Talent-Management-Software sollte den Zugriff von verschiedenen Geräten ermöglichen.
Talent-Management-Software sollte den Zugriff von verschiedenen Geräten ermöglichen. © Foto:Shutterstock

Talent Management | | von Annette Mattgey

5 Tipps, wie Sie Talente finden und binden

Talent Management ist dieser Tage in aller Munde: Denn die Karriere-Plattform Xing hat sich das Startup Prescreen einverleibt, das sich auf Bewerbermanagement-Software spezialisiert hat. Unternehmen erhoffen sich davon Unterstützung bei der Rekrutierung, Förderung und langfristigen Bindung neuer Talente.

Tony Glass, Skillsoft

"Aus meiner Sicht ist die Übernahme von Prescreen ein logischer Schritt für Xing im Hinblick auf die notwendige Integration eines Bewerbermanagements in das eigene Recruiting Angebot", meint Tony Glass, Vice President and General Manager EMEA beim E-Learning-Anbieter Skillsoft. "Abzuwarten bleibt, ob diese Akquisition die tatsächlichen Kundenanforderungen an ein umfassendes und effektives Talent Management erfüllen kann. Denn für die meisten HR-Verantwortlichen hört Talent Management nicht mit der Einstellung eines geeigneten Kandidaten auf, sondern beginnt dann erst richtig."

Andreas Rothkamp, Sales Director DACH bei Skillsoft, hat sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt, was eine gute Talent-Management-Software ausmacht. "Hier sind vordergründige Checklist-Kriterien, wie etwa Cloud-Fähigkeit, nur bedingt hilfreich, zumal mittlerweile fast alle Software-Anbieter derartige Bereitstellungsmodelle im Portfolio haben", erklärt der E-Learning-Experte. Auf diese fünf Kriterien sollten Unternehmen besonderes Augenmerk legen, um Talent Management-Kernprozesse und strategische Zielsetzungen wirksam zu unterstützen.

1.            Integriertes Talent Management

Längst ist mit Talentsuche nicht mehr ausschließlich die Rekrutierung neuer Kandidaten am Arbeitsmarkt gemeint. Vielmehr wollen HR-Manager das – mitunter verborgene – Potenzial derjenigen Mitarbeiter identifizieren, die bereits im Unternehmen sind. Zusätzlich müssen die veränderten Planungsanforderungen und -ziele im Rahmen eines umfassenden Workforce-Management ermittelt werden, um Mitarbeiter gezielt auf eine neue Aufgabe vorzubereiten.

Daraus lässt sich nicht nur ein genaues Tätigkeits- und Skills-Profil, sondern auch notwendige Weiterbildungsmaßnahmen ableiten. Diese eng miteinander verknüpften Prozesse aus Recruiting, Talent- & Workforce-Management sowie einem systemgestützten Lernen (E-Learning) sind idealerweise in einem einzigen Software-Werkzeug integriert. Unternehmen, die bereits ein HR-System einsetzen, sollten bei einem Zukauf eines spezialisierten Talent-Management-Moduls darauf bedacht sein, dass die verknüpften Prozesse durch einen reibungslosen Informationsfluss in beide Richtungen unterstützt werden.

2.            Karriereplanung und Job Matching

Wie können Mitarbeiter sich über die Karrieremöglichkeiten Ihres Unternehmens besser informieren und diese nutzen? – Wie behalten HR-Manager die Übersicht in einem Recruiting-Prozess, der auch bereits bestehende Mitarbeiter einbezieht? 

Eine moderne Talent-Management-Lösung sollte grundsätzlich "Angebot und Nachfrage" zusammenführen können. Mit anderen Worten: die Technologie muss leistungsstarke Algorithmen bieten, um adäquate Stellenangebote genau denjenigen Mitarbeitern zu unterbreiten, die aufgrund ihrer Qualifikation potenziell dafür geeignet wären. Ein zentrales Dashboard hilft ungemein, die Stellen- und Kompetenzübereinstimmung übersichtlich darzustellen. Dies ermöglicht dem HR-Verantwortlichen ein ideales Job Matching, während für Mitarbeiter ein effektives Anreizsystem geschaffen wird, die persönliche Karriereentwicklung firmenintern voranzutreiben, anstatt das Unternehmen zu verlassen.

