Headhunterin Sue Reindke: "Selbstvermarktung hängt stark vom Zufall ab"
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Recruiting 2.0 | | von Annette Mattgey

Headhunterin Sue Reindke: "Selbstvermarktung hängt stark vom Zufall ab"

Netzköpfe hat Sue Reindke ihre neue Firma genannt. Sie versteht sich als Headhunter für Menschen, die im Internet zuhause sind. Diese Klientel ist gerade heiß umkämpft. Auch herkömmliche Personalberater sehen hier Potenzial. So hat sich Dwight Cribb eben mit Harald Fortmann Verstärkung geholt. Sue Reindke erklärt, warum die öffentliche Jobsuche im Social Web nicht jedermanns Sache ist und wie sie Frauen fördern will.

Was unterscheidet Ihr Unternehmen – inhaltlich wie kulturell – von den traditionellen Headhuntern im Marketing- und Medien-Umfeld?

Das Unternehmen hat eine klare Ausrichtung: Netzköpfe bringt Unternehmen mit Menschen zusammen, die das Internet als ihre zweite Heimat ansehen. Dabei wird die Vermittlung und die Beratung der Arbeitgeber in Recruitingprozessen selbst auch von Netzköpfen durchgeführt - direkt aus der Mitte der Zielgruppe.

Die jetzigen Jobsuchenden sind ja meist selbst sehr rege und bieten sich via Blog und Social Media selbst auf dem Arbeitsmarkt an (wie aktuell z.B. Mike Schnoor). Wozu dann noch ein Headhunter?

Bisher haben sehr wenige Netzmenschen diese Methode der Jobsuche erfolgreich genutzt, denn diese Art der Selbstvermarktung steht zwei Herausforderungen gegenüber: zum einen ist der Ausgang der Suche sehr vom Zufall abhängig, wenn die Information relativ ziellos im eigenen Netzwerk gestreut wird. Das kann funktionieren, muss aber nicht.

Zum anderen findet der Großteil der Jobsuchen hinter den Kulissen statt, da die meisten Arbeitnehmer nach einem neuen Job suchen, während sie noch fest angestellt sind und der Arbeitgeber und das direkte Umfeld nichts von dieser Suche erfahren sollen. Daher wird sich die öffentliche Suche nach Arbeitsplätzen nicht in der breiten Masse durchsetzen und die Vermittlung von neuen Stellen wird weiter hinter den Kulissen in einem vertraulichen Umfeld stattfinden.

Welche Services bieten Sie Arbeitgebern? Mit welchen offenen Stellen können Sie sich an Sie wenden?

Unternehmen können sich in verschiedenen Phasen des Recruiting-Prozess für eine bedarfsorientierte Beratung an uns wenden. In der Vorphase einer Ausschreibung helfen wir Unternehmen dabei, eine neue Position zu entwickeln und Aufgabenbereiche für die neue Stelle zu definieren. In der Suchphase finden wir den passenden Netzkopf für die offene Stelle.

Daneben entwickeln wir für Arbeitgeber nachhaltige Personalenwicklungsmaßnahmen, die auf die gezielte Förderung von Netzköpfen zugeschnitten sind. Grundsätzlich können Arbeitgeber sich mit allen offenen Stellen an uns wenden, die entweder aus der Digitalbranche stammen oder die einen digitalen Fokus in einem anderen Branchenumfeld haben.

Wie klären Sie ab, ob Firma und Aspirant auch kulturell zusammenpassen?

Im Vorfeld werden die Anforderungen und Wunschvorstellungen von Unternehmen und Arbeitnehmern abgestimmt, um die höchstmöglichen Übereinstimmungen zu finden.

Ob die Chemie stimmt und eine gemeinsame Zukunft für beide Parteien stimmig ist, können die beiden Parteien dann nur selbst in einem Kennenlernprozess herausfinden.

Zu Ihren Anliegen zählen Sie auch, mehr Frauen auf die Podien der Digi-Konferenzen zu bekommen. Warum ist Ihnen das wichtig?

Auf Konferenzen und Events wird die digitale Realität derzeit nicht abgebildet - im Internet gibt es zahlreiche Frauen, die spannende Themen adressieren und diese auch als Rednerin vorstellen können. Trotzdem haben viele Veranstalter ein Problem damit, die richtigen Rednerinnen zu finden - nicht, weil es sie nicht gibt, sondern, weil die meisten Speakerinnen sich nicht so ausdauernd selbst vermarkten wie viele männliche Speaker. Das Potenzial ist da und es ist an der Zeit, neue Themen und neue Speaker/innen auf die Bühne zu bringen.

Sue Reindke lebt im Internet und in Berlin. Sie ist Gründerin und Geschäftsführerin des Start-Ups Netzköpfe – Headhunter fürs Internet. Mit einem starken Team aus Netzköpfen berät sie Unternehmen und Agenturen im Bereich Recruiting und findet für jeden Job den passenden Netzmenschen. Vor der Gründung der Netzköpfe war sie freie Beraterin für Digitale Strategie und Konzeption. In der Vergangenheit war sie unter anderem für die Social Media-Agentur Torben, Lucie und die gelbe Gefahr, ressourcenmangel, NOEO,  Häberlein & Mauerer und das NEON Magazin tätig.

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