Comscore-Studie | | von Irmela Schwab

54 Prozent der Display-Werbung ist unsichtbar

Mehr als die Hälfte der Display-Ads im Web werden nicht gesehen: Zu diesem erschreckenden Resultat kommt eine aktuelle Studie von Comscore. Im Zeitraum von Mai 2012 bis Februar 2013 hat das US-Forschungsinstitut mehrere tausend Kampagnen unter die Lupe genommen und auf ihre Sichtbarkeit hin überprüft. Die Studie bestätigt das Zitat von Kaufmann John Wanamaker aus dem frühen 20. Jahrhundert - auch für die heutige Online-Welt. Es heißt: "Die Hälfte des Geldes, das ich für Advertising ausgebe ist verschwendet. Das Problem ich weiß nicht, welche Hälfte."

Wie das "Wall Street Journal" berichtet, sind für die Schreckensbilanz vor allem technische Defekte verantwortlich: Ads beispielsweise, die auf dem unteren Feld einer Website angezeigt werden und damit auf dem Bildschirm gar nicht zu sehen sind, wenn der User nicht bis zum Seitenende runterscrollt. Manche Anzeigen wiederum laden sich so langsam, dass der User schon längst weitergeklickt hat, bis sie sichtbar werden. Auch betrügerische Malware ist im Spiel: Für eine gute Anzahl an Ad-Impressions wird oftmals Geld einkassiert, obwohl gar kein User geklickt hat. 

Dem Bericht zufolge hat Kellogg´s jüngst über die Ad-Tagging-Technologie von Comscore entdeckt, dass rund die Hälfte seiner Ads nie die Chance hatten, überhaupt gesehen zu werden. Premium-Websites, die mehr als 100.000 Dollar an monatlichen Werbeeinnahmen verbuchen, performen laut Studie in Sachen Sichtbarkeit der Ads um einiges besser als diejenigen, die über Ad Networks and Ad Exchanges gebucht werden. Sichtbarkeit ist laut Comscore übrigens dann gegeben, wenn zumindest 50 Prozent einer Anzeige für mindestens eine Sekunde auf Laptops oder Desktop Computers sichtbar ist. User müssen eine Anzeige normalerweise mindestens eine Sekunde lang sehen, dass sie auf diese klicken. 

Werbungtreibende wie Unilever fordern inzwischen Sichtbarkeits-Garantien ein - scheinbar mit Erfolg: Nachdem der FMCG-Fabrikant mit Publishern verhandelt habe, seien seine Ads innerhalb 70 bis 80 Prozent seiner anvisierten Zielgruppe ausgespielt worden. Zuvor seien es nur zwischen 30 und 40 Prozent gewesen.

54 Prozent der Display-Werbung ist unsichtbar

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