Augmented Reality gilt noch als Spielerei, birgt aber interessante Anwendungen
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Trends im Personalmarketing | | von Raoul Fischer

Augmented Reality gilt noch als Spielerei, birgt aber interessante Anwendungen

BMW zum Beispiel hat unlängst eine Aktion vorgestellt, die eine Jobanzeige per Mobile-App mit einem Video verknüpft. Zielgruppengerecht erklärt Matthias vom „BMW-Krea-Team“ im Facebook-Video, wie es geht: Aurasma-Anwendung auf das Smartphone herunterladen, die Jobanzeige mit dem BMW I-8 ablichten – und schon läuft ein Film, der den User in die Entstehungsgeschichte des neuen Flitzers und die Arbeitswelt bei BMW führt. Die Disziplin nennt sich „Augmented Reality“ – computergestützte Anreicherung der Realitätswahrnehmung – und hält auch für das Personalmarketing interessante Perspektiven bereit.

„Augmented Reality ist die Brücke zwischen zwei Welten“, sagt Valentin Bauer von Metaio, einem Anbieter der die entsprechenden Technologien zur Verfügung stellt. „Sie verbindet Orte oder Objekte mit digitalen Inhalten“, erklärt er. Aber: „In den nächsten fünf Jahren sicher eher ein „nice-to-have“ für technologiegetriebene Unternehmen wie Siemens oder die Deutsche Telekom“, sagt Sandro Megerle von TrendOne. Allerdings sei der Image-Effekt nicht zu unterschätzen.

„Sie können helfen, den Einstieg in ein Unternehmen mitzugestalten“, erklärt Robindro Ullah, Leiter Zusatzservices bei der Deutschen Bahn. Ullah inspiriert zum Beispiel ein Spiel von Sony, das auf der X-Box-Eye läuft, das Eye-Pet: Ein kleines Tierchen, das auf die Bewegungen und Aktionen der Kinder reagiert, die vor der Kamera des Systems sitzen. „Der Clou besteht darin, Kinder abzuholen, an neue Technologien heranzuführen – und in diesem Paket den Arbeitgeber gleich mitzuverkaufen“, sagt Ullah. Gerade dieses Beispiel zeigt, dass AR nicht nur darin bestehen muss, virtuelle Infos zur wahrgenommenen Realität einzublenden.

AR kann einen virtuellen, dreidimensionalen Raum schaffen, der in bestimmten Situationen real nicht zur Verfügung steht. Konkret: Es ist aus Effizienzgründen wenig sinnvoll, in einem Assessment für Ingenieure reale Motoren aufzubauen. Aber mit einer der X-Box-Eye analogen Technologie könnten die Kandidaten zum Beispiel virtuelle Maschinen auseinander und wieder zusammenbauen und so Ihr praktisches Vermögen anschaulich unter Beweis stellen. Eine Anwendung, die laut Metaio-Mann Bauer auch schon zum Einsatz gekommen ist.

Sicherlich weniger aufwändig sind die Beispiele, die Trendforscher heute schon für Unternehmen sehen. Andreas Steinle zum Beispiel, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts in Kelkheim, sieht ganz praktische Anwendungsmöglichkeiten im Bereich Location Based Services. Unternehmen könnten zum Beispiel ihr Firmengebäude virtuell mit Infos zu offenen Stellen verknüpfen. Oder mit Videos, die einen Einblick in die Arbeitswelt des Unternehmens geben: in Labore zum Beispiel oder Produktionsanlagen. „Es geht darum, einen Einblick zu gewähren, einen spielerischen Zugang über Visualisierung“, erklärt der Trendforscher. Das dürfte besonders junge Zielgruppen ansprechen, die heute schon eher auf YouTube suchen als auf Google.

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