Kirsten Heller, Virtual Identity
Kirsten Heller, Virtual Identity © Foto:Pressefoto

Employer Branding | | von Annette Mattgey

War for Talent: Was Digitalagenturen für ihr Arbeitgeber-Image tun

Auf der Suche nach jungen Talenten kommt es nicht nur auf die richtigen Kontakte zu Unis und Hochschulen an, auch das Arbeitgeber-Image ist entscheidend. Hier legen Digitalagenturen vor allem Wert auf Persönlichkeitsentwicklung und Social Media. Dienstleister wie We are social, Aperto oder Virtual Identity sehen den Bedarf an Fachkräften deutlich und tun bereits einiges, um den Nachwuchs zu fördern. Doch sie wissen auch, dass ein gutes Arbeitgeber-Image ihnen hilft, ihre Recruiting-Ziele zu erreichen.

Ganz auf Veranstaltungen setzt Scholz & Volkmer. Bereits renommiert ist die "see conference", die seit sieben Jahren in Wiesbaden stattfindet. "Dort gibt es gute und lockere Kontaktmöglichkeiten mit fast allen Leuten aus der Agentur," erklärt S&V-Geschäftsführer Christian Daul. "Das ist subtiles Employer Branding mit Mehrwert." Zum anderen lädt Scholz & Volkmer ausländische Studenten für einige Wochen zur "Summer School" ein. Wer bereits dabei ist, kann die "S&V Academy" zur Weiterbildung nutzen. "Davon profitieren besonders die Junioren stark," ist Daul überzeugt. Er setzt vor allem auf den Empfehlungseffekt: "Das spricht sich langsam herum." 

Investitionen in die eigenen Mitarbeiter sieht auch Nina Aselmann, Personalmanagerin bei Apertoals Schlüssel zum Erfolg: "Wir unterstützen unsere jungen Talente mit gezielter Personalentwicklung; das geht von Präsentationstraining über fachübergreifende Workshops bis hin zu Einzelberatungen." Der Kontakt zu Ausbildungsstätten ist Aselmann ebenfalls wichtig: "Vor allem das Interagieren mit den richtigen Hochschulen und die eigene Ausbildung in interdisziplinären Bereichen und Teams sind aus unserer Sicht die am erfolgreichsten Employer Branding-Aktivitäten. Denn beide Seiten profitieren." Florian Wimmer, einer der Chefs von We are social, legt Wert auf "eine funktionierende, jugendliche und offene Team-Kultur, in der die erfahrenen Kollegen ihr Wissen an die jungen Berufseinsteiger weitergeben." Dazu gehöre ein "Mentorenprogramm, bei dem gezielt Wissen an junge Talente vermittelt wird." Die Weiterentwicklung der jungen Kollegen, die recht rasch eigene Projekte bekommen, werde besonders genau beobachtet und mehrmals im Jahr mit ihnen zusammen diskutiert. Wimmer lässt sie außerdem gerne in die Welt hinaus gehen, um Konferenzen und Veranstaltungen zu besuchen. "So lernen sie die Branche noch besser kennen und können ihr persönliches Netzwerk erweitern."

Den Aspekt Social Media betont Kirsten Heller (Foto), Leitung HR bei Virtual Identity. "Wir sind auf diversen Social Media-Kanälen, wie Facebook, Twitter oder Xing präsent und aktiv, um dort mit jungen Talenten in direkten Kontakt zu treten," so Heller. "Dabei spielt die gezielte Kommunikation via Facebook eine wichtige Rolle. Hier treffen wir vor allem die jüngere Generation an und können uns als Arbeitgeber so zeigen wie wir sind." Dazu spannt Heller die gesamte Agentur-Mannschaft ein. So finden sich bei Facebook ab und an Mitarbeiter-Statements oder Beiträge, die den Blicke direkt hinter die Kulissen von Virtual Identity ermöglichen. Facebook bietet noch einen Vorteil: Durch die Empfehlung und das Sharing von Fans an ihre Freunde entsteht ein viraler Effekt. "Für die Ansprache junger, internetaffiner Talente sind Social-Media-Kanäle einfach das Mittel der Wahl. Das beschränkt sich nicht nur auf unsere Facebook-Seite oder Twitter, sondern bezieht vor allem die sozialen Kontakte unserer Mitarbeiter ein," meint Johann Hermann, Director Key Account Management bei Quisma. Die Performance Marketing-Agentur hat auch Bewegtbild-Videos bei Youtube im Angebot. "In kurzen Interviews mit unseren Spezialisten werden die unterschiedlichen Disziplinen, aber auch die Arbeitsatmosphäre und die Anforderungen beschrieben." 

Nicht zuletzt der Spaß-Faktor gibt den Ausschlag, wo sich junge Kreative wohlfühlen. "Insbesondere Kreative wünschen sich ein inspirierendes Arbeitsumfeld. Unsere Neugierde und Faszination für Marken, Kommunikation und Technologien zu bewahren und immer wieder aufs Neue entfachen, ist zentraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur – dafür müssen wir Freiräume schaffen," sagt Felix Schröder, Geschäftsführer der Syzygy Deutschland. "Wir sind überzeugt, dass nur so der Spaßfaktor erhalten bleibt, der für exzellente Projekte unabdingbar ist und damit die Agentur für Kunden und Mitarbeiter attraktiv macht." We are social fördert die Gemeinschaft mit einem wöchentlichen Agentur-Frühstück. "Hier tauschen wir uns informell aus. Besonders gerne feiern wir auch mit den jungen Kollegen," so Florian Wimmer. "Zudem achten wir natürlich gerade bei ihnen auf eine ausgewogene Work-Life-Balance."

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