Countrypages | | von Irmela Schwab

Act Local: Online-Medien und Facebook preschen weiter vor

Think global, act local: Der Leitspruch, der für mehr Engagement mit Usern sorgen soll, ist nicht gerade leicht umzusetzen. Wie das anzeigenfinanzierte AOL-Portal patch.com zeigt, ist es immer noch schier unmöglich, lokale Inhalte über Online-Ads zu refinanzieren. Patch erscheint in den USA nun in rund 850 Ortschaften - vor zwei Jahren waren es gerade mal 30. Doch auch die Verluste haben sich gesteigert: Schätzungen zufolge auf satte 100 Millionen Dollar für das Jahr 2011. Die Washington Post und die New York Times haben daher ähnliche Portale wieder aufgegeben. In Deutschland verfolgte zum Beispiel Der Westen im Raum NRW ein ähnliches Ziel und hatte ebenfalls mit schwierigkeiten zu kämpfen. Jetzt rudert der Verlag zurück und inthronisiert wieder die regionalen Auftritte der Tageszeitungen.

Der Bedarf ist an lokalen Inhalten ist groß: Einerseits seitens der Leser, die gerne Informationen aus ihrer Region erhalten. Laut einer Infografik von Balihoo stehen 73 Prozent aller Online-Suchen in Verbindung mit lokalen Inhalten. Andererseits seitens der Unternehmen, die ihre Konsumenten an den nächsten PoS locken möchten. Laut allfacebook.de steht Facebook nun kurz davor, ein Feature für Countrypages zu launchen. "Damit wird es möglich viele lokale Seiten unter einem globalen Dach zu vereinen und dennoch die Vorteile von lokalen Seiten zu genießen", urteilt Philipp Roth, Gründer von Allfacebook.

So wird der Facebook-User, der eine URL aufruft, automatisch zur lokalen Seite weitergeleitet. Unter den Optionen kann er die präferierte Seite voreinstellen. Das Gute für Unternehmen ist, dass die Anzahl seiner Fans auf allen regionalen Unterseiten gleich hoch ausgewiesen ist - und nicht etwa wie bisher oftmals im Promille-Bereich vor sich hindümpelt. Jede Seite besitzt ihre eigene Wall und eigene Tabs, auch das Profil- und Coverfoto ist individuell einstellbar. "Für jedes große Unternehmen wie Lufthansa, BMW, Audi und Mercedes sind diese Funktionen aus strategischer Sicht ein Segen", kommentiert Roth."Gerade im Ausbau von lokalen Seiten sollten diese Funktionen direkt berücksichtig werden um unnötige Entwicklungen zu vermeiden."

Vielleicht könnten über das neue lokale Feature sogar auch die inhaltegetriebenen Online-Portale profitieren. Sei es über Kooperationen mit lokalen Unternehmen - denn wie ein weiterer Leitspruch besagt: Content ist King. Sei es über die Verlängerung ihrer lokalen Online-Auftritte auf Facebook. So könnten sie stärker von User-Inhalten profitieren und die eigenen Redaktionskosten somit in Schach halten.

Act Local: Online-Medien und Facebook preschen weiter vor

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht