Twitter | | von Irmela Schwab

Online Video-Boom: Wie US-Sportsender ESPN von Twitter-Ads profitieren will

Online-Video ist ein Wachstumsmarkt. Das liegt auf der Hand: Schließlich ist Fernsehen die letzte große Bastion, die im Internet noch nicht richtig Fuß gefasst hat. Noch dazu ist der TV-Markt einer der lukrativsten Märkte weltweit: Insgesamt 350 Milliarden Werbe-Dollar fließen jährlich ins Bewegtbild-Medium TV.

Davon will auch der Textnachrichtendienst Twitter profitieren. Manager der sozialen Netzwerks haben in den USA bereits mit Comcast, NBC Universal und CBS darüber nachgedacht, welche Arten zur Kooperation denkbar wären. Mit ESPN sind sie fündig geworden: Der Sportsender will künftig Online-Clips von Sportereignissen auf dem Kanal zeigen, kurz nachdem diese im TV ausgestrahlt wurden, wie das "Wall Street Journal" berichtet. Ein wunderbares Umfeld, um Werbeanzeigen zu zeigen, finden die beiden Partner. 

Eine Nielsen-Studie bestätigt das indirekt: So besuchen immerhin 40 Prozent der Smartphone-Besitzer in den USA soziale Netzwerke, wenn sie fernsehen. Die Wirkung ist reziprok: Denn Social Media wiederum sorgt dafür, dass Zuschauerzahlen ansteigen. In Deutschland wächst die Liebe zu Online-Video.

Bereits seit langem diskutiert die Branche, wie sich im Umfeld von Web-Videos Werbung integrieren lässt. Dabei geht es um die Wichtigkeit sogenannter nativer Werbung im stationären sowie vor allem auch mobilen Internet. In Sachen Web-Video hat man sich bisher vor allem auf Pre-Rolls verständigt - doch diese sind, darin sind sich Experten einig, auch nicht der Weisheit letzter Schluss.

Die Kooperationspartner zeigen mit der neuen Strategie auch, welche neuen Wege auch für traditionelles TV es gibt, um einen 30-sekündigen Spot zu vertiefen. Engagement-Buzz wird von TV-Chefs heute auch schon im gleichen Atemzug genannt wie klassische TV-Ratings. Twitter im Gegenzug kann im Kampf mit Facebook um die Vormachtstellung von Breaking News ein bisschen Boden wettmachen.

Bereits im vergangenen Jahr machten das Social Network und der Sportsender gemeinsame Sache: Fanposts auf Twitter wurden beim ESPN Telecast eingeblendet. Und: In einem Feldtest im Dezember, bei dem die Wirkungsweise TV-Twitter über Video-Clips des ESPN College Football (Bild) auf Korn genommen wurde, hat Autobauer Ford bereits Ads im Umfeld des Video-Clips gebucht: Diese wurden laut ESPN rund sieben Millionen mal gesehen.

Online Video-Boom: Wie US-Sportsender ESPN von Twitter-Ads profitieren will

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