Ist in Cannes an ihre Grenzen gestoßen: Netzwerkerin und Serviceplan-Managerin Christiane Wolff.
Ist in Cannes an ihre Grenzen gestoßen: Netzwerkerin und Serviceplan-Managerin Christiane Wolff. © Foto:Serviceplan/Marc Mueller

Cannes Lions | | von Irmela Schwab

Warum das Kreativ-Festival in Cannes perfekt fürs Networking ist

Rauschende Partys, lachende Menschen: Dort, in Cannes, will jeder sein. Doch zuhause angekommen, stellt man beim Kofferauspacken fest, dass man bei  all den vielen Menschen und Events gar nichts Handfestes vorzuweisen hat. Christiane Wolff, CCCO bei Serviceplan, zeigt, wie das gelingt - mit der richtigen Netzwerkstrategie. Ganz nebenbei beim Feiern.

Als erfahrene Netzwerkerin bin ich in Cannes an meine Grenzen gestoßen. Ich habe noch nie so viele Termine in wenigen Tagen gehabt, so viele neue Menschen kennen gelernt und so viele Kilometer zu Fuß von einem Termin zum anderen zurückgelegt. Cannes ist wahnsinnig anstrengend - doch mit der richtigen Netzwerktaktik kann es auch wahnsinnig erfolgreich sein:

1. Nach Cannes ist vor Cannes

Auch wenn das Cannes Lions Festival in diesem Jahr viel Kritik einstecken musste - im nächsten Jahr fahren sicher wieder alle hin. Und wenn dann wieder 30.000 Menschen aus der Werbebranche auf der Croisette einfallen kann man nicht früh genug seine Reise organisieren. Und je früher, desto besser. Da die großen Hotels nur mit einem Festival Pass überhaupt zu buchen sind und die andern Hotels entweder super teuer oder einfach zu weit vom Zentrum des Geschehens entfernt sind, sollte man sich jetzt schon mal bei Airbnb umschauen. Und eventuell bereits jetzt ein Apartment mieten.

2. Muss ich überhaupt nach Cannes?

Das ist die Frage, die sich jeder aus der Kommunikations und Werbebranche stellen sollte. Wenn ich nicht Jury Präsident bin oder mit einem Löwen rechnen kann oder einen Auftritt beim Festival habe ist die Frage, was ich dort möchte und welche Ziele ich habe. Und das gilt es vorab festzulegen. Mein persönliches Ziel war es in diesem Jahr, so viele Kontakte wie möglich Kontakte zur internationalen Medien zu knüpfen und Interviews mit meinen Geschäftsführer zu organisieren. Da wir in der Serviceplan Gruppe immer weiter internationalisieren und ich wusste, dass dort die internationalen Medien vor Ort sind, habe ich mich auf dieses Ziel fixiert. Dazu hatte ich drei Strategien: erstens haben wir mit einer externen Freelancerin gearbeitet, die uns druch ihre internationale Kontakte unterstützt hat. Zweitens habe ich mir die Journalisten Liste von letztem Jahr besorgt und einfach einzelne Journalisten mit bestimmten Themen vorab angesprochen. Drittens habe ich mein Netzwerk in Deutschland angefragt, ob sie mir Kontakte machen können. Und am Ende war es eine gute Mischung aus allen drei Quellen. Und ich bin mit zehn relevanten Kontakten nach Hause gekommen und darüber hinaus haben wir insgesamt zehn Interviews vor Ort machen können.

3. Business-Schuhe oder Sneakers?

Ich war den ganzen Tag unterwegs - zwischen zehn und zwanzig Kilometer am Tag -  und musste bei über 30 Grad von einem Termin zum anderen rennen. Und da muss man sich am Ende fragen, was wichtiger ist: Die schicken Sandalen, der hohe Absatz oder dann doch der blasenfreie Fuß am Ende der Woche. Leider schafft man es oftmals auch nicht, zwischen den Veranstaltungen tagsüber und den Abendevents noch mal zurück ins Hotel zu gehen. Und daher habe ich mich dann nach dem dritten Tag für die bequeme Variante entschieden.

4. Den Moment nutzen

In Cannes sind alle am Netzwerken und offen für neue Gespräche und Kontakte. Das kann man wunderbar nutzen. Und egal wo man ist, man redet eigentlich mit allen. Und natürlich trifft man auch viele Kontakte aus Deutschland, die einen dann auch wieder spontan zu Veranstaltungen mitnehmen oder zu einem Event einladen. Und auch zwischendurch bei einem Kaffee in Martinez habe ich einen großartigen Kontakt gemacht, der uns eventuell bei einer wichtigen Personalie helfen kann. Bei einer anderen Veranstaltung habe ich eventuell eine tolle Rednerin für unsere nächste Salonveranstaltung gewinnen können. Und bei einem Dinner auf der Yacht einen interessierten Sponsor für unseren Innovationstag kennen gelernt. Und ich habe auch Zeit gefunden, mit zwei deutschen Fachjournalisten ein langes Mittagessen mit guten Gesprächen zu haben, wofür wir in der Regel in München auch keine Zeit finden. Auch dafür ist Cannes ein wunderbarer Ort! Mein Tipp: Sich vorher Ziele setzen und Termine festlegen, aber dennoch noch ein wenig Platz haben für den Zufall und den spontanen Moment. Denn in Cannes gibt es wahnsinnig viele interessante Menschen aus der ganzen Welt, die man ansonsten nicht unbedingt treffen würde. 

5. Und wie immer: Danke sagen und sich melden

Nach einer Woche in Cannes hat man sehr viele neue Visitenkarten. Und nicht immer ist es leicht, zurück im Büro jeden Kontakt noch genau zuzuordnen. Daher mache ich mir jeden Abend, wenn ich wieder neue Visitenkarten erhalten habe, auf der Rückseite meine Notizen. Was war das Gesprächsthema? Was sind die Interessen? Und wo kann man eventuell wieder anknüpfen. Nach meiner Rückkehr habe ich mich dann bei jedem Kontakt für das gute Gespräch und das interessante Treffen bedankt, bin noch mal auf die Themen eingegangen, die wir besprochen haben, um wenn möglich einen Folgetermin zu vereinbaren.

Warum das Kreativ-Festival in Cannes perfekt fürs Networking ist

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