Mitarbeitergespräche sind nützlicher als gedacht
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Forschungsprojekt | | von Annette Mattgey

Mitarbeitergespräche sind nützlicher als gedacht

Hatten Sie schon Ihr jährliches Mitarbeitergespräch? Auch wenn es nervig ist: Eine langfristig angelegte Studie zeigt, dass Mitarbeitergespräche positive Einflüsse auf Arbeitszufriedenheit, Engagement und Bleibewilligkeit haben. Am Forschungsprojekt "Linked Personnel Panel" sind das Bundesarbeitsministerium, das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und der Lehrstuhl von Professor Dirk Sliwka an der Universität Köln beteiligt.

Eine weitere Erkenntnis: Wer sich mehr Zeit dafür nimmt, erhöht damit umso mehr die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter. Sliwka interpretiert die Ergebnisse in einem Interview mit dem Fachmedium "Haufe Personal" so: "Meine Erklärung ist, dass Vorgesetzte im Alltag häufig Feedback vermeiden oder einfach vergessen und durch eine Struktur gezwungen sind, sich für Mitarbeiter Zeit zu nehmen, und damit Dinge auf den Tisch kommen, die im Alltag untergehen." Für ihn darf es durchaus noch mehr Dialog auch unterm Jahr sein: "Die Frequenz der Gespräche und Beurteilungen zu erhöhen und dies auch durch systematische Instrumente – beispielsweise die Erfassung von unterjährigem Feedback in IT-Systemen – zu fördern; dies scheinen mir sehr sinnvolle Überlegungen zu sein."

Die Forscher fanden außerdem heraus, dass Leistungsbeurteilungen leicht zugenommen haben. Während 2012 noch 59 Prozent aller Betriebe das Instrument einsetzten, waren es 2014 bereits 62 Prozent. Bei größeren Betrieben liegt der Anteil noch höher: 72 Prozent aller Betriebe über 500 Mitarbeiter nutzen das Instrument. Leistungsbeurteilungen mögen für den Betroffenen zunächst einmal unangenehm sein, doch als Personalinstrument sind sie ein klares Signal für eine gute Führungskultur. Die Langfrist-Wirkungen: eine höhere Arbeitszufriedenheit, höheres Commitment, höheres Engagement und höhere Verbleibebereitschaft. Außerdem fühlen sich Mitarbeiter stärker wertgeschätzt und haben das Gefühl, ihr Arbeitgeber habe Interesse an der persönlichen Entwicklung und Weiterbildung. So sieht das auch Sliwka: "Leistungsbeurteilungen zwingen Führungskräfte dazu, sich detailliert mit ihren Mitarbeitern zu beschäftigen." Im Haufe-Interview erklärt er außerdem, warum Zielvorgaben für Leistungsbeurteilungen sinnvoll sind und was von Mitarbeiterbefragungen zu halten ist.

 

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