Web-Video | | von Irmela Schwab

USA: Video-Portale sagen TV-Sendern den Kampf an

Yahoo geht unter der neuen Chefin Marissa Mayer kräftig auf Einkaufstour. Jüngste Errungenschaft ist die News Reader-App Summly des 17-jährigen Serial Entrepreneur Nick D´Aloisio. Damit soll - ganz klar - das Thema Search vorangetrieben werden. Zuvor machte der Internet-Gigant mit neuen Web-TV-Formaten von sich reden - und auch damit, dass er sich mit 75 Prozent bei der französischen Online-Video-Site Dailymotion einkaufen will. Das zeigt, wie groß die Bedeutung ist, die Strategin Mayer (im Bild) Bewegtbild-Formaten im Web bemisst.

Ähnlich wie YouTube setzt Dailymotion, laut Comscore mit 116 Millionen Unique Usern im Monat Januar die zwölftgrößte Video-Website weltweit, auf user-generierten Content. Außerdem hat sie damit angefangen, daneben auch professionelle Inhalte anzubieten. Damit springt das Portal auf den selben Zug auf, auf dem bereits YouTube, Netflix, AOL, Hulu, Microsoft und Blip TV sind: Neben eingekauften Serien wird dort verstärkt auf originären On demand-Content von beauftragten Produzenten gesetzt. 

Mayers Schachzug kommt zum rechten Zeitpunkt. So steht Ende April die NewFronts 2013 auf der Agenda der Mediaplaner, bei denen die Video-Portale ihre Inhalte und deren Werbeumfelder vorstellen werden. Pikant: Die NewFronts finden kurz vor den Upfronts statt, bei denen die klassischen TV-Vermarkter ihre Programme vorstellen; nach ihrer Gründung 2012 finden die NewFronts in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Und die Aussichten stehen gut, dass diesmal mehr Geld vom klassischen TV ins Web-TV abwandert als bisher. Dafür sprechen auch die Prognosen zum klassischen TV-Werbegeschäft: In den USA stellen Media-Profis der Gattung einen leichten Abschwung in Aussicht. Grund dafür sind die stagnierenden bis rückläufigen Zuschauerzahlen seit dem Start der neuen TV-Saison Ende September 2012: In der durchschnittlichen Prime Time sind laut Nielsen die Zuschauerzahlen in der Zielgruppe 18 bis 49 bei Fox um 23 Prozent, bei ABC um acht, bei NBC um sieben und bei CBS um drei Prozent gesunken.

Wie John Muszynski, Chief Investment Officer Publicis Groupe, USA, dem "Wall Street Journal" sagt, dürften sich nun die Web-Video-Plattformen über frisches Budget freuen. "Werbungtreibende haben den signifikanten Rückgang der Quoten verfolgt und sind daher eher dazu bereit, einen Teil des TV-Budgets in die Online-Portale zu investieren." 

USA: Video-Portale sagen TV-Sendern den Kampf an

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