Dmexco 2012 | | von Annette Mattgey

Der Wahnsinn geht weiter: Was am zweiten Messetag geschah

Am ersten Messetag hat Stephan Horvath, Draftfcb, reichlich Gesprächsstoff an den Dmexco-Messeständen gefunden. Heute geht seine Tour für LEAD digital weiter - unter anderem schaut er bei Facebook und Paypal vorbei.

Zum Relaxen: ein Ausflug an den Stand von WonderlandMovies – Filme, die zum Interagieren animieren oder die man personalisieren kann. Und gleich 3D-Facemapping ausprobiert. Es manipuliert ein Foto per 3D-Modell derartig perfekt, dass der Eindruck entsteht, die Person darauf sei tatsächlich im Film dabei. Sogar wechselnde Gesichtsausdrücke oder das Wegdrehen des Kopfes von der Kamera sind mit diesem Tool möglich. Einfach spaßig.

 

Mobile-Payment, Bezahlsysteme, die mobile Endgeräte in die Customer Journey einbinden, sind die logische Konsequenz der steigenden Nutzung von Smartphones und Co. und vereinfachen das Leben der Kunden. Am Paypal-Stand habe ich mich über deren Pilot-Projekt in den USA informiert. Mit einer App kann vor Ort am PoS ein an der Kasse ausgegebener QR-Code per Smartphone gescannt und so der Zahlungsprozess initialisiert werden. Clever.

 

Es war gut zu sehen, dass Facebook nun auch mit eigenem Stand aufwartet und Meetings nun nicht mehr improvisiert stattfinden müssen. Social Media war (und ist) auch weiterhin das große Thema bei vielen Marken. Wir selbst merken deutlich, dass Unternehmen gerade in diesem bisher teilweise stiefmütterlich behandelten Themenkomplex immer anspruchsvoller werden. Die Projekte werden komplexer und müssen auch immer in bestehende Kampagnen und Strukturen integriert werden. Nicht desto trotz, auch für Facebook liegt die Zukunft im Mobilen und gerade da wird es dann ganz spannend, wie Angebote für Unternehmen künftig auf mobilen Endgeräten von Usern wahrgenommen werden.

 

Eines meiner persönlichen Lieblingsthemen ist das Thema "Big Data". Mittlerweile findet auch hier ein Wandel statt und man erkennt bei Dienstleistern, Agenturen und Kunden die Notwendigkeit, Daten nicht des Datensammelns wegen, sondern plattformübergreifend zu sammeln und einzusetzen. Problematisch, und das habe ich am Mittwoch in einem Vortrag gelernt, ist, dass man in der Vergangenheit Reichweiten gekauft hat und oft für den gleichen Kontakt mehrfach bezahlt hatte. Im Dialogmarketing haben wir aber schon immer eine andere Denke, denn da geht es ganz klar um den Aufbau eines Kundenprofils – unabhängig von Kanälen. Daher ist vor allem das Thema Real Time Bidding sehr interessant, da es eine ähnliche Philosophie verfolgt. Insgesamt aber glaube ich, dass hier die Mediaagenturen mit ihren Angeboten, wie z.B. Xaxis oder MAP einen Vorsprung haben werden, da diese schon immer Channel-neutral waren. Insgesamt ein spannendes Thema, welches uns in den kommenden Monaten noch sehr beschäftigen wird.

Beim Mittagessen zwischen Pasta und Dessert habe ich am Nebentisch bunte Schreibhefte in iPad Form gesehen. Genau die gleiche Größe wie mein iPad – endlich kein überstehender Rand, ein passgenauer Auftritt für das nächste Meeting. Das Heft von Paperscreen nenne ich den richtigen Ansatz einer Synchronisierung zweier Welten, digital und analog.

 

 

Die Vielzahl an hochwertigen Vorträgen und Referenten hier auf der Dmexco ist inspirierend. Dan Calladine (Carat), Rob Jonas (Inmobi), Marianne Ströhmann (Telekom) und Moderator Wolfram Kons haben z. B. zur Frage "What’s holding back Mobile Ad Spending" deutlich gemacht, dass Mobile Marketing stark der realen Entwicklung hinterherhinkt. Gründe dafür sind Mangel an Risikobereitschaft, an Überblick über die technischen Möglichkeiten und Datenschutzbedenken. Wenn wir hier in Deutschland nicht den Anschluss verlieren wollen, sollten wir dringend daran gehen, das Riesen-Potenzial im Mobile Marketing auszuschöpfen.

Immer mehr Nutzer lesen Newsletter per Smartphone/ Tablet. Umständliche  Bedienung, langes Scrollen und Winz-Links nerven dabei.  Mobile-optimierte Newsletter-Versionen sollen helfen – aber die werden oft auf großen Screens im mobilen Format angezeigt.  Bei Artegic fand ich eine  interessante Lösung: sie kombiniert Fluid- und Responsive Design und passt so  E-Mails automatisch und live an unterschiedliche Screens an - schliesslich soll der Kunde ja auch auf dem Mobile problemlos einkaufen können.

 

Bei AdPolice bin ich mit BrandWatch auf ein Analyse-Tool gestoßen, das für Marken mit hohem Wert und großem Werbeaufkommen interessant ist. Es liefert Features wie Targeting von Betrüger-Kampagnen, unterstützt bei der rechtlichen Nachverfolgung von Markenmissbrauch, prüft die Weiterleitungsketten von Affiliates usw. Laut AdPolice schütze die permanente Überwachung Marken vor Schaden in 5-6stelliger Höhe pro Monat.

 

Am Stand von GETTINGS, Provider für Location based Targeted Marketing und Tochter von e-plus. Manuel Köhl stellte den am Freitag bei der Drogeriekette dm gestarteten Pilot vor: Potenzielle Käufer von BeBe-Produkten können den Barcode einscannen und auf ihren Smartphones dann drei elektronische "Rubbelfelder" aufdecken. Gewinner erhalten einen Coupon und damit das Produkt gratis. Diese Mechanik lässt sich auch in diversen anderen Bereichen im Handel anwenden …

 

Ein letzter Kaffee in der Agency Lounge bevor ich die Dmexco verlasse - den Kopf voller Eindrücke, im Gepäck Inspiration, spannende, kontroverse, gute Gespräche und neue Kontakte. Zufrieden über die vielen, innovativen Lösungen und Ansätzen, die ich gesehen, und den hochkarätigen Vorträge und Diskussionen, die ich verfolgt habe. Die Zeit, die ich auf der dmexco verbracht habe, hat sich wie immer auf jeden Fall gelohnt.

Stephan Horvath leitet seit Januar 2010 als President die IPG-Tochter Draftfcb München. In dieser Tätigkeit verantwortet er die Weiterentwicklung des Leistungsportfolios sowie den Ausbau des Kundenstamms. Zudem vertritt er den dCRM- und Digital-Spezialisten im internationalen Netzwerk. In seiner über 18-jährigen Karriere in der Marketing- und Sales-Branche sammelte Horvath weitreichende Erfahrungen in den Bereichen CRM und Digital für nationale und internationale Unternehmen. Dazu zählen Kunden wie IBM, Microsoft, Vodafone, Beiersdorf, Lufthansa, Air Arabia, Bombardier, Banco Santander, RBS, Hertz und VW.

Der Wahnsinn geht weiter: Was am zweiten Messetag geschah

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