Recruiting | | von Annette Mattgey

Coole Nummer: Großes Lob für diese gerappte Bewerbung

Der Job, um den es geht, ist kein 08/15-Arbeitsverhältnis, sondern das "Praktikum Deines Lebens". Unter diesem Motto sucht das Startup Urlaubsguru Reisetester. Dennis Christmann hat viel Mühe in seine Bewerbung gesteckt und einen Song aufgenommen. Die Social-Media-Zustimmung ist ihm bereits sicher, ob es mit dem Job auch klappt, könnte sich am Wochenende entscheiden. Dann lädt Un-iq, das Unternehmen, das neben Urlaubsguru auch Plattformen wie Schnäppchenfee und Captain Kreuzfahrt betreibt, zur nächsten Runde ein. Aus den rund 5000 Bewerbern kommen um die 100 Personen zum persönlichen Kennenlernen. Anschließend wird es einen weiteren "Recall" geben, erklärt Urlaubsguru auf der eigens erstellten Praktikums-Website.

Dort sind auch die Aufgaben des künftigen Praktikanten erklärt: "Du checkst Qualität und Versprechen und überprüfst die Hotelbewertungen von Urlaubern auf ihren Wahrheitsgehalt." Dafür gibt es nicht nur den Mindestlohn, sondern natürlich auch die Reisekosten erstattet.

Was Christmann für den Job prädestiniert, beschreibt er in seinem Song: Er ist Fotograf, schreibt Texte und ist Internet-erfahren. Außerdem ist er Marketingstudent, Schwerpunkt Neue Medien, und wollte früher mal Geheimagent werden.

Alles weitere hier im Rap von Dennis Christmann:

Bewerbung für das Praktikum meines Lebens

Sehr geehrter Herr urlaubsguru.de,anbei meine Bewerbung für das Praktikum meines Lebens.Ich freue mich von Ihnen zu hören.Freundliche GrüßeDennis Chrisps.: ergänzende Bewerbungsunterlagen folgen per E-Mail

Posted by Dennis Chris on Dienstag, 12. Mai 2015

am/via Gründerszene

Coole Nummer: Großes Lob für diese gerappte Bewerbung

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Urlaubsguru: 12 sind weiter im Rennen um das "Praktikum Deines Lebens"

von Annette Mattgey

Wer es bei dem Reiseportal Urlaubsguru zum Reisetester schaffen will, muss schon für die erste Vorstellungsrunde echte Nehmerqualitäten mitbringen. 100 Kandidaten kamen am Wochenende zusammen. Jede und jeder hatte nur 5 Minuten Zeit, sich zu präsentieren.

Zuvor mussten sich die Manager durch einen Riesenberg an Bewerbungen wühlen. Mehr als 5.000 sind für das Traum-Praktikum von Urlaubsguru.de eingegangen - per E-Mail, Post, als Video oder gebastelte Collage. Die besten 100 Kandidaten wurden am Wochenende zu einem Casting eingeladen.

Vor den Firmengründern Daniel Krahn und Daniel Marx, der Personalchefin Martina Kolesnik und Feel-Good-Manager Bastian Risse mussten sie ihr Bestes geben. Um die Wartezeit zu verkürzen, konnten sie sich die Stunden in einem Kino, beim Tischtennis oder Videospielen, am Kicker oder in der Beach Bar vertreiben.

Nach der Anmeldung ging es direkt vor die Jury. Die jüngste Bewerberin, gerade 18, hatte einen Film gedreht, in dem sie mit ihrem Freund 200 Kilometer mit dem Fahrrad unterwegs ist und alle paar Kilometer Urlaubsguru.de auf die Straße gemalt hat. Der älteste Bewerber, Erwin (64) aus Hagen, glänzte mit viel Lebenserfahrung. "Ich habe schon alles gemacht, was man nur machen kann und habe die halbe Welt gesehen." Doch auch die anderen Bewerberinnen und Bewerber wussten zu überzeugen. Einige sind mitten im Studium, könnten sich das Praktikum sogar für die Uni anrechnen lassen, viele waren als Globetrotter, als Rucksacktouristen schon in Asien und Südamerika unterwegs und machten einen sehr selbstbewussten Eindruck.

Allen gemein war die unglaubliche Detailtreue und Kreativität, die sie bei ihren Präsentationen an den Tag legten. Daniel Krahn: "Das hat uns tief beeindruckt. Es war schön zu sehen, wie viel Herzblut da reingesteckt wurde."

Fünf Minuten hatten die Bewerber Zeit, sich und ihr Können vorzustellen. Einige Bewerber kamen gut mit der Zeit aus, andere wollten überziehen. Doch dazu gab es keine Chance - "jeder soll die gleichen Bedingungen haben." Anschließend warteten fünf Wissensfragen auf die Bewerber. Kleine Kostprobe: Wie heißt die Währung in Russland? Die Hauptstadt Ägyptens? Welche Meere verbindet der Panama-Kanal? Und auch die Frage nach dem prägendsten Reiseerlebnis wollte dann noch beantwortet werden...

Erleichtert verließen die Kandidaten den Jury-Raum, erhielten Präsente und die Information, dass sie innerhalb der nächsten Woche kontaktiert würden. Viele blieben noch eine ganze Weile in der Urlaubsguru-Lounge, sahen sich den Kinofilm über das Unternehmen an, spielten im Spielzimmer oder entspannten an der Strand-Bar. Manche Bewerber bildeten spontan Fahrgemeinschaften für die Rückfahrt - sie kamen aus allen Teilen Deutschlands; aus Amsterdam und sogar aus Österreich.

Michaela aus Wien, die sich als Super-Woman verkleidet hatte, erhielt eine Auszeichnung für die weiteste Anreise. Mit ihrer kreativen Bewerbung hat sie die Jury überzeugt - und erhielt auch eine von vier Wildcards. Sie ist damit automatisch in der Finalrunde. Auch Dennis aus Frankfurt, der im Vorfeld mit einem Rap-Video viel Eindruck gemacht hatte, ist mit der Wild Card in der nächsten Runde. Ulli aus Aachen, der von Halifax bis nach Los Angeles per Anhalter gefahren ist, erhielt den dritten Recall und auch der vierte Joker wurde gezogen: Er ging an Tobias aus Windesheim, der als Surfer schon mit Delfinen vor der Traum-Insel Vanuatu unterwegs war.

"Eigentlich wollten wir ja die Top zehn in die nächste Runde schicken. Die Auswahl war aber nicht leicht", sagt Mitgründer Daniel Marx und Daniel Krahn ergänzt: "Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, die besten zwölf Kandidaten weiter zu lassen." Beim internen Punkte-System für die Kandidaten hatte es einfach ein Kopf-an-Kopf-Rennen gegeben; wegen Punktgleichheit gibt es nun also die Top zwölf beim "Praktikum Deines Lebens". Die Finalisten werden nun in Telefon- und Skype-Interviews noch einmal die Chance haben, sich ausführlicher vorzustellen.

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