Yahoo | | von Irmela Schwab

Warum Marissa Mayer auf den Mix aus Inhalten und Produkten setzt

Sechs Monate sind vergangen, seitdem Marissa Mayer den Chefsessel bei Yahoo eingenommen hat. Und langsam wird erkennbar, in welche Richtung sie den einstigen Internet-Giganten steuern will. Wie COO Henrique de Castro (im Bild, rechts) auf dem DLD 2013 verkündet hat, liegt der Schlüssel für die Zukunft in "Content mit Premium-Qualität" und zugleich darin, diesen auf personalisierte Art und Weise zu verbreiten. Eine Aussage allerdings, die Mayers Vize nicht auf Yahoo direkt bezogen hat. Weil er erst im Januar zum Unternehmen in Sunnyvale gewechselt sei, könne er zur Marschrichtung noch nichts Spruchreifes sagen. Dennoch wird jetzt wild darüber spekuliert, dass der Mix aus Content und Produkten der Weg ist, der Yahoo sowohl von Google als reinem Technologie- und Produkte-Unternehmen als auch von TV-Häusern wie CBS und NBC unterscheiden soll.

Eine intelligente Strategie, urteilt Business Insider, der analysiert hat, dass Medienunternehmen stabile Aktienwerte sowie Umsätze erzielten - während Technologie-Unternehmen wie Apple, Facebook und Google ihre Höhen und Tiefen hätten. Intelligent wertet das Portal auch den Ansatz, dass Mayer dadurch die von ihrem Vorgänger Ross Levinsohn angestoßenen Content-Deals mit ABC News und CNBC nicht links liegen lässt. Sondern von ihnen profitiert, indem sie sie in der Gesamtstrategie verankert. Hinzu kommen eigene Portale wie Yahoo Sports und Yahoo Finance, über die sich Yahoo bereits treue Zielgruppen gesichert hat.

Auf der anderen Seite stehen die Produkte, an denen Yahoo seit Mayers Ära feilt. So wurde Yahoo Mail generalüberholt genauso wie die TV-App IntoNow, und Flickr für Mobilgeräte fit gemacht. Gearbeitet wird - so lassen es de Castros Äußerungen auf dem DLD vermuten - auch an der Personalisierung. „Früher gab es einen Container, der hieß Suchergebnisse", zitiert Focus Online den Manager. "Darin war alles, was eine Suchmaschine zu dem eingegebenen Begriff gefunden hat." Künftig werde es einen zweiten Container geben mit der Aufschrift "Du": Darin seien dann all die Informationen zusammengefasst, die der Suchende wirklich will. "Die Herausforderung wird sein, dass wir Ihnen aus Bildern, Videos und Text einen Datenstrom zusammenstellen, der genau auf Sie passt“, sagt de Castro in Focus Online.

Das User-Erlebnis drastisch zu verändern ist laut AllthingsD auch das Ziel des Project Zed - wie es Yahoo-intern genannt wird. Grundgedanke des Projekts, das übrigens schon aufgesetzt wurde, als Mayer und de Castro noch bei Google arbeiteten, ist es, aus Yahoo eine Anlaufstelle für Inhalte aller Art zu machen: eigenen und fremden. Wenn es Yahoo tatsächlich schafft, die graue Theorie in die Praxis umzusetzen und die Trefferliste der Ergebnisse relevanter als anderswo zu machen, könnte sich das Portal nach und nach in den Alltag der Menschen schleichen. Ein Yahoo-Besuch könnte dann nicht nur ein monatlicher Ausflug, sondern zur täglichen Gewohnheit werden.

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