Interview | | von Annette Mattgey

David Droga: "Viele digitale Kampagnen verbrennen nur Geld"

Kein Kreativer hat je so viele Cannes-Löwen geholt wie David Droga. Er ist bekannt für Arbeiten für Puma  oder die Kampagne „Decode Jay-Z“ für Bing. Der Gründer und Chairman der US-Agentur Droga5 sitzt in diesem Jahr selbst der Cannes-Jury in der Rubrik „Innovations“ vor. Im W&V-Interview spricht er über digitale Erfolgsrezepte und warum er keinen Unfug verkaufen will.

Was macht gute Werbung aus?

Der Schlüssel zu guter Werbung liegt darin zu wissen, wann man mit dem Verbraucher kommunizieren kann und wann man ihn in Ruhe lassen sollte. Viele digitale Kampagnen erzielen keine wirklichen Ergebnisse und verbrennen nur Geld. Ich persönlich finde Pre-Rolls und nicht wegklickbare Banner noch störender und unangenehmer als schlechte Werbung im Fernsehen. Das funktioniert nicht. Jeden Tag stellen Werbungtreibende Tausende von kleinen Filmen online und hoffen dann vergeblich, dass sie sich viral verbreiten. Im Internet kämpfen Marken, Online-Medien und Hausfrauen, die witzige Videos ihrer Hauskatze bei Youtube präsentieren, um die Aufmerksamkeit der Nutzer. In diesem Umfeld zu bestehen, ist alles andere als einfach.

Man muss etwas anbieten, was die Menschen inspiriert, unterhält und sie überrascht. Ein Beispiel: Wir wollten 2006 mit dem Video „Air Force One“ für unseren ersten Kunden Ecko etwas erschaffen, was den Nerv der Nation trifft. Damals war die amerikanische Gesellschaft in Sorge um ihre Sicherheit, und die Medien glaubten alles und verbreiteten bereitwillig jedes noch so abwegige Gerücht. Das war unsere Chance. Unsere Anwälte haben uns abgeraten, und ich glaube, dass die Idee von einem durchschnittlichen Kunden niemals abgesegnet worden wäre. Das Video wurde von der Skateboardcommunity binnen weniger Stunden verbreitet, und kurz danach haben auch die Massenmedien darüber berichtet.

Wie können Kunden mit der Zeit gehen?

Indem sie in ihren Geschäftsmodellen kommerzielle mit sozia­len und ökologischen Zielen verbinden. Man kann heute beides gleichzeitig tun. Man kann gute Geschäfte machen, indem man Gutes tut. Als Kreative sollten wir Kunden dabei unterstützen. Das ist gut für uns und steigert unser Ansehen. Ich will unsere Fähigkeiten nicht dafür verwenden, Menschen etwas vorzuspielen oder ihnen Unfug zu verkaufen. Ich will mit „guten“ Marken zusammenarbeiten, die verantwortungsbewusst und moralisch handeln. Ich will nicht für jeden x-beliebigen Kunden arbeiten, sondern für Kunden, die uns ähneln.

Das komplette Interview finden Sie in der aktuellen W&V 10/2013. Darin erzählt Droga, was ihn motiviert und was die Werber heute von "Mad Men" unterscheidet. Das Interview mit David Droga führte W&V-Autor Slaven Marinovic. Lesen Sie außerdem Teil 2 der W&V-Serie "Mobile Marketing in der Praxis". Sichern Sie sich dazu das Test-Angebot: Sechs Ausgaben der W&V für 22€ kaufen inkl 10€ Amazon-Gutschein.

David Droga: "Viele digitale Kampagnen verbrennen nur Geld"

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