Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Aufreger der Woche: Künstliche Intelligenz - Bedrohung oder echter Fortschritt?

"Die erfolgreichsten Firmen haben mehrere Geschäftsfelder." Was Maurice Lévy, Präsident und CEO der Publicis Group vergangenen Woche auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas verkündete, hat Google erneut bestätigt: Anfang der Woche hat sich die Internet-Krake, die ihre Arme in alle Richtungen ausstreckt, neben Leckerbissen wie Suche, Real Time Bidding, Software für Smartphones und Smart Cars auch noch Teile der vernetzten Haustechnik einverleibt. Für den Kauf der Firma Nest - ein Anbieter digitaler Thermostate und Rauchmelder - hat Google 3,2 Milliarden Dollar in die Hand genommen.

Digitalgazette Venture Beat, die den Deal in die Googlesche Gesamtstrategie einzuordnen versucht, hat für “Paranoide” (Zitat Venture Beat) dazu einen gruseligen Kommentar parat: “Google ist das real existierende Äquivalent von Terminators Skynet. Fürchtet euch. Fürchtet euch sehr.” Schließlich kann der Tech-Gigant und Datensammler aus Mountain View nun sehen, wenn Leuten ihr Toaster verbrennt oder Kohlenmonostoff austritt. In einem Blogeintrag betont Nest, die Daten auch weiterhin nur für den Betrieb und Verbesserung seiner Geräte und Dienste einzusetzen. Ob die Paranoiden unter uns das glauben wollen?

Bei der Konkurrenz in Sunnyvale ist immer noch keine Ruhe eingekehrt, auch nachdem Marissa Mayer - ebenfalls bei der CES - einiges an Novitäten verkündete. Diese Woche hat der weibliche Vorzeige-CEO der Digitalbranche COO Henrique des Castro vor die Tür gesetzt. Castro ist der zweite Mann von Yahoo, den Mayer selbst von Google abgeworben hatte. Der Grund war im Wesentlichen, dass er das rasante Wachstum der Display-Ads bei Google nicht auf Yahoo übertragen konnte. Von seiner schwierigen Persönlichkeit und Zwistigkeiten mit Kunden und Kollegen wird ebenfalls gemunkelt.

Auf der anderen Seite des amerikanischen Kontinents kamen indes 30.000 Fachkräfte aus Handel und ihren Dienstleistern im Jacob K. Javits Convention Center in New York zusammen: Geladen hatte die National Retail Federation (NRF) zur Retail´s Big Show 2014. Unter dem internationalen Publikum befanden sich auch einige deutsche Manager, unter anderen von Galeria Kaufhof. Mit guten Nachrichten im Gepäck dürften sie wieder heimgeflogen sein. Denn der Tenor der Big Show war es, dass physische Geschäfte nicht von Online-Stores zu ersetzen sind - dagegen aber geradezu wunderbar von ihnen lernen können. Beim Daten sammeln (Geodaten), beim Bereitstellen von Produktinformationen und Service (Stichpunkt: Omnichanneling, Zustellung am Tag der Bestellung) und einem rundum neuen entertainigen Kauferlebnis. Das alles soll dabei helfen, sich von lästigen Wettbewerbern zu differenzieren.

Einen Wettbewerbsvorteil hat IBM-Chefin Ginni Rometty, die bei der Show eine Keynote hielt, übrigens allen in Aussicht gestellt, die Datenanalyse betreiben. Je mehr Daten gesammelt werden, desto besser ist das für die One to One-Kundenkommunikation. Kognitive Systeme sollen diese Daten künftig nicht nur speichern, um sie programmierbar zu machen, sondern von selbst eine sinnvolle Interaktion daraus spinnen. Ein Thema, das nächste Woche auch beim 4. LEAD digital Experts Talk “Programmatic goes Branding” zur Sprache kommen wird. Wie Oliver Hülse, Geschäftsführer, Rocket Fuel Deutschland im Interview mit LEAD digital sagt, erreicht die firmeneigene künstlich-intelligente Technologie “Ergebnisse, die kein Mensch manuell leisten könnte”. Hier geht es zu Programm und Anmeldung

Aufreger der Woche: Künstliche Intelligenz - Bedrohung oder echter Fortschritt?

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