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PwC-Studie

Paid Content auf dem Tablet: Leser bleiben geizig

Frank Zimmer Veröffentlicht am 05.07.2012 - 14:02 Uhr

Paid Content auf dem Tablet: Leser bleiben geizig

Die gute Nachricht für Verlage zuerst: Zeitungen und Zeitschriften sind auf dem Tablet noch populärer als soziale Netzwerke. Für fast zwei Drittel der Tablet-Besitzer gehört das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften auf dem Gerät zur Nutzungsroutine. Aber wenn es ans Bezahlen geht, hört für die meisten von ihnen der Spaß auf. Nach einer Studie von PriceWaterhouseCoopers (PwC) nutzen über 57 Prozenr ihre digitalen Zeitungen und Zeitschriften kostenlos. Jeder zehnte zahlt für den Einzelabruf seiner bevorzugten Pressetitel, etwa ebenso viele haben ein digitales Abonnement abgeschlossen oder eine kostenpflichte Applikation auf ihrem Tablet geladen. Eine Kombination von Print- und Digitalabo beziehen rund sieben Prozent der Befragten. Als "grundsätzlich attraktiv" bewerten das Kombiabonnement aber sogar 30 Prozent der Tablet-Nutzer.

Eine deutliche Mehrheit der Tablet-Nutzer (57 Prozent) würde pro Ausgabe einer Tageszeitung höchstens einen Euro bezahlen, mehr als jeder vierte (28,4 Prozent) sogar weniger als 50 Cent. Auf einem Gratis-Angebot besteht ein Drittel der Befragten. Auch hier kann ein Zusammenhang zwischen der Print-Titel-Nutzung und der Zahlungsbereitschaft für digitale Titel festgestellt werden: Bei den Konsumenten ohne Printabonnement kann sich fast die Hälfte nicht vorstellen, für die Tablet-Ausgabe ein Entgelt zu zahlen, bei Befragten mit Print-Abo sind es deutlich weniger mit 25 Prozent. "Konsumenten, die regelmäßig auf gedruckte Zeitungen und Zeitschriften zurückgreifen, bringen ihre Wertschätzung auch in der digitalen Welt durch Zahlungsbereitschaft zum Ausdruck. Für Verlage bedeutet dies, dass die Betreuung bestehender Abonnenten eine weiterhin hohe Priorität genießen muss, denn diese Leser sorgen auch digital für einen wesentlichen Teil der Umsätze",  glaubt Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC.

Quelle: PwC

Der Vertrieb von Paid Content mit der Werbefreiheit als zentralemm Verkaufsargument funktioniert kaum: Nur 15 Prozent der Tablet-Nutzer wären bereit, für das Ausblenden von Werbung in ihrer Tablet-Zeitung oder -zeitschrift ein zusätzliches Entgelt zu bezahlen. Neben dem reinen Vertrieb von digitalen Verlagsinhalten in Form von In-App-Verkäufen von Einzelausgaben und Abonnements können die Verlage also künftig die im Printbereich bewährte Kombination aus Werbe- und Verkaufserlösen auch auf digitale Inhalte übertragen.

Die Tablet-Ausgabe muss dabei aber einen deutlichen Mehrwert gegenüber der Printversion aufweisen: Gut sieben von zehn Befragten halten zusätzliche Hintergrundinformationen sowie ein speziell für das Tablet entwickeltes Design für wichtig, zwei Drittel wünschen sich Videos und andere multimediale Elemente. "Formate, die das technische Potenzial der Tablet-Geräte voll ausschöpfen, versprechen langfristig den größten Erfolg. Bei der Umsetzung von Applikationen sollten sich die Verlage vom starren Format der Printausgabe lösen und den Nutzern Informationen und Services auch über die Textfassung hinaus liefern", rät PwC-Experte Ballhaus.

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