Martin Böker, Director B2B, Samsung Electronics
Martin Böker, Director B2B, Samsung Electronics © Foto:Samsung

Samsung Electronics | | von einem Gastautor

5 Thesen, wie die Open Economy unsere Arbeit verändert

Das Zeitalter der "Open Economy" bricht an: Unternehmen öffnen sich, Mitarbeiter arbeiten flexibler, der Arbeitsplatz ist überall und wird smarter. Insbesondere jüngere Generationen sehen hierarchische Strukturen mit Skepsis und entscheiden sich vermehrt für die Selbstständigkeit. Was daraus für die Arbeitsplätze der Zukunft folgt, erläutert Martin Böker, Director B2B bei Samsung Electronics:

1.    Kreativität wichtigstes Kriterium für die Karriere von morgen

Innovative Technologien und künstliche Intelligenz werden in vielen Sektoren zweifellos zu Veränderungen führen. Sie werden Menschen jedoch auch entlasten, indem sie alltägliche und repetitive Aufgaben übernehmen. Die wachsende Rolle der Technologie in analytischen, planerischen und repetitiven Prozessen lässt menschliche Urteilskraft und kreatives Denken zu zentralen Merkmalen bei der Suche nach neuen Talenten werden. Berufe, die Ideenreichtum und Vorstellungskraft erfordern, werden in Zukunft sowohl bei Angestellten als auch bei Arbeitgebern verstärkt gefragt sein. Ein Bericht des World Economic Forum belegt, dass aus Sicht der Führungskräfte Kreativität bis 2020 zu den wichtigsten und gefragtesten Fähigkeiten von Mitarbeitern zählen wird.

2.    Freelance-Modelle lösen Festanstellung ab

Studienergebnissen zu Folge werden bis 2020 bis zu 40 Prozent aller Arbeitnehmer als Selbstständige arbeiten. Der globale Arbeitsmarkt für freie Mitarbeiter wird bis dahin rund 10 Milliarden US-Dollar schwer sein. Was heute oftmals unter dem Begriff der Gig-Economy gefasst wird, bedeutet einen tiefgreifenden Wandel der Arbeitswelt und eine Abkehr vom Modell der klassischen Festanstellung. Insbesondere in der Kreativindustrie ist dies längst ein deutlicher Trend. Dieser wird zukünftig auch andere Branchen erfassen und dabei auch neue Herausforderungen mit sich bringen: So müssen sich Unternehmen beispielsweise damit auseinandersetzen wie Datenschutz gewährleistet werden kann, wenn man mit Freelancern arbeitet, die für unterschiedliche Unternehmen tätig sind. Dass Datenschutz zu den großen Herausforderungen neuer Arbeitskonzepte gehört, bestätigt auch eine aktuelle Umfrage unter deutschen Führungskräften: Gefragt nach den größten Herausforderungen mobiler Arbeitskonzepte nennen Führungskräfte am häufigsten Sicherheitsbedenken.

3.    Mobiles Arbeiten wird Mainstream

Ein Drittel der Arbeitnehmer in entwickelten Ländern arbeiten heute bereits ortsunabhängig. Bis 2020 werden fast die Hälfte der Arbeitnehmer in entwickelten Volkswirtschaften in diese Kategorie fallen. Dabei wird der Anteil der Mitarbeiter, die ortsunabhängig arbeiten, in kleinen Unternehmen sogar auf 70 Prozent ansteigen. Damit wird mobilen Lösungen, die ortsunabhängiges produktives Arbeiten ermöglichen, eine zentrale Rolle in der Open Economy zufallen.

Diese Entwicklung wird von deutschen Führungskräften bereits antizipiert: In einer aktuellen Yougov-Umfrage schätzen Führungskräfte in Deutschland die Bedeutung mobiler Arbeitskonzepte hoch ein: 73 Prozent der befragten Führungskräfte gaben an, dass mobile Arbeitskonzepte für ihr Unternehmen relevant sind. Davon stuften über 40 Prozent diese sogar als sehr relevant ein. Führungskräfte erwarten in den kommenden fünf Jahren einen wesentlichen Wandel hin zu flexibleren Arbeitszeiten und einen Anstieg der Arbeit aus dem Homeoffice heraus.

4.    Personaler nehmen neue strategische Rolle ein

Das Zusammenspiel der menschlichen und digitalen Welten zu verstehen ist in der Open Economy nicht mehr nur ein optionales Extra, sondern eine Kernkompetenz. HR-Manager werden daher künftig die Aufgabe haben, ganze Unternehmensstrategien mit zu definieren und innerhalb ihrer Organisationen die Voraussetzungen für mehr Agilität und Leistungsfähigkeit zu schaffen. Die Integration einer neuen, flexiblen Generation an Mitarbeitern erfordert versierte HR-Verantwortliche, die ein Verständnis sowohl für Technologie (Möglichkeiten von Automatisierung und künstlicher Intelligenz), als auch für den Trend hin zu größerer Autonomie von Mitarbeitern verfügen. Die kompetente Interpretation der Technologielandschaft wird zu einer strategischen Kernkompetenz.

5.    Agile Führung löst prozessgetriebene Strukturen ab

Traditionelle, hierarchisch organsierte Managementstrukturen und -strategien werden insbesondere von der heranwachsenden Generation mit wachsender Skepsis gesehen oder gar vollständig abgelehnt. Betriebswirtschaftliches Denken und die Frage, wie Freelancer einen effektiven Beitrag leisten können, werden in Zukunft also in den Fokus rücken, während strukturelle und prozessorientierte Fragen zunehmend in den Hintergrund treten.

Führungsstile, die sich über feste Prozesse, starre Zielvorgaben und Kontrolle definieren, werden durch neue dezentralere Organisations- und Teamstrukturen ersetzt, die einzelnen Mitarbeiter größere Freiräume geben. Bereits heute zeigt sich unter deutschen Führungskräften eine Abkehr vom klassischen Kontrolldenken – beispielsweise in puncto Homeoffice. In einer aktuellen Umfrage von YouGov und Samsung nannten lediglich sechs Prozent der befragten Führungskräfte eine mangelnde Kontrolle der Mitarbeiter als Nachteil des Homeoffice. Für die große Mehrheit (85 Prozent) der Führungskräfte macht es das Homeoffice zudem nicht schwieriger, die Arbeit der Mitarbeiter zu bewertet.

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