Wie VW und Mark Zuckerberg mit Neujahrs-Vorsätzen den Ton vorgeben
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Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Wie VW und Mark Zuckerberg mit Neujahrs-Vorsätzen den Ton vorgeben

The Show must go on - auