AR und HR: Genialer Image-Effekt
© Foto:Wikitude

Augmented Reality | | von Tobias Weidemann

AR und HR: Genialer Image-Effekt

Stellen Sie sich vor, Sie tragen Kontaktlinsen mit einem Mikrochip. Linsen, die per GPS und Internet wichtige Informationen in Ihr Sichtfeld einblenden. Das funktioniert ähnlich wie Wikitude oder Layar heute schon – nur dass Sie nicht auf Ihr Handy schauen müssen. Willkommen im 21. Jahrhundert!
Was sich heute wie eine abgefahrene Idee des legendären „Q“ aus „James Bond“ anhört, könnte morgen schon Wirklichkeit sein. Die Disziplin „Augmented Reality“ – computergestützte Anreicherung der Realitätswahrnehmung – hält auch für das Personalmarketing interessante Perspektiven bereit. „Augmented Reality ist die Brücke zwischen zwei Welten“, sagt Valentin Bauer, Corporate Communications bei Metaio, einem Anbieter der entsprechenden Technologien. „Sie verbindet Orte oder Objekte mit digitalen Inhalten“, erklärt er. Eine Brücke, über die erste Unternehmen auch schon im Personalmarketing gehen. BMW etwa hat unlängst eine Aktion vorgestellt, die eine Jobanzeige per App mit einem Video verknüpft. Zielgruppengerecht erklärt Matthias vom „BMW-Krea-Team“ per Web-Video, wie es geht: Aurasma-Anwendung auf das Smartphone herunterladen, die Jobanzeige mit dem BMW i8 ablichten – und schon läuft ein Film, der den User in die Entstehungsgeschichte des Flitzers und die Arbeitswelt bei BMW führt.
Ein erster Ansatz. Experten wie Burkhard Leimbrock, Vizepräsident des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW), gehen aber nicht davon aus, dass Augmented Reality – kurz AR – den Weg der Personalauswahl in den kommenden drei Jahren stark verändern werden. „In den nächsten fünf Jahren sicher eher ein ‚Nice-to-have‘ für technologiegetriebene Unternehmen wie Siemens oder die Deutsche Telekom“, bestätigt auch Sandro Megerle, Senior Trendanalyst bei TrendOne. Jedoch sei der Image-Effekt nicht zu unterschätzen.
Das Beispiel BMW zeigt, dass es durchaus interessante Anwendungen gibt, die allerdings eher dem Employer Branding dienen und nur mittelbar auf Recruiting-Maßnahmen einzahlen. „Sie können helfen, den Einstieg in ein Unternehmen mitzugestalten“, erklärt Robindro Ullah, Leiter Zusatz- services bei der Deutschen Bahn. Ihn inspiriert zum Beispiel ein Spiel von Sony, das auf der X-Box-Eye läuft, das Eye-Pet: Ein kleines Tierchen, das auf die Bewegungen und Aktionen der Kinder reagiert, die vor der Kamera des Systems sitzen. „Der Clou besteht darin, Kinder abzuholen, an neue Technologien heranzuführen – und in diesem Paket den Arbeitgeber gleich mitzuverkaufen“, sagt Ullah.
Gerade dieses Beispiel zeigt, dass AR nicht nur darin besteht, Infos zur wahrgenommenen Realität einzublenden. AR kann einen virtuellen, dreidimensionalen Raum schaffen, der in bestimmten Situationen real nicht zur Verfügung steht. Konkret: Es ist aus Effizienzgründen wenig sinnvoll, in einem Assessment für Ingenieure reale Motoren aufzubauen. Aber mit einer der X-Box-Eye analogen Technologie könnten die Kandidaten zum Beispiel virtuelle Maschinen auseinander- und wieder zusammenbauen und so ihr praktisches Vermögen anschaulich unter Beweis stellen. Eine Anwendung, die laut Metaio-Mann Bauer auch schon zum Einsatz gekommen ist.
(Raoul Fischer)

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