Xing-Studie | | von Annette Mattgey

Der Kopf stinkt: Führung muss anders werden

Rund 85 Prozent der Berufstätigen in Deutschland sehen großen Veränderungsbedarf der Führungskultur in Deutschland. Hierarchische Macht und personale Führung werde weniger wichtig. Eine Organisation in Netzwerkstrukturen sei am besten geeignet, um komplexe Herausforderungen der modernen Arbeitswelt zu bewältigen. Das könne nur durch einen Paradigmenwechsel der Art und Weise erfolgen, in der wir Arbeit organisieren. Dabei liegen die Mitarbeiter in ihrer Einschätzung gar nicht so weit entfernt von ihren Chefs.

Gut die Hälfte der Berufstätigen (rund 46 Prozent) steht diesen Veränderungsnotwendigkeiten optimistisch gegenüber, die andere Hälfte (rund 54 Prozent) ist pessimistisch. Dies sind die Kernergebnisse einer Studie des Trend- und Gesellschaftsforschungsunternehmens Nextpractice, die das Unternehmen für das Karriere-Portal Xing durchgeführt hat.

Unter Führungskräften ist die Unzufriedenheit mit dem Status Quo ebenfalls weit verbreitet, wie eine vorhergehende Nextpractice-Studie aufzeigt. Auch in dieser Zielgruppe hatten sich rund 75 Prozent der Befragten für die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels beim Thema "Führungskultur in deutschen Unternehmen" ausgesprochen. Der Standort Deutschland bliebe ohne eine grundlegende Änderung der aktuellen Führungspraxis unter seinen Möglichkeiten, hieß es in der von der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) des Arbeitsministeriums in Auftrag gegebenen Studie.

Agile Arbeitsprozesse für verantwortungsbewusste Mitarbeiter

Peter Kruse, Geschäftsführer von Nextpractice: "Es ist frappierend: Nicht nur die überwältigende Mehrheit der Führungskräfte, sondern auch 85 Prozent der Berufstätigen halten einen Paradigmenwechsel der Art und Weise, wie wir zusammenarbeiten, für absolut erforderlich. Es scheint mir essentiell, dass wir rasch wegkommen von der klassischen hierarchischen Führungskultur und freiere Konzepte der Zusammenarbeit entwickeln. Das ist nicht nur zum Wohle der Berufstätigen, sondern ist Voraussetzung dauerhafter Wettbewerbsfähigkeit." Denn die Antwort auf die hochkomplexen Herausforderungen des modernen Arbeitslebens könnte nicht klassisches planendes Vorgehen sein, sondern die Gestaltung ergebnisoffener Prozesse in selbstorganisierenden Teams. Kruse: "Der selbstbestimmte Mensch wird zum Dreh- und Angelpunkt der Arbeitswelt."

Was gestern noch gefragt war, verliert rapide an Bedeutung:

 

Mit den Methoden ändern sich auch die Anforderungen an die Büro-Ressourcen:

 

Auffällig zwiespältig zeigen sich die Mitarbeiter bei der Frage, ob sich eine umfassende Veränderung der Arbeitswelt herbeiführen lässt. Knapp die Hälfte der befragten Mitarbeiter steht der Veränderungsdynamik optimistisch gegenüber. Sie suchen aktiv nach neuen Strukturen und üben Kritik am aktuellen Führungsstil, um hierdurch aktiv eine bessere neue Arbeitswelt herbeizuführen. Dem gegenüber steht die andere Hälfte, die durch eine pessimistische Sicht und Resignation geprägt ist. Diese Mitarbeiter haben innerlich gekündigt und orientieren sich stärker hin zum Privatleben. Deren Hauptkritik richtet sich nicht an die Führungskräfte, sondern wird vielmehr in den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gesucht.

Der Kopf stinkt: Führung muss anders werden

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