Thanksgiving-Shopper | | von Irmela Schwab

Klicken statt Schlange stehen: In den USA wandern Black Friday-Deals weiter ins Internet ab

Nach dem traditionellen Truthahn-Essen die Einkaufs-Mall stürmen: So trainieren sich die Amerikaner nach Thanksgiving die zusätzlichen Pfunde normalerweise wieder ab. Wenn um Mitternacht in der Nacht von Donnerstag auf Freitag Händler wie Target, Walmart, Best Buy, Toys R Us und Macy's ihre Pforten öffneten, gibt das meist schöne Schnappschüsse her von einer gesichtslosen Masse, die um die besten Schnäppchen rangelt.

Doch die Kampfeslust ist merklich abgeflaut. Seit letztem Jahr kaufen die Thanksgiving-Shopper lieber per Klick ein: Laut National Retail Federation wurde mit 40 Prozent beinahe die Hälfte aller Black Friday-Deals im Wert von insgesamt 52,4 Milliarden Dollar im Web getätigt. Im Vergleich: 2006 entfielen nur 23 Prozent auf die Online-Kanäle der Händler. „Es zahlt sich heutzutage nicht aus Schlange zu stehen, wenn man daheim bequem im Schlafanzug die besten Online-Deals machen kann“, erklärt eine 37-jährige Mutter von zwei Kindern dem "Wall Street Journal". 

Das Black Friday-Wochenende, eines der rentabelsten Wochenenden im Geschäftsjahr amerikanischer Händler, liefert zudem auch einen Indikator dafür, wie sich das Einkaufsverhalten allmählich verändert - nämlich weiter in Richtung Internet. Daher liefern sich die Händler mit Online-only-Anbietern wie Amazon ein wahres Wettrennen um die größten Umsätze. Amazon hat sein Angebot „Black Friday Deals Week“ bereits Anfang der Woche online gestellt, und nimmt täglich weitere Produkte hinzu, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Andere wie das Kaufhaus Macy's bis hin zur Modekette Anthropologie bieten spezielle Black Friday-Rabatte bis zu 50 Prozent von Donnerstag, dem Thanksgiving-Tag, bis Samstag an. Gibt man bei Macy's etwa den Promo-Code „Turkey“ ein, bekommt man nicht nur die Lieferung frei Haus, sondern zusätzliche 15 Prozent auf ausgewählte Artikel.

Um die Truthahn-Shopper trotzdem auch in die Läden vor Ort zu locken, bietet das Kaufhaus einen „Instore Savings Pass“. Und Walmart, der dieses Jahr schon um 20 Uhr den Startschuss für die Black Friday-Artikel abfeuert, bietet einzelne Deals auf Artikel wie Elektronik oder Schmuck zu bestimmten Zeiten an. Während im vergangenen Jahr noch Szenen Schlagzeilen machten, bei denen sich Konsumenten um einen iPad oder Fernseher prügelten, garantiert Walmart dieses Jahr zum ersten Mal, dass nicht mehr vorrätige Produkte zum gleichen Top-Preis nachbestellt werden dürfen - bis zu Weihnachten: Beim Jahresendspurt kommen dann wieder neue Deals zum Zug.

Klicken statt Schlange stehen: In den USA wandern Black Friday-Deals weiter ins Internet ab

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