Technik-Shopper | | von Annette Mattgey

Auch bei Elektronik kommt keiner an Amazon vorbei

Für den Online-Kauf von Elektronikgeräten für Haushalt und Büro spricht vor allem der Preis. Amazon und Ebay werden dabei häufiger genutzt als Spezialanbieter. Hier haben Conrad, Media Markt und Saturn die Nase vorn. Wenn Deutsche im Internet Elektrogeräte für Haushalt, Büro oder zur Unterhaltung kaufen, erhoffen sie sich davon vor allem den günstigsten Preis. Weil ihnen Produkte im Onlineshop generell billiger erscheinen, bevorzugt deshalb mehr als die Hälfte diesen Bezugsweg gegenüber dem stationären Handel. Dies sind Ergebnisse der Studie "Black Box Online Shopping - Elektrogeräte" des Marktforschungsunternehmens Konzept & Markt, für die über 1.400 Online-Elektrogerätekäufer repräsentativ befragt wurden.

Bei 50 Prozent der Deutschen, die in den vergangenen zwölf Monaten im Internet eingekauft haben, landeten unter anderem Elektrogeräte im Warenkorb. Im Vergleich zur Gesamtheit aller Onlineshopper sind unter den Elektrogerätekäufern mit 57 Prozent deutlich mehr Männer, viele von ihnen leben in Single-Haushalten. "Käufern von Elektrogeräten ist es besonders wichtig, zum günstigsten Preis zu kaufen. Der Internetkanal vermittelt ihnen dabei den Eindruck eines generell niedrigeren Preisniveaus", sagt Ottmar Franzen, Geschäftsführer des Beratungsinstituts Konzept & Markt.

Transparenz spricht für Online-Kauf

46 Prozent der Elektrogerätekäufer schätzen an diesem Kanal besonders die besseren Such- und Vergleichsmöglichkeiten im Gegensatz zum stationären Handel. Unter den Onlineshoppern anderer Produktkategorien sind es nur 35 Prozent. Sie stimmen auch öfter der Aussage zu, dass Produkte im Onlineshop billiger angeboten werden als im Geschäft. 62 Prozent der Elektrogeräteonlinekäufer sehen genau in diesen günstigen Preisen den wesentlichen Vorteil des Internethandels. Unter den anderen Internetkäufern sind es nur 56 Prozent. Andere Vorteile des Internets wie, bequemes Einkaufen rund um die Uhr von Zuhause aus, geraten neben der Preisebene stark in den Hintergrund.

Von den Elektrogerätekäufern bevorzugen 52 Prozent den Kauf im Internet, im Durchschnitt aller Onlineshopper sind es 47 Prozent. Nur 38 Prozent ziehen den Einkauf im stationären Fachhandel vor. Somit sind die Ausgaben für Haushalts- und Unterhaltungselektronik im Internet auch höher als im Geschäft vor Ort. Onlineshopper geben jährlich durchschnittlich 424 Euro im Internet und 314 Euro im stationären Handel aus.

Elektronikfans bestellen bei Amazon und Ebay

Bei der Auswahl des bevorzugten Internethändlers schauen 72 Prozent der Elektrogerätekäufer auf ein günstiges Preisniveau. Bei Käufern anderer Kategorien sind es nur 63 Prozent. In den Augen der Kunden erfüllen vor allem die Onlineshops von Druckerzubehör, Redcoon und Amazon diese Bedingung, ebenso wie Ebay und Alternate.

Wenn es um den tatsächlichen Einkauf geht, bevorzugen Elektrogerätekäufer mit Abstand die großen Internetkonzerne und Vollsortimenter. Beeindruckende 83 Prozent haben in den vergangenen zwölf Monaten Elektrogeräte für Haushalt, Büro oder Unterhaltung beim großen Onlineversandhändler Amazon gekauft. Immer noch knapp mehr als die Hälfte hat bei Ebay bestellt (52 Prozent). Weit abgeschlagen folgen dahinter die bekannten Elektrofachmärkte Conrad (26 Prozent), Media Markt (23 Prozent) und Saturn (20 Prozent). Auf immerhin 18 Prozent kommt Kundenliebling Otto.

Die Dominanz von Amazon bei den Elektroartikelkäufern zeigt sich bereits in der Suchphase. Bei der Orientierung über die möglichen Anbieter von Elektrogeräten dominieren Google, Amazon und Ebay. 47 Prozent suchen sehr oft über Google und 46 Prozent über Amazon. Käufer anderer Produktkategorien nutzen diese beiden Konzerne deutlich seltener. Nur 28 Prozent der anderen Onlineshopper suchen sehr oft über Amazon. Dabei gehen die meisten Befragten mit einer korrekten Artikelbezeichnung auf die Suche. "Fachhändler" als Begriff nutzen nur sechs Prozent sehr oft direkt für ihre Suche nach Laptop, Staubsauger oder Smartphone.

Händler mit stationären Geschäften beliebter als reine Internetshops

Die reinen Internethändler Alternate, Druckerzubehör und Redcoon schaffen keine vergleichbare Reichweite wie Amazon und Co.. Bei Druckerzubehör und Redcoon haben neun Prozent gekauft, bei Alternate gerade einmal vier Prozent. "Obwohl Elektrogerätekäufer Internetshops wegen des günstigen Preisniveaus bevorzugen, bedeutet dies kein Aussterben des stationären Handels", bilanziert Franzen von Konzept & Markt.

78 Prozent aller Onlinekäufer von Elektrogeräten kaufen auch in Elektrofachmärkten wie Saturn, Media Markt oder  Euronics vor Ort ein. 48 Prozent nutzen auch Discounter, 39 Prozent Supermärkte und 38 Prozent die klassischen Fach-Einzelhandelsgeschäfte. Hauptargumente für den Elektrogerätekauf im stationären Handel sind die Möglichkeiten, die Ware direkt anzuschauen und direkt mitnehmen zu können. 60 Prozent der Elektronikkunden finden es wichtig, die Ware direkt anzuschauen und gleich mitnehmen zu können. Von den Käufern anderer Produktkategorien geben dies nur 56 Prozent an.

Sie zeigen wenig Shop-Treue

"Wenn es Onlineshops gelingt, potenziellen Kunden eine möglichst genaue Ansicht der Ware zu ermöglichen, können sie daraus einen strategischen Wettbewerbsvorteil aufbauen", sagt Franzen. Das attraktive Einkaufserlebnis und die Einsparung von Versandkosten spiele dagegen eine geringe Rolle für Elektrogerätekäufer im stationären Handel. Auch die Kombination von Online und Offline ist noch wenig verbreitet. Die Möglichkeit, Elektrogeräte im Internet zu bestellen und in der stationären Filiale abzuholen (Click & Collect), ist nur bei einer Minderheit (elf Prozent) der Elektronikonlineshopper bekannt. Zudem ist das Interesse an derartigen Lösungen mit 28 Prozent der Befragten etwas stärker ausgeprägt als in anderen Warengruppen.

Elektrogerätekäufer sind neuen Impulsen gegenüber durchaus aufgeschlossen. Denn sie sind keine besonders treuen Kunden. Elektronikfans bestellen im Schnitt bei sieben Internetshops, andere Onlineshopper bei etwas mehr als fünf Webseiten. Gerade Männer sind auf der Suche nach dem günstigsten Preis auf vielen verschiedenen Internetseiten unterwegs. Sie haben im Schnitt bei fast acht  Onlineshops bestellt, die Frau nur bei rund fünf.

Auch bei Elektronik kommt keiner an Amazon vorbei

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