McKinsey | | von Annette Mattgey

Job-Kriterien der Gen Y: Karriere geht vor Work-Life-Balance

Das Gerede von der Work-Life-Balance scheint tatsächlich Humbug zu sein - wie auch schon Personal-Experte Harald Fortmann im W&V-Inteview betont. Schließlich landete das Modewort auf dem hintersten Platz der für die Jobwahl wichtigen Kriterien. Die Umfrage von E-fellows.net und McKinsey zeigt: Herausfordernde Aufgaben und Aufstiegschancen sind der Generation Y wichtiger.

Erfolg macht sexy - Das gilt auch für Unternehmen

Für die Motivation, sich bei einem Unternehmen zu bewerben und für dessen Attraktivität als Arbeitgeber, ist eines entscheidend: Der Erfolg eines Unternehmens. Dieser Faktor ist  damit wichtiger als Faktoren wie Standort, Gehalt und Work-Life-Balance. Das ergab die Arbeitgeberstudie "Most Wanted" von E-fellows.net und McKinsey & Company, für die 6.000 Studenten zu ihren Präferenzen bei der Wahl des künftigen Arbeitgebers befragt wurden.

Auffällig: Allgemeingültige Kriterien rücken in den Hintergrund,  wenn sich die Befragten mit konkreten potenziellen Arbeitgebern beschäftigen. Werden sie gebeten, in einer Kriterienliste die für sie wichtigsten Punkte anzugeben, dann rangieren etwa ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf und Privatleben und kollegiale Zusammenarbeit weit oben. Fragt man die Kandidaten aber nach ihrer Einschätzung zu konkreten Unternehmen, dann sind ihnen ganz andere Argumente wichtig. Das erhoffte Gleichgewicht zwischen Freizeit und Beruf landet im Rahmen dieser Selbstbewertung auf dem letzten Platz aller 19 untersuchten Kriterien.

"Die Toptalente der Generation Y suchen schnelle Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten bei renommierten Unternehmen. Sinnstiftende Aufgaben und Flexibilität sind ihnen wichtiger als Gehälter und Statussymbole", sagt Johannes Elsner, Leiter des Münchner Büros von McKinsey. "Außerdem legen die High Potentials Wert darauf, dass das Unternehmen innovativ ist, attraktive Produkte und Dienstleistungen anbietet, und die Mitarbeiter die gleichen Werte und Einstellungen teilen", ergänzt Michael Hies, Geschäftsführer von E-fellows.net.

Unternehmenswebseite überragend wichtig

Bewerber informieren sich bevorzugt über die Webseite des Unternehmens, Familie und Bekannte sowie Karrieremessen und Praktika über ihren Wunscharbeitgeber.Thomas Fritz, Recruiting-Chef bei McKinsey Deutschland: "Diese Kanäle haben den größten Einfluss auf den Ruf eines Unternehmens bei potenziellen Bewerbern." Neben diesen Informationsquellen vertrauen die Absolventen auch weiterhin sehr stark auf die Meinung von Familie, Freunden und Bekannten - besonders Frauen ist die Rücksprache mit dem persönlichen Umfeld wichtig.

Facebook hingegen nutzen nur mehr als ein Viertel der Bewerber zur Information über Arbeitgeber. 35 Prozent der Befragten sind bei mindestens einem Talentbindungsprogramm registriert. Größte Anreize für die Teilnehmer: der direktere Kontakt zu Unternehmen, bessere Bewerbungschancen und leichterer Zugang zu Auslandspraktika. Thomas Fritz: "Hier besteht die Möglichkeit, Toptalente früh von den Perspektiven des Unternehmens zu überzeugen. Die Bewerber wünschen sich den persönlichen Kontakt."

Der zehnseitige Ergebnisbericht steht bei McKinsey kostenlos zum Download bereit. Hier sind ausfühlich die verschiedenen Kriterien der Gen Y analysiert sowie die Unterschiede nach Fachrichtung und Geschlecht ausgearbeitet.

Job-Kriterien der Gen Y: Karriere geht vor Work-Life-Balance

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