal wo schlussendlich gekauft wird - Amazon ist die erste Adresse, bei der sich Online-Shopper orientieren. Bei mehr als einem Drittel der Online-Käufe haben sich Konsumenten zuerst bei Amazon informiert – unabhängig davon, in welchem Online-Shop tatsächlich gekauft wurde. Damit lässt der Online-Generalist sogar die Suchmaschine Google, die bei 14,3 Prozent der Produksuchen Platz 1 belegt weit hinter sich. Preisvergleichsseiten kommen nur auf 6,7 Prozent. Doch so schnell auch der erste Klick bei Amazon landet, dass der Kauf dann dort tatsächlich getätigt wird, ist nicht selbstverständlich, wie die aktuelle Studie  "Cross-Channel im Umbruch" des  ECC Köln und Hybris Software zeigt.

Denn mittlerweile fast zwei Drittel der deutschen Internetnutzer zählen zu den sogenannten selektiven Online-Shoppern, die sowohl online als auch stationär einkaufen. Nur noch knapp acht Prozent der für die Studie Befragten kauft nicht gerne online ein. "Der traditionelle Handelskäufer stirbt aus, nicht jedoch der stationäre Handel“, fasst das Studienleiterin Eva Stüber vom IFH Köln, zusammen. "Ein Blick auf die jüngere Zielgruppe verrät, dass auch in Zukunft nur eine Minderheit ausschließlich online shoppt. Konsumenten werden weiterhin sowohl im Netz als auch in den Innenstädten einkaufen."

DIe Kannibalisierung geht jetzt auch mal in die andere Richtung: Produktgruppenübergreifend werden knapp 40 Prozent der Käufe im stationären Handel durch eine Informationssuche in Online-Shops vorbereitet, so die Studie. Damit hat die Zahl der Cross-Channel-Käufe noch einmal zugenommen. Vor allem für Smart Natives ist online der Showroom schlechthin: Mehr als die Hälfte der Käufe von 20- bis 25-Jährigen werden in Online-Shops vorbereitet. Beratungsklau scheint hingegen kaum noch ein Thema zu sein: Lediglich vor jedem zehnten Online-Kauf wird ein stationäres Ladengeschäft aufgesucht.

"Die Grenzen zwischen den einzelnen Kanälen lösen sich auf. Die Kunden denken nicht mehr in Kanälen, sondern wollen nahtlos zwischen digitaler und physischer Welt wechseln“, so Michael Hubrich, Senior Vice President Sales bei Hybris. "Für den Handel ist das eine Herausforderung. Er muss den Kunden über alle Kanäle hinweg das Beste aus zwei Welten bieten. Das heißt, er muss alle Kanäle und Interaktionsangebote aufeinander abstimmen, um ein konsistentes Einkaufserlebnis zu bieten."

Bei Amazon wird am meisten gestöbert

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