Interview | | von Annette Mattgey

Dank Kununu-Profil drei mal mehr gute Bewerber

Nicht nur Großunternehmen sollten sich über eine Präsenz bei Kununu Gedanken machen. Positive Erfahrungen hat auch die Hamburger Digitalagentur Ministry gemacht. Marco Luschnat, CEO Ministry Group, über Bilder mit Kickertischen und warum er gefakete Bewertungen für albern hält.

Auf Ihrem Kununu-Profil darf ein Foto Ihres Kickers nicht fehlen. Wer hat dieses und die anderen Bilder ausgesucht und was sollen diese verdeutlichen?

Die Bilder auf dem Kununu-Profil sind ehrlich gesagt weder explizit hierfür produziert, noch mit besonderen Hintergedanken ausgesucht. Sie zeigen einfach wie es bei uns aussieht. Wer heute noch der Meinung ist, Bewerber mit einem Kickertisch hinter dem Ofen hervorlocken zu können, hat lange keine Bewerbungsgespräche mehr geführt.

Warum ist das Geld für eine Kununu-Präsenz gut angelegt Ihrer Meinung nach?

Uns ist wichtig, dass wir Bewerber bekommen, die in das Team und die Kultur von Ministry passen. Wir sparen uns und den Kandidaten viel Zeit, wenn diese schon vor ihrer Bewerbung ein Gefühl dafür bekommen, ob wir zusammen passen können. Sollte jemandem unser Stil zu flapsig sein, kann er oder sie sich und uns den Aufwand sparen. Durch Kununu haben wir die Möglichkeit, uns authentisch zu präsentieren. Dadurch, dass es nicht unsere eigene Website ist und durch die Bewertungen, werden die Aussagen deutlich glaubwürdiger. Man kann eben nicht einfach so zig Bewertungen faken. Alleine der Versuch wäre albern.

Hatten die Beschreibungen bei Kununu bereits Auswirkungen auf das Bewerberverhalten?

Ja. Die Anzahl qualitativ hochwertiger Bewerber hat sich seit der Veröffentlichung der Bewertungen nahezu verdreifacht.

Vergleichen Sie sich mit Agenturen/Unternehmen ähnlicher Größe bei Kununu?

Das haben wir zu Anfang gemacht, was  auch sehr interessant war. Aber jetzt machen wir das eigentlich nicht mehr. Darum geht es uns auch nicht. Uns geht es eher um die Selbstreflexion, als um detailliertes Benchmarking. Das geht auch auf anderen Plattformen wie feelgood-at-work.de oder goodplace.org besser.

War Kununu für sie ein Ansporn, Ihr Unternehmen nochmal genauer unter die Lupe zu nehmen und  Prozesse nochmal zu überdenken und abzuändern?

Nein. Das haben wir vorher schon jahrelang gemacht. Und machen es auch weiterhin. Aber nicht wegen Kununu oder anderer Plattformen, sondern weil wir immer besser werden wollen. Diese Plattformen sind für uns nur Messtools, keine Auslöser von Verhalten.

In einer Serie beleuchtet LEAD digital, wie Arbeitgeber-Bewertungsportale das Recruiting verändern. Welche Chancen und Risiken liegen darin für Arbeitgeber und Arbeitnehmer? Unten sehen Sie die bereits erschienenen Artikel.

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