Sharing is Caring – warum Mitarbeiter die besten Markenbotschafter sind
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Meike Leopold | | von Meike Leopold

Sharing is Caring – warum Mitarbeiter die besten Markenbotschafter sind

Haben Social Media Teams eine Zukunft? Diese provokante Frage, die Anna-Katharina Lohre kürzlich im "PR Blogger" aufgeworfen hat, hat ihre Berechtigung. Zwar hat das Thema Social Media in vielen Unternehmen in den vergangenen Jahren eine – zumindest oberflächliche – Akzeptanz erworben und wird auch mit entsprechenden Ressourcen ausgestattet.

Jedoch besteht häufig das Risiko, dass mit der Social-Media-Abteilung ein neues Silo entsteht, das weitgehend losgelöst von anderen Kommunikationsaktivitäten im Unternehmen agiert. So werden große Chancen vergeben – etwa das Erschließen einer 360-Grad-Sicht auf die Kunden. Dabei steht es in Lehrbüchern wie "Erste Hilfe für Social Media Manager" anders geschrieben: Um erfolgreich zu sein, muss Social-Media-Kommunikation über alle Abteilungen hinweg eingeführt, integriert und gelebt werden – vom Marketing über den Vertrieb bis hin zu Service und Support.

Mitarbeiter sind näher an den Zielgruppen dran

Die Social-Media-Redaktion alleine kann die Potenziale, die das Social Web für das Unternehmen bietet, nicht heben. Eine hohe Reichweite auf Twitter und Co. ist zwar hilfreich, allerdings nicht unbedingt nach dem Motto "Viel hilft viel". Erfolgskritisch ist vielmehr, dass Unternehmen mit ihren Botschaften ohne große Streuverluste genau die Menschen erreichen, die sie ansprechen möchten.

Wenn es darum geht, im Social Web die richtigen Menschen mit den richtigen Inhalten abzuholen, können die Mitarbeiter als "Markenbotschafter" des Unternehmens eine Schlüsselrolle spielen. Deshalb lohnt es sich, sie aktiv in die Social-Media-Kommunikation mit einzubeziehen.

Beispiel: Firmen, die ein Corporate Blog betreiben, binden ihre Mitarbeiter häufig als Blogger in die Content-Strategie mit ein. Warum? Die Kollegen sind Experten in ihrem Fach und wissen am besten, wie die Produkte funktionieren oder wo die Kunden der Schuh drückt. Die Herausforderung besteht darin, ihnen im täglichen Business die Inhalte für das Blog zu entlocken. Damit das gelingt, ist vor allem eine professionelle Blogredaktion notwendig, die sich darum kümmert, intern entsprechende Prozesse für das Erstellen von Inhalten aufzusetzen und nachzuhalten

Plattformen machen das Teilen leicht

Mitarbeiter können noch viel mehr tun, um zum Online-Erfolg des Unternehmens beizutragen: Sie können aktuelle News aus dem Unternehmen verbreiten, indem sie mit ihren eigenen Kontakten im Social Web teilen. Klingt simpel, ist aber im Arbeitsalltag letztlich sehr davon abhängig, wie unkompliziert das möglich ist. Täglich die Social-Kanäle des Unternehmens besuchen und neue Inhalte teilen? Dafür haben die meisten im hektischen Alltagsgeschäft keine Zeit.

Bei meinem Arbeitgeber, dem Cloud-Anbieter Salesforce, heißt die Antwort darauf: "Social Ambassadors". Die – selbstverständlich – cloudbasierte Plattform bietet einen pragmatischen und gleichzeitig sehr effektiven Hebel, um den Mitarbeitern das Teilen von neuen Inhalten des Unternehmens auf Twitter & Co. so bequem wie möglich zu machen.

Jeder Mitarbeiter kann ohne großen Aufwand "Social Ambassador" werden:

  • Auf der Seite registrieren und ein Nutzerprofil anlegen.
  • Soziale Profile wie Linkedin oder Twitter, auf die Inhalte geteilt werden sollen, mit der Plattform verbinden
  • Und los geht’s: Je nach der im Profil eingegebenen Länderkennung (das Programm wird weltweit genutzt) werden bevorzugt Inhalte in der eigenen Sprache angezeigt. Sie lassen sich mit nur zwei Klicks und auch zu einer vordefinierten Zeit teilen.

Bei über 15 Blogs weltweit, einer Vielzahl von laufenden Kampagnen, Events oder Webinaren oder spannenden Presseartikeln stehen den Mitarbeitern immer genügend aktuelle Inhalte zum Sharen zur Verfügung.

Kleiner Nebeneffekt: Die eigene Online-Reputation gewinnt an Wert

Der Effekt kann sich sehen lassen: Mehrere tausend Nutzer weltweit generieren durch ihre Aktivität als aktive Sharer monatlich und weltweit Aufrufe diverser Firmen-Webseiten in zweistelliger Millionenhöhe. Der zusätzliche Vorteil: Alle sind jederzeit auf dem neuesten Stand über Neuigkeiten aus dem Unternehmen.

Übrigens: Für die "Social Ambassadors" stellt sich ganz nebenbei ein wichtiger Lerneffekt ein. In dem Maße, in dem sie sich durch das regelmäßige Teilen von Inhalten mit ihren Netzwerken zu Markenbotschaftern im Web entwickeln, werden sie sich bewusst darüber, dass "Hoppalas" wie Schnappschüsse in Badehose auf den Netzwerk-Profilen einfach nicht gehen. Berufliches und Privates lässt sich im Netz eben kaum noch trennen. Die Folge: Die Profile werden verbessert und professionalisiert. Dadurch steigt die eigene Online-Reputation erheblich – und natürlich letztlich auch die des Arbeitgebers.

Fazit: Ob es um Reichweite, Relevanz oder Reputation geht – das aktive Einbinden von Mitarbeitern in die Social-Media-Kommunikation fördert alle drei Ziele gleichermaßen.

Meike Leopold ist einer der "Digital Leader", eine feste Gruppe von Bloggern, die ihre Meinungen und Kommentare via LEAD digital verbreitet. Mehr zur Autorin und den weiteren Mitgliedern der "Digital Leader" lesen Sie hier auf der Übersichtsseite.

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