"Bei der Auswahl der Kooperationen entscheide ich oft aus dem Bauch heraus": Top-Instagramerin Uwa Scholz.
"Bei der Auswahl der Kooperationen entscheide ich oft aus dem Bauch heraus": Top-Instagramerin Uwa Scholz. © Foto:Uwa Scholz

Interview | | von Sandra Bruns

Uwa Scholz: Content Marketing mit Instagram

Die Berlinerin Uwa Scholz ist eine der Top-Instagramer in Deutschland. Im Gespräch mit LEAD digital erzählt sie, wie sie das geschafft hat und wie sie Geld damit verdient.

Uwa, wie bist Du zu Instagram gekommen?

Ich bin nur durch Zufall zu Instagram gekommen, als ich auf der Suche nach einer Foto-Bearbeitungsapp war. Erst fand ich es ungewöhnlich, mich für ein paar Filter registrieren zu müssen, aber irgendwann siegte die Neugier, und ich erstellte einen Instagram-Account. Das war im Juli 2011.

Wie ging es dann weiter?

Ich fand das Konzept der Photo Sharing Community sofort ganz spannend und suchte mir über ein Forum von Webstagram andere Anfänger, denen ich folgte - neben anderen, damals schon "berühmten" Instagramern, auf die ich auf der Pop Page gestoßen war. Ich zog jeden Tag durch immer neue Ecken von Berlin und machte Fotos mit dem Handy, lud Fotos über Fotos hoch, verteilte Likes und Comments, erhielt Likes und Comments und mein Account fing an zu wachsen.

Du zählst inzwischen mit über 221.000 Followern zu den bekanntesten Instagramern in Deutschland. Wie hast Du Dir Deinen Namen gemacht? 

Diese Frage finde ich nicht leicht zu beantworten, da ich nie eine Strategie hatte. Es machte mir von Anfang an Spaß, Fotos zu machen (und auch die Fotos meiner Follower zu gucken). Da ich immer schon fotografiert hatte, fiel es mir auch nicht schwer, meinen eigenen Stil zu entwickeln und über die Jahre zu verfeinern. Auch war mir die Interaktion mit anderen Instagramern immer schon wichtiger als der sogenannte "Erfolg". Trotzdem war ich natürlich sehr froh, als mein erstes Foto auf der Beliebtseite landete. Damals reichten allerdings auch 30 Likes in 30 Minuten. Meine Bilder landeten regelmäßig auf der Pop Page, mein Account wuchs und wuchs. Ende 2013, nach etwas mehr als zwei Jahren auf Instagram, wurde ich in den Cycle derer aufgenommen, die permanent auf der Liste der Suggested User waren. Das hat den Account @uwa2000 zahlenmäßig weit nach vorne gebracht. Dazu kommt, dass ich seit über vier Jahren aktiv bin, dass ich mindestens fünf Fotos in der Woche poste. Vielen anderen Instagramern ist unterwegs die Puste ausgegangen.

Unabhängig von der Zahl meiner Follower bin ich immer ich geblieben, und so habe ich mir eine gewisse Authentizität erhalten. Auch bin ich anderen Instagramern nie aus Berechnung gefolgt, sondern immer nur denen, deren fotografischer und/oder persönlicher Stil mir gefiel. Unterm Strich bleiben Content, Aktivität, Höflichkeit, Interaktion, Treue und Community Values stehen.

Benutzt Du auch andere Social Media-Kanäle, um Deine Inhalte zu verbreiten?

Neben Instagram bin ich auch auf EyeEm mehr oder weniger aktiv. EyeEm ist eine andere Photo sharing Community. Dort kann ich mich ausprobieren, neue Edits und Motive testen. Des weiteren finde ich auch die Zoe App interessant, mit der erstelle ich kleine Videoclips. Der Communityfaktor ist allerdings zu vernachlässigen... Natürlich habe ich auch einen Twitter-Account, auf dem ich alle meine Kanäle zusammenführe.

Durch Deinen erfolgreichen Insta-Account sind inzwischen einige Firmen auf Dich aufmerksam geworden. Mit welchen Unternehmen arbeitest Du zusammen und warum?

Ich habe inzwischen mit zahlreichen Brands, Unternehmen und non-profit Organisationen gearbeitet, darunter Sony, Ford, Engie, Moovel, Peugeot, Universal Pictures und Ärzte ohne Grenzen. Aber das waren alles zeitlich begrenzte Kooperationen. Mit Samsung Mobile dagegen arbeite ich jetzt schon seit über einem Jahr zusammen.

Bei der Auswahl der Kooperationen entscheide ich oft aus dem Bauch heraus und gucke, ob ich für die angebotenen Kampagnen einen Content erstellen kann, der zu meinem Stil passt. Im Zweifelsfall entscheide ich mich gegen eine Zusammenarbeit.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit und inwiefern profitierst Du davon?

Im Normalfall schreibt mich eine Agentur an und fragt, ob ich Interesse an einer Kooperation habe. Daraufhin frage ich, was gewünscht ist (Anzahl der Bilder, Bezahlung oder welcher Return auch immer) und die Verhandlungen beginnen. Wenn wir uns einig werden, mache ich die gewünschte Anzahl an Bildern und poste sie in meinem Account. Das war's. Für mich ist es immer wieder aufs neue eine willkommene Herausforderung, den branded Content in (m)eine Story einzubinden, und oft muss ich meine Comfort Zone verlassen und neue Wege gehen. Das erhält "instayoung".

Und was haben die Firmen davon?

In jeder Kampagne auf Instagram wird Content erstellt, den die Firmen nutzen. Jede Kampagne ist eine Image-Kampagne, bei der wir Instagramer dabei helfen, den Brands ein gewisses Image zu verschaffen und auf Instagram "dabei zu sein". Welchen ROI es dabei gibt, das kann man wohl eher ahnen als wirklich messen. Natürlich gelten auch hier Likes und Comments als Maßstab, aber das halte ich für wackelig, denn ein Like heißt nicht unbedingt, dass der likende User auch weiß, worum es geht. 

Auf jeden Fall werden Kampagnen und Produkte durch Influencer für die Nutzer erfahrbar, da eine direkte Interaktion möglich ist.

Wie findest Du Inspiration?

Inspiration ist überall. Ich öffne meine Augen, und ich öffne mein Herz, der Rest kommt von alleine.

Was tust Du, um Dich als Marke weiter auszubauen?

Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich immer noch keine Strategie verfolge. Die Marke @uwa2000 ist nach wie vor an die Fotos gekoppelt, die ich mache. 

Gibt es Trends, denen Du folgst?

Es gibt immer wieder Trends, die mich beeinflussen. So ist mein Stream über die Jahre deutlich minimalistischer geworden als zu Beginn. Aber auch in dieser Hinsicht mag ich mich nicht verbiegen. Wenn ich eine Street Scene habe, die mir gefällt, dann poste ich die, auch wenn das Foto alles andere als minimalistisch ist.

Uwa Scholz: Content Marketing mit Instagram

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