Intranet-Ersatz | | von Annette Mattgey

Erste User dürfen "Facebook at Work" testen

Das soziale Netzwerk will auch unsere Büros erobern. Nachdem im November bereits erste Gerüchte über "Facebook at Work" aufgekommen sind, beginnt nun die Pilotphase. Eine Plattform, auf der Unternehmen eigene interne Netzwerke aufbauen können, wird nun mit einigen Unternehmen getestet. Die App dafür komme in die Download-Plattformen, sagte Projektleiter Lars Rasmussen dem Technologieblog "TechCrunch". "Facebook at Work" lässt sich jedoch auch via Desktop-PC bedienen.

"Facebook at Work" ähnelt äußerlich dem bekannten Facebook, ist aber für die interne Kommunikation in Unternehmen gedacht. Die Plattform soll effizienter als beispielsweise E-Mail funktionieren und werde auch intern bei Facebook genutzt, äußerte Rasmussen gegenüber der "Financial Times". In diesem Markt konkurriert Facebook nicht nur mit Google und Microsoft, sondern auch mit Collaboration Tools wie Slack und Yammer.

Die bekannten Features wie News Feed, Gruppen, Nachrichten und Events sind bei "Facebook at Work" eingerichtet. So können sich Projektteams beispielsweise in Gruppen auf "Facebook at Work" über den jeweiligen Stand ihres Projektes berichten, untereinander Informationen austauschen oder sich über zukünftige Arbeitsschritte beraten. Unternehmen können unkompliziert und standortübergreifend aktuelle Neuigkeiten an alle Mitarbeiter oder auch an einzelne Mitarbeitergruppen distribuieren.

Die Sicherheit und der Schutz von Daten ist für Facebook dabei von höchster Priorität. Daher sind die Mitarbeiter-Profile nicht mit ihren bisherigen Facebook-Profilen verbunden. Was unternehmensintern geteilt wird, ist für Außenstehende nicht zu sehen. Der Datenverkehr wird durch Verschlüsselungstechnologien wie Strict Transport Security (HSTS) und Perfect Forward Secrecy geschützt.

"Techcrunch" spekuliert darüber, wie der neue Dienst finanziert wird. Möglicherweise gebe es eine werbefinanzierte und eine werbefreie Version, für die Unternehmen dann eine Nutzungsgebühr zahlen müssen. So hätte sich Facebook ein weiteres finanzielles Standbein geschaffen. 

Ob das gelingt, ist für John Baptista, Associate Professor of Information Systems  an der Warwick Business School sehr fraglich. Dafür sieht er drei Gründe. Zum einen verlaufen die unternehmensinternen Kommunikationsprozesse ganz anders als "Social Networking". "Am Arbeitsplatz sind soziale Interaktionen automatisch stärker in den Arbeitsprozess integriert und in die Struktur und Kultur der Firma eingebettet", so Baptista. Dort suche man etwa den richtigen Experten für ein Fachgebiet, Facebook sei dagegen sehr auf den einzelnen Nutzer fokussiert und seine unstrukturierten Posts.

Ein weiteres Hindernis sieht Baptista in der Skepsis der Unternehmen, ob Facebook sich Datenschutz-konform verhält und die User-Daten nicht kommerziell ausschlachtet. Schlussendlich verweist Baptista auf die zahlreichen etablierten Anbieter, nicht zuletzt die Produkte von Microsoft, die vermehrt Social Networking-Dienste anbieten.

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