Dominik Frings ist Geschäftsleiter bei der Münchner Performance-Agentur Mediascale.
Dominik Frings ist Geschäftsleiter bei der Münchner Performance-Agentur Mediascale. © Foto:Presse

Dominik Frings | | von Dominik Frings

Looping Louie oder Monopoly: Wo wollen Sie mitspielen?

Mit Amüsement habe ich die Berichterstattung zur Life-Work-Balance und das Für- und Gegenreden verfolgt (angestoßen durch Frank Behrendt, FischerAppelt, hier und die Entgegnung von Timo Lommatzsch hier). Nach These und Antithese fehlt letzten Endes nur noch eines: Richtig, mein Senf. Und das, obwohl ich eigentlich nie drüber schreiben wollte, denn dass Agenturarbeit keine nine-to-five-Beschäftigung ist, habe ich ab meinem Start als Diplomand erfahren dürfen. Und? Ich hab es dann ja nach so langer Zeit auch nicht anders gewollt (respektive verdient). Natürlich hätte ich die Laufbahn des Vaters einschlagen können. Als Beamter hätte ich vermutlich auch den Tag mit dem "Kölner Stadtanzeiger" im Büro begonnen, statt mit dem Überfliegen der ersten Mails im Bad. Angeblich soll ich in jungen Jahren gerade aufgrund der geregelten Arbeitszeit genau dieses Beamtenbild als Wunsch geäußert haben. Aber gut, kurz danach kam ja die Zeit, zu der das Wochenende schon mittwochs beginnt und scheinbar ändert sich da einiges.

Zähne zusammenbeißen, wenn es darauf ankommt

Warum ich das hier ausbreite? Natürlich unterliegen wir Zwängen und natürlich wäre es vollkommener Unsinn, pauschaliert zu sagen, dass jeder seines Glückes Schmied ist. Bis zu einem gewissen Grad kann man aber doch seinen Lebensweg (mit etwas Bildung oder dedizierten Fähigkeiten) bestimmen und wenn einem Agenturleben oder Karriere (oder beides) kein erstrebenswertes Dasein bereiten, dann darf man sich schon mal über Umorientierung Gedanken machen. Wenn man allerdings hierin einen Teil seiner Selbstverwirklichung sieht, dann wird man das Spiel mitspielen müssen. Das heißt "Zähne zusammenbeißen", wenn es darauf ankommt.

Ich übersetze das für mich so, dass ich Wochenend- und Feiertagsarbeit nach Möglichkeit vermeide und mindestens einmal im Jahr zwei bis drei Wochen am Stück Urlaub mache und ach ja: wenn ein Sommerloch droht, dieses auch annehme und pünktlich gehe. Das mag jetzt manchem eine Hilfe sein, andere werden mich für faul (die wahren Workaholics vornehmlich), andere für einen Workaholic halten.

Was hat das nun mit der Überschrift zu tun? Ganz einfach! Beide Spiele folgen gewissen Regeln, bei beiden habe ich mein Schicksal auch nur begrenzt in der Hand. ABER bei Monopoly bin ich irgendwann Hotelmagnat (= Sieger) oder raus. Bei Looping Louie bin ich in einer ewigen Spirale gefangen: Runde startet, einer verliert (und trinkt) und Neustart. Ein Verlassen der Runde ist nur gegen Widerstände (Niederbrüllen der Saufkumpane) oder mittels technischem K.O. möglich. Gleichzeitig berauscht man sich ganz automatisch an der Abfolge. So, und wem die Analogie jetzt noch nicht klar geworden ist, dem kann ich auch nicht helfen oder derjenige befindet sich bereits in der Spirale. Möge der Bessere gewinnen, der Klügere nachkippen und der Freizeitorientierte seinen Kompass entsprechend justieren. Ein Recht haben Sie meines Erachtens alle auf das Spiel, das Sie spielen wollen. Nur wenn ich mich entschieden habe, kann ich auf die Spielregeln lediglich begrenzt Einfluss nehmen.

Dominik Frings ist einer der "Digital Leader", eine feste Gruppe von Bloggern, die ihre Meinungen und Kommentare via LEAD digital verbreitet. Mehr zum Autor und den weiteren Mitgliedern der "Digital Leader" lesen Sie hier auf der Übersichtsseite.

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