Real Time Marketing | | von Irmela Schwab

Branded Entertainement plus Twitter: AOL experimentiert mit neuem TV-Format

Plattformen wie YouTube, AOL, Yahoo und Netflix sind auf dem besten Weg das Fernsehen von morgen zu werden: Erst im April hatten die Portale bei den Newfronts neue originäre Programme vorgestellt - ganz im glamourösen Stil der Upfronts, der traditionellen Programm-Show der großen klassischen TV-Sender. Die Video-Sender haben - im Vergleich mit der traditionellen Konkurrenz - den Vorteil, dass sie an den Abrufzahlen ganz genau messen können, wie und welche Formate bei wem ankommen, und können so ihre Programmierung weiter verfeinern.

Experimentiert wird auch mit neuen digitalen Werbeformaten. Während bei YouTube & Co. meist die Preroll dominiert, versucht man es bei AOLs digitalem News-Sender HuffPostLife mit Presenter-Formaten. Dem Vernehmen nach sollen Cadillac und Verizon für ihr Branded Sponsorship siebenstellige Summen hingeblättert haben, um bis zum Jahresende auf dem Portal zu werben. Presenter sind zwar vom TV bekannt, bei Video-Portalen allerdings noch wenig im Einsatz. AOL hat nun einen weiteren alten Bekannten aus dem Geschäft der Fernsehwerbung aus der Kiste gezogen - und dabei mit Social Media angereichert:

Für den Kanal AOL Live hat das Unternehmen jüngst eine öffentliche Moderatorensuche gestartet: Beim zweitägigen AOLAnchorQuest im Unternehmenssitz in New York City, der zusätzlich live gestreamt wurde, konnten Zuschauer über die Moderatoren via Twitter #AOLAnchorQuest abstimmen. Am zweiten Tag passierte während des Moderatoren-Castings für den Zuschauer etwas Unerwartetes: Der Interviewer sprach mit einer Bewerberin über das Schwitzen in aufregenden Situationen wie diesen, und zog plötzlich Secret Clinical Strength aus der Tasche, ein Antitranspirant-Produkt der Marke Procter & Gamble. Über die dauerhaft eingeblendete Twitter-Adresse sollten auch Konversationen über den Werbe-Coup angezettelt werden (s. Bild). 

Susan Lyne, CEO von AOLs Brand Group spricht von einem großen Potenzial für Marken, mit Real Time Marketing auf AOL Life Erfahrungen zu sammeln. Diese Art von Experimenten ist bis dato noch auf Twitter und Facebook limitiert. "Als ich vergangene Woche in Cannes war, habe ich sieben oder acht Brands gesehen, die genau so ein Experiment ausprobieren möchten", wird die Expertin von "Adweek" zitiert. Der Vorteil liegt - der Fachzeitschrift zufolge - für AOL-CEO Tim Armstrong auf der Hand: "Wir können sehen, was passiert, wenn Menschen über Produkte sprechen, die sie wirklich mögen - und diese Gespräche sind authentisch."

Branded Entertainement plus Twitter: AOL experimentiert mit neuem TV-Format

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