3.            Performance Management

Die Führung und Entwicklung von Mitarbeitern ist ein zutiefst kollaborativer Prozess: Insbesondere neue Mitarbeiter sind im Hinblick auf ihre Leistung in Relation zu ihren aktuellen oder zukünftigen Aufgaben stark auf das Feedback von Vorgesetzten und Personalmanagern angewiesen. Gleichzeitig müssen Führungsverantwortliche den Leistungsstatus einzelner Mitarbeiter oder einer Mitarbeitergruppe jederzeit überprüfen können.

Die Talent-Management-Lösung sollte den damit verbundenen, hohen Anforderungen an die interdisziplinäre Kommunikation unbedingt gewachsen sein. Dashboards im modernen "Look & Feel" einer Social-Media-Plattform bieten die Möglichkeit, dass HR-Manager und Vorgesetzte jederzeit den Kompetenzstatus und die Ziele einzelner Mitarbeiter im Blick haben und auf dieser Grundlage regelmäßige Feedbacks zur Mitarbeiter-Performance geben können. Andererseits sollten Mitarbeiter die Möglichkeit zur gezielten Suche, Eingrenzung und Überprüfung von Rückmeldungen über das Dashboard haben sowie ggfs. selbst Rückmeldungen Vorgesetzte und HR senden können.

4.            Optimierung von Lernprozessen

Sowohl die rasche Integration neuer Mitarbeiter (Onboarding) als auch die effektive Talent-Förderung sind unmittelbar mit einer gezielten Weiterbildung verbunden. Die Talent-Management-Software sollte daher in jedem Fall ein E-Learning-Modul mitführen, dessen Lernangebot hohe Anreize für Mitarbeiter schafft, sich kontinuierlich weiterzubilden. Dies fördert Motivation und Leistungsbereitschaft und erhöht gleichzeitig die Chancen für eine langfristige Mitarbeiterbindung.

Das Content-Management-System sollte die Veröffentlichung, Verwaltung und Aktualisierung von Lerninhalten einfach und komfortabel gestalten. Dies zeigt sich etwa daran, wenn Lernkurse, Videos, Präsentationen, Simulationen oder andere Inhalte auf einfache Weise eingebunden werden können, ohne dass grundlegend neue Content-Versionen erstellt werden müssen. Darüber hinaus wären einfache, formularbasierte Bestätigungs-Abläufe zur Optimierung der organisationalen Lern-Management-Prozesse wünschenswert. Diese sollten gesetzliche Compliance-Vorgaben berücksichtigen.

5.            Flexibel verfügbar

Talent-Management-Prozesse fördern ein zeit- und ortsungebundenes Agieren bzw. Reagieren aller Beteiligten. Neben einem Online-Bereitstellungsmodell in der Cloud – etwa als SaaS-Lösung, ist insbesondere die mobile Funktionalität ein Killer-Kriterium für Talent-Management-Tools. Im Anwendungsbereich Performance Management sollte beispielsweise eine für Smartphones optimierte App komplette Ansichten auf Mitarbeiterprofile mit detaillierten Kennzahlen zu deren Leistungen, Zielen, Vergütung, Entwicklung und Weiterbildung liefern. Sowohl Manager als auch Mitarbeiter sollten zusätzlich in der Lage sein, jederzeit Feedbacks über die App zu empfangen und zu senden.

Fazit:

Top-ausgebildete, motivierte Mitarbeiter sind der Schlüssel, um dem zunehmenden Fachkräftemangel am Markt erfolgreich zu begegnen. Spezialisierte Software-Lösungen helfen dabei, leistungsstarke Talente effektiv zu fördern und ihnen bessere – interne – Karriereperspektiven zu bieten, um sie möglichst langfristig im Unternehmen zu halten. Sofern die dafür erforderlichen Funktionalitäten vorgehalten werden, ermöglichen Talent-Management-Plattformen nicht nur eine deutliche Reduzierung von Rekrutierungskosten, sondern unterstützen Unternehmen nachhaltig in der Sicherung und Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit.

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