Fabian Schieren in Köln: Der Achtung-Mitarbeiter war zum ersten Mal auf der Dmexco.
Fabian Schieren in Köln: Der Achtung-Mitarbeiter war zum ersten Mal auf der Dmexco. © Foto:Achtung

Gastbeitrag von Fabian Schieren | | von einem W&V Leserautor

Wie ein Azubi den Dmexco-Zirkus erlebt

Fabian Schieren macht seit Mai eine Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation bei Achtung in München. Sein Team hat ihn auf seine erste Dmexco geschickt. Für LEAD digital hat er fünf Dinge notiert, die ihn dort verblüfft haben.

Dresscode? Ja. Viele.

Natürlich habe ich mir vorher Gedanken über mein Dmexco-Outfit gemacht. Jetzt weiß ich: Das war absolut verschwendete Zeit! 

Zwischen Hugo-Boss-Anzügen und skurrilen Kombinationen von Business- und Casual-Wear findet man zwischen den Messeständen und bei den Vorträgen auch Bermudahosen, Turnbeutel und Sandalen. Auf der Dmexco gibt es offenbar kein falsches Outfit. Und nicht DAS richtige. Es kommt wohl auch nicht auf den eigenen Geschmack an. Es spielt vielleicht eher eine Rolle, als was man dort gelten will: Erfolgreicher Geschäftsmann, Kreativer, Visionär, Developer... Manchmal zeigen einzelne Dmexco-Besucher aber auch Kombinationen aus diesen verschiedenen Typen. Das ist dann schon verwirrend. Aber jeder, wie er mag.

Im Zweifel lieber doch gedruckt

Selbstverständlich wird den Besuchern ein komfortables E-Ticket fürs Smartphone angeboten. Schließlich ist das die größte europäische Fachmesse für Digitalwirtschaft. Aber wieso steht dann fast jeder mit seinem ausgedruckten Ticket am Einlass? Und wieso reißen sich die Besucher um einen gedruckten Messe-Guide, wenn es doch alle wichtigen Informationen gebündelt in der wunderbar funktionierenden App gibt?  

Der Deutsch-Englisch-Cocktail

Wenn man auf der Dmexco jemanden ansprechen möchte, ist man immer erstmal drauf und dran, das auf Englisch zu tun. Denn: Es wird hier viel Englisch gesprochen. Auch, wenn sich zwei Deutsche miteinander unterhalten. Manchmal bestehen die Sätze aber auch nur zu 25 Prozent aus Englisch. Das eine Viertel sind dann die Fachbegriffe, die man drauf haben muss. Zumindest hier muss man sie drauf haben. Am zweiten Tag bin jedenfalls kurz davor, nach Coffee zu fragen anstatt nach Kaffee.

Kameras hoch, es wird eine Statistik gezeigt!

Das Publikum auf der Dmexco ist offenbar heiß auf Statistiken. Sobald jemand eine aufwendig gestaltete Infografik, bunte Charts oder einfach nackte KPIs präsentiert, werden Fotos gemacht. Eine Grafik erscheint? Zack. Die Kameras sind oben. Sieht manchmal fast wie eine kleine Choreografie aus. Ob sich die Leute nachher all die Fotos wirklich anschauen? Wissen sie dann noch, in welchem Kontext sie diese oder jene Grafik fotografiert haben? Ich weiß es nicht. Ich muss aber unbedingt mal schauen, ob es Balkendiagramm-Enthusiasten und eine Dmexco-Grafik-Schwemme auf Instagram gibt.

Stock-Images sind wie Zombies

Egal, ob in der Unternehmenspräsentation am Stand oder in einer Keynote vor Publikum: Stock-Images sind auf Messen offenbar nicht tot zu kriegen. Die scheinen wie Zombies zu sein. "Reach the top!", sagt der Präsentierende auf der Dmexco und zeigt das Bild eines Bergsteigers auf dem Gipfel. Ein anderer ruft "Dies ist der Punkt, an dem es für Sie nun los geht!" und zeigt das Bild eines Team an der Startlinie einer Tartanbahn. Ach, und dann war da noch der Präsentierende, der auf das Stock-Bild eines Präsentierenden zeigte, der gerade ein paar Fakten präsentiert.

Ich hoffe, nächstes Jahr wieder auf der Dmexco sein zu können. Ich werde dann noch besser vorbereitet sein.

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