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Interview

Microsoft-Manager Kaltner: "Lizenzgeschäfte sind attraktiver als Werbung"

Tobias Weidemann Veröffentlicht am 22.02.2013 - 11:45 Uhr

Microsoft-Manager Kaltner: "Lizenzgeschäfte sind attraktiver als Werbung"
Foto: © Microsoft

Zeitenwende bei Microsoft: Das neue Outlook ist mit zahlreichen Sharing-Funktionen ausgestattet. Das steht auch im Mittelpunkt der aktuellen Kampagne. Gleichzeitig hat Windows 8 einen guten Start hingelegt. Verantwortlich dafür ist Oliver Kaltner, General Manager der Consumer Channels Group. Der 44-Jährige verantwortet den Vertrieb und die Vermarktung aller Endgeräte an Privatkunden. Im Exklusiv-Interview mit LEAD digital erklärt der 44-Jährige, warum das Werbegeschäft für Microsoft weniger wichtig ist und dass die klassiche Spielkonsole ausgedient hat.

Eng verknüft mit Windows 8 ist das Windows ­Phone. Betrachtet man die Marktanteile, scheint es eher ein Nischenprodukt zu sein. Wen wollen Sie von dem Produkt und dem Betriebssystem überzeugen?

Das Smartphone ist für Geschäftsleute das alles entscheidende und zugleich persönliche Device, das man mit Notebook und Tablet verbindet. Zudem verkaufen sich Smartphones vor allem über Design und die Qualität der Apps und Services. Wenn Sie das Gerät in die Hand nehmen, beurteilen Sie das Look and Feel, ob Sie mit der Bedienerführung klarkommen. Und dann merken Sie, wo die Unterschiede in den Apps und Ser­viceangeboten liegen. Ein wichtiges Argument ist, dass wir für die Entwickler von Apps eine sehr gute Plattform haben, mit der sie eine App nur noch einmalig entwickeln müssen und diese dann für das mobile und das klassische Windows 8 vorliegt. Das hat uns einen völlig neuen Hebel gebracht gegenüber der Klientel der Entwickler, die jetzt feststellen, dass es extrem attraktiv ist, für diese Plattform zu entwickeln.

Zudem sehen wir eine ganz starke Differenzierung in unterschiedlichste Preissegmente. Ich möchte behaupten, dass wir bald noch mehr Devices auf dem deutschen Markt sehen werden unterhalb der 200-Euro-Marke. Und jetzt wird’s spannend: Wir reden über ein Smartphone, das den Gaming-Handheld-Markt angreifen kann. Denn wenn Sie das heute Ihrem Kind in die Hand geben, dann haben Sie ein Konkurrenzprodukt zu diesen Geräten, das mit einer Vielzahl von Apps, Spielen und Multimedia-Inhalten aufwarten kann.

Ist die Monetarisierung von Apps und Services über Werbung ein mögliches Erlösmodell für Sie, ähnlich wie für Google und andere Player?

Für uns ist es das Allerwichtigste, die User-Experience zu bauen. Lizenzgeschäfte sind daher viel attraktiver für uns als Werbung oder auch die klassischen Consumer-Geschäfte. Nicht, dass wir nicht auch hier und da mal eine Werbefinanzierung fördern, aber das ist für uns nicht der Fokus des Geschäftsmodells. Um es klar zu sagen: Wir kommen aus einer anderen Richtung – aus der Dienstleistung, aus dem Content und der Software.

Neue mobile Geräte bringen auch den Gaming-Markt ins Wanken. Gibt es in zehn Jahren noch Konsolen?

Ich glaube, dass die klassische Konsole, die sich ausschließlich auf Gaming konzentriert, schon heute am Markt keine Relevanz mehr hat. Das ist auch der Grund, weswegen wir die Xbox 360 in den letzten zwei Jahren in Richtung einer umfassenden Entertainment-Plattform weiterentwickelt haben. Ich muss mit der Konsole selbst profitabel sein und darf nicht das Zubehörgeschäft, die Spiele und die klassischen Services wie Xbox Live dazu nutzen, um mein Hardwaregeschäft sauberzurechnen. Denn nur so bieten wir jedem Partner ausreichend Marge und zugleich unseren Entwicklern Refinanzierungspotenzial für die Entwicklung. Das hat uns in der Vergangenheit sicher den einen oder anderen Marktanteil gekostet.

Die Profite nutzen wir, um das Entertainment-Angebot inhaltlich auszuweiten. Wir sind seit anderthalb Jahren mit Sky go unterwegs, was für beide Seiten ein Gewinnbringer war. Wir haben die ZDF Mediathek und Lovefilm integriert, Youtube-Dienste und viele Entwicklungen aus der Windows-8-App-Welt, ebenso eine Social-Media-Anbindung, etwa zu Facebook, hergestellt. Spannend ist aber auch: Die Technologien, die etwas mit Bewegungssteuerung zu tun haben, bringen uns Zugang zu völlig neuen Zielgruppen, die über die Gestensteuerung und die Sprachsteuerung die Angst vor dem Controller verloren haben. Die Xbox 360 ist heute schon ein ganz klares Entertainmentprodukt. Wer eine Konsole dagegen nur als Gaming-Gerät begreift, dessen Geschäftsangebot ist endlich.

Das vollständige Interview mit Oliver Kaltner lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von LEAD digital 04/2013. Sichern Sie sich diese und zwei weitere Ausgaben hier als Test-Abo. In der aktuellen Ausgabe erwarten Sie zudem Themen wie Web 3 D, Bid Management, Realtime Advertising, Active Sourcing uvm.

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