Lesetipp | | von Annette Mattgey

Führen kann jeder

Viele fühlen sich zum Chef berufen, doch die wenigsten sind auf Anhieb gute Vorgesetzte. Was es dazu braucht, lässt sich aber lernen, meint Alois Summerer, der als Coach und Berater mit vielen Vorständen zusammengearbeitet hat. Er hat einige Tipps für die Haufe Akademie zusammengestellt, wie man seiner Rolle als Vorgesetzter gerecht werden kann:

1. Prioritäten auf die Führungsaufgabe setzen

Viele neue Führungskräfte arbeiten noch an früheren fachlichen Tätigkeiten und vernachlässigen Ihre Führungsaufgaben. Vermeiden Sie diesen Kardinalfehler. Legen Sie stattdessen Ihren Schwerpunkt auf die Herausforderungen der neuen Rolle. Je nach Führungsspanne sollten Sie Ihre Fachaufgaben reduzieren und delegieren, um mehr Raum zur Organisation und zur Führung Ihrer Mitarbeiter zu haben.

2. Verbessern Sie Ihre Selbstführung

Überlegen sie sich, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen, und entwickeln Sie sich in Ihrem Führungsverhalten weiter. Versuchen Sie, möglichst viele Aufgaben, die Ihrem Stärkenprofil entsprechen, zu bearbeiten. Dies schafft Erfolge und damit Motivation.

Organisieren Sie Ihren Arbeitstag. Verplanen Sie nur etwa 50 Prozent Ihrer Zeit und halten Sie den Rest für Unvorhergesehenes frei. Setzen Sie klare Prioritäten und lernen Sie, bei unnötigen Aufträgen konstruktiv „Nein“ zu sagen. Sie haben auch die Verantwortung für Ihre eigene Gesundheit,  regelmäßige Erholung und ein glückliches Privatleben.

3. Arbeiten am System statt im System

Gehen Sie regelmäßig in die "Adlerperspektive" und reflektieren Sie Ihren Verantwortungsbereich. Machen Sie sich die Stärken Ihrer Mitarbeiter deutlich und klären Sie, wie Sie diese noch besser nutzen und umsetzen können. Führen Sie mit den Betroffenen regelmäßige Gespräche zur Verbesserung ungeklärter Arbeitsprozesse und zur Lösung von Problemen.

Lassen sie sich von diesen Fragen leiten:

  • Wie können Sie Ihre Mitarbeiter noch erfolgreicher machen, um Ziele zu erreichen?
  • Wer bringt im Team welche Leistung?·
  • Welche Fehler passieren häufiger und wie sind diese abzustellen?
  • Welche Schnittstellen ins Unternehmen sind unterstützend und welche kosten unnötig Zeit?

4. Motivator statt Vampir

Zusammenarbeit mit Ihnen soll motivieren! Entscheidender als alle Anreizsysteme im Unternehmen ist die direkte Zusammenarbeit mit Ihnen. Wie ist dabei die Energiebilanz? Demotivieren Sie oder ermutigen Sie Menschen?

Sie motivieren, indem Sie Wertschätzung zeigen. Sagen Sie Ihrem Mitarbeiter, wenn er etwas gut macht. Erzählen Sie von guten Leistungen einzelner Mitarbeiter im Team und erwähnen Sie dies auf der Führungsebene. Wenn Sie Mitarbeiter an Entscheidungen und strategischen Meetings beteiligen, geben Sie Ihren Leistungsträgern Freiräume und motivierende, herausfordernde Aufgaben. Bedanken Sie sich persönlich für gute Arbeit und feiern Sie mit dem Team herausragende Leistungen.

5. Leben Sie Ihre Werte

Leben Sie das selbst, was Sie von anderen fordern und kommunizieren Sie Ihre drei bis fünf wichtigsten Werte. Bleiben Sie dabei authentisch. Teilen Sie Ihren Mitarbeitern und Kollegen mit, worauf es aus Ihrer Sicht ankommt, was Ihnen in der Zusammenarbeit wichtig ist und was Sie stört. Damit geben Sie klare Orientierung.

Mehr Tipps gefällig? Der komplette Artikel "10 Praxistipps für Führungskräfte" hier als PDF bei Haufe Akademie.

Führen kann jeder

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