Die Bilanz nach 1.109 Mails an alle Linkedin-Kontakte
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Linkedin | | von Annette Mattgey

Die Bilanz nach 1.109 Mails an alle Linkedin-Kontakte

Ins Jahr 2015 ist der Kreative John Kovacevich mit einem außergewöhnlichen Vorsatz gestartet: Er wollte jedem seiner 1.109 Linkedin-Kontakte eine persönliche Mail schreiben. Ob er es geschafft hat und was er aus dem Experiment gelernt hat, schreibt er in seinem Blog. Der freie Kreative,  der unter anderem schon als Kreativdirektor für Goodby, Silverstein &  P. und FCB gearbeitet hat, wollte vor allem mit Leuten Kontakt knüpfen, von denen er schon jahrelang nichts mehr gehört hat. Während er über Facebook laufend mitbekomme, wie es seinen Freunden geht, sei das bei Linkedin nicht der Fall - weil das Netzwerk eben einen anderen Zweck hat. Eine Rolle spielte aber auch, dass Kovacevich Lust auf eine berufliche Veränderung hatte und schauen wollte, ob er eventuell mit ehemaligen Kollegen etwas gemeinsam unternehmen könnte. 

Unter seinen Kontakten waren vor allem Personen, mit denen er bereits zusammengearbeitet hat, "Karteileichen", an die er sich nicht erinnern kann, waren kaum darunter. Jeder von ihnen - er hatte sein Ziel Mitte Dezember erreicht - erhielt eine individuelle Mail, kein Standardschreiben.

Sein Resumée in 4 Punkten:

1. Es geht um Menschen, nicht um "Kontakte": Anfangs war Kovacevich damit beschäftigt, ob er sein tägliches Pensum wirklich schafft. Aber im Laufe des Jahres, nachdem immer mehr Antworten eintrudelten, sah er stärker die Menschen hinter den Botschaften. Mal waren die Briefe fröhlich, mal traurig, jeder erzählte aus seinem Familienleben, der beruflichen Situation und von seinen privaten Leidenschaften.

2. Du bist nicht Deine Funktion auf der Visitenkarte: Obwohl es sich um Business-Kontakte handelt, erhält er viele Einblicke ins Privatleben. Was den einzelnen ausmacht, ist nicht sein Platz auf der Karriereleiter oder seine Abteilung. Gerade in heutigen Zeiten spielt die Verwirklichung der persönlichen Ziele eine größere Rolle, weniger die Hierarchie.

3. Die Zeit lohnt sich: Für jedes Schreiben beschäftigte er sich mit der Person, sah das Profil an, die Stationen im Lebenslauf und überlegte sich Fragen. Kovacevich investierte Zeit - mehr als in einen kurzen Tweet. Sich diese Zeit für jemanden zu nehmen, empfindet er als einen der erfüllendsten Teile des Projekts.

4. Die Karriere ist ein lebendiges Wesen: Bei den einen sind es Lebensereignisse, bei den anderen ist es die Lust, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Viele der Kontakte waren nicht mehr am selben Platz wie beim Kennenlernen. 

Nun hofft er, dass er sich über die nächsten Jahre hinweg über die Antworten freuen kann. Ob er auch für 2016 wieder einen Voresatz gefasst hat? Das können Sie hier in seinem Blog nachlesen.

Die Bilanz nach 1.109 Mails an alle Linkedin-Kontakte

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