Big Data | | von Irmela Schwab

First Party Data: Wie echtes Vertrauen die Datenanalyse erleichtert

Unternehmen wird heute geraten, viele Daten zu sammeln. Andererseits sollen sie aber, bitteschön, die Privatsphäre der User respektieren. Das klingt nach unüberwindbarem Widerspruch. Viel Energie wird darauf verwendet, alle möglichen Daten zu sammeln, die Kunden im Netz hinterlassen, um daraus User-Profile abzuleiten. Doch - so kritisiert Marc Guldimann, Gründer und CEO von Enliken - am Ende wisse man oft nicht einmal, ob es eine Frau oder ein Mann ist, den man da vor sich hat. Aus dem Datenmix die richtigen Schlüsse zu ziehen, ist schwer. Enliken ist ein Startup aus New York, das Publishern dabei hilft, Daten mit ihren Konsumenten auszutauschen: über “First Party Data”.

In AllthingD hat er nun erklärt, worauf es dabei ankommt. Zunächst müsse man verstehen, dass User mit dem Wunsch nach Privatsphäre nicht totale Anonymität meinen. Sie möchten einfach nur Kontrolle darüber, welche ihrer Daten mit wem geteilt werden. Laut einer PWC-Umfrage sind 80 Prozent der Konsumenten bereit, ihre Daten freizugeben, wenn ein Unternehmen zuvor um Einwilligung bittet und erklärt, wozu es die Informationen nutzen will.

In einem zweiten Schritt muss das Unternehmen dafür sorgen, dass die User davon auch profitieren - etwa indem Zugang zu Inhalten gewährt wird, freie Lieferung, Coupons, Rabatte oder Treuepunkte. Fühlten sich die Konsumenten fair entlohnt, würden sie der Marketing Cloud sogar noch mehr Daten zur Verfügung stellen, spekuliert Guldimann. Völlig freiwillig.

Echte Transparenz darüber, welche Daten gesammelt werden und was mit ihnen passiert, stärkt das Vertrauensverhältnis. Dabei ist wichtig, dass die Individuen das letzte Wort dabei haben, welche ihrer Daten weitergereicht werden. Dazu benötigen Unternehmen Verfahren und Tools, die den Usern Einsicht gewähren, was genau mit ihren Informationen passiert. Guldimann empfiehlt dazu etwa ein Dashboard mit Löschfunktion. 

Weil Daten, die direkt vom Individuum erhalten werden, um vieles wertvoller sind, kann ein System errichtet werden, das eine Abmachung über eine vorinstallierte Konfiguration stellt. Dadurch könne der letzte Hauch von Unbehagen weggewischt und die Privatsphäre respektiert werden, so meint der Enliken-Chef. Das Resultat: Die Werbebotschaften würden für den User relevanter sein, Nutzerführung und Interaktion könnten individuell gelenkt werden und die Aussteuerung könnte so präzise sein wie es über Third Party Data gar nicht möglich sei. Schließlich, so Guldimann, ist ein offener, ehrlicher und authentischer Umgang das, wonach letztlich alle Marken streben.

First Party Data: Wie echtes Vertrauen die Datenanalyse erleichtert

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