Marc Irmisch-Petit, Vice President General Manager bei Monster, weiß, wie sich die Stellensuche wandelt.
Marc Irmisch-Petit, Vice President General Manager bei Monster, weiß, wie sich die Stellensuche wandelt. © Foto:Monster

Trends im Recruiting | | von Annette Mattgey

Mehr Social Media, weniger Website: Das müssen Sie für Ihr Recruiting 2017 wissen

Das Job- und Karriereportal Monster beobachtet bereits seit 15 Jahren, wie sich Stellensuche und Recruiting verändern. "Die letzten eineinhalb Dekaden haben eine Umkehr der Machtverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt gezeigt: Candidate is King!", sagt Prof. Tim Weitzel vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Uni Bamberg. Daraus folgt, dass Employer Branding, Active Sourcing und die Zielgruppenorientierung stärkeres Gewicht bekommen haben." Auch das Anforderungsprofil an gute Personaler ist im Wandel, so Weitzel: "In diesem Zuge hat sich die Rekrutierung von der Sachbearbeitung zur komplexen Beratungs- und Gestaltungsaufgabe hin entwickelt – und das Jobprofil des Recruiters fundamental geändert."

Den aktuellen Stand zeigen die "Recruiting Trends 2017" des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universität Bamberg, die in Zusammenarbeit mit Monster entstand. Schwerpunkte sind Mobile Recruiting, Active Sourcing, Employer Branding, Women in IT und Bewerbung der Zukunft. "Nur Unternehmen, die nicht nur einen Blick in die Glaskugel werfen, sondern die neuen Möglichkeiten auch umsetzen, können sich effizient und erfolgreich gegen den Wettbewerb durchsetzen und neue Talente gewinnen", appelliert Marc Irmisch-Petit, Vice President General Manager bei Monster, an die Unternehmen. Erfolgreiche Recruiter müssen ihr professionelles Know-how spätestens jetzt um neue Kompetenzen erweitern.

Das sind die wichtigsten Fakten aus den "Recruiting Trends 2017":

Active Sourcing:

- Aufgeholt: Im Vergleich zu 2014 stimmen heute dreimal so viele mittelständische Unternehmen (40,5 Prozent) den Einsatz von Social Media mit anderen Personalbeschaffungsaktivitäten ab.

-  Standard: Zwei von zehn der Top 1.000 Unternehmen passen die direkte Ansprache nur geringfügig an den Kandidaten an – davon sind 27,9 Prozent der Kandidaten genervt.

-  Topaktuell: Automatisierte Bewerbervorauswahl – nutzen zwar nur 7,9 Prozent der Top 1.000 Unternehmen, sehen aber zwei Drittel dieser Unternehmen als förderlich für diskriminierungsfreie Vorauswahlen. Das denken auch 35,5 Prozent der Kandidaten!

Employer Branding

-  Überschätzt: 88,9 Prozent der Top 1.000 Unternehmen setzen bei der Veröffentlichung von offenen Stellen auf die eigene Webseite, generieren aber nur 27,2 Prozent der Einstellungen aus diesem Kanal.

-  Unwichtiger: Über die Arbeitsagenturen werden nur noch 5,9 Prozent der Einstellungen generiert, 2012 waren es noch 24,5 Prozent.

-  Attraktiv: Wer als Arbeitgeber punkten möchte, sollte Angebote zur Work-Life-Balance haben – sie ist 86,1 Prozent der Kandidaten wichtig.

Women in IT

-  Unverändert: der Fachkräftemangel steigt kontinuierlich an, besonders in der IT-Branche. 2017 werden 56,7 Prozent der Vakanzen schwierig bis nicht zu besetzen sein. Frauen als eine relevante Zielgruppe unter den Bewerbern sind noch immer deutlich unterrepräsentiert und stellen nur 17,4 Prozent der Kandidaten im IT-Sektor bzw. nur 13,3 Prozent bei den Top-1.000- Unternehmen.

-  Unglaublich: 44,2 Prozent der Frauen, die in IT-Berufen arbeiten, glauben, dass die Unternehmen nur zu Imagezwecken kommunizieren, dass Frauen willkommen sind bzw. eingestellt werden.

-  Ausgewogen: 54,4 Prozent der IT-Expertinnen halten ihre Work-Life-Balance für gut – deutlich mehr als ihre männlichen Kollegen und auch mehr als Frauen in anderen Branchen.

Mobile Recruiting

 -  Vielversprechend: 70,7 Prozent der Unternehmen sagen, dass sich ihre Reichweite durch den Einsatz von Mobile Recruiting bei der Kandidatenansprache erhöht.

- Aufwendig: für 44 Prozent der Unternehmen ist die Nutzung mit hohen zusätzlichen Kosten verbunden. Sechs von zehn Unternehmen sehen auch einen hohen technischen Aufwand.

-  Langsam: Obwohl die Unternehmen seit 2012 angeben, dass sich die Darstellung ihrer Karriere-Webseiten auf mobilen Endgeräten verbessert hat, funktionieren sie nur bei der Hälfte der Kandidaten ohne Probleme.

Bewerbung der Zukunft

-  Abgehoben: 78,5 Prozent der Unternehmen sagen, dass sich Kandidaten beim Anschreiben positiv von anderen abheben können.

-  Trotzdem: Nur noch 59,8 Prozent der Unternehmen sehen das Anschreiben künftig als wichtigen Bewerbungsbestandteil und stellen eher den Lebenslauf in den Mittelpunkt.

-  Zukunft: Die One-Click-Bewerbung ist eine interessante Neuerung. 17,9 Prozent der Unternehmen planen eine Implementierung in der Zukunft. 23,3 Prozent der Kandidaten haben sie schon genutzt. Übrigens bewerben sich nur 20 Prozent der Kandidaten vorzugsweise bei Unternehmen, wenn One-Click möglich ist.

Zur Methode:

Für die aktuelle Ausgabe der Studienreihe Recruiting Trends 2017 wurden die Top-1.000 Unternehmen (Rücklaufquote 12,6 Prozent) und die 1.000 größten Unternehmen aus dem Mittelstand (Rücklaufquote 8,8 Prozent) aus Deutschland befragt und die Ergebnisse mit den Resultaten des Nutzungsverhalten und den Einschätzungen von über 3.400 Stellensuchenden und Karriereinteressierten verglichen. Für einen umfassenden Überblick wurden zudem Analysen der Top 300 Unternehmen aus der Branche IT (Rücklaufquote 12,3 Prozent) durchgeführt. Die Verteilung der Stichproben der jeweiligen Studienteilnehmer ist gemäß dem aktuellen Datenbankregister von Bisnode hinsichtlich der Merkmale Umsatz, Mitarbeiterzahl und Branchenzugehörigkeit in Bezug auf die entsprechende Grundgesamtheit repräsentativ.

Mehr Social Media, weniger Website: Das müssen Sie für Ihr Recruiting 2017 wissen

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