Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Amazons Shoppingwunderwaffe und der Siegeszug von Programmatic

Telefonie, Internet - und ein Glühwürmchen, das jeden Konsumwunsch erfüllt: Amazon hat in dieser Woche in Seattle das Fire Phone vorgestellt, dass der Zielvorgabe der eierlegenden Wollmilchsau im Smartphone-Markt noch einen Schritt näher kommt als die Konkurrenz.

So lassen sich über die Funktion “Firefly” Gegenstände, die etwa beim Nachbarn auf dem Tisch liegen, erkennen - und gleich bestellen. Natürlich beim hauseigenen Marktplatz von Amazon. Experten gehen schon von der Zunahme des “Showrooming aus”: Wenn man zum Beispiel in einen großen Technikladen geht, etwas sieht, das man kaufen möchte - es dann aber bei Amazon bestellt. Als Überall-Dabei-Gerät gilt das Handy schließlich der Kunden-Geldbörse am nächsten.

Dem etablierten Handel geht es weiter an den Kragen. Makerbot, Hersteller von 3D-Druckern, hat den Replicator Mini für den Hausgebrauch gelauncht. Anstatt also in die Stadt oder Shoppingmall zum Einkaufen zu gehen oder online bei Amazon und Co. zu bestellen, können Konsumenten ihren Mini-Bedarf gleich selbst von zuhause aus drucken. Geoffrey Fowler, Personal Tech Columnist beim "Wall Street Journal", hat beim 1400 Dollar teuren Printer getestet, ob er sich dazu eignet fehlende Lego- und Ikea-Teile zu beschaffen. Sein Fazit: Kleine Artikel für Haushalt oder Spielzeug lassen sich bequem, wenn nicht gleich preiswerter, selbst drucken. Doch sieht er Potenzial für die Zukunft, wenn Drucker samt Materialien preiswerter werden. Wie der Drucker im Detail funktioniert erklärt Mashable in Text und Video.

Nicht nur beim Handel geht es  zur Sache - auch der Einkauf von Medialeistung wird derzeit völlig auf den Kopf gestellt. Der Konsumgüterriese Mondelez International (Oreo, Cadbury, Jacobs) hat diese Woche mit der Nachricht überrascht, Mediaplanung und -einkauf seiner Online-Videos künftig nur mehr über Programmatic Buying abzuwickeln. Dafür streicht Mondelez zehn Prozent seines TV-Budget, um das Geld in Online-Videos zu investieren. “Online-Videos haben einen sehr hohen Stellenwert für Mondelez, sowohl international als auch in Nordamerika", sagt Pressesprecherin Valérie Moens. “Durch sie erreichen wir eine höhere Zahl uniquer User und realisieren einen höheren ROI.”

Was die Werbung sonst noch so umtreibt, klären analoge und digitale Kreative derzeit in Cannes. Die Zwischenbilanz für Deutschland: 41 Löwen. In der Kategorie Cyber gibt es dieses Jahr mit sechs Löwen eine deutlich größere Ausbeute als im Vorjahr, berichten Christoph Roman Schroeder und Laura Brandt von der Bremer Digitalagentur hmmh. Exklusiv für LEAD digital halten die beiden ihre Eindrück fest, und zeigen sich dabei vor allem von den Cyber Lions enttäuscht. “Insgesamt fanden wir alle Arbeiten nicht besonders innovativ oder überraschend”, so ihr Urteil. Die gute alte Kreation stand dagegen gut da: So hat G-Star „RAW“ von FHV BBDO und Part of a Bigger Plan (beide Amsterdam) für Pharrell Williams´ nachhaltige Jeanskollektion den Grandprix abgeräumt: Das Projekt bietet eine Lösung für die zunehmende Verschmutzung der Ozeane und stellt Garn aus Plastikabfällen her, aus denen somit wiederum neue Jeans entstehen.

Amazons Shoppingwunderwaffe und der Siegeszug von Programmatic

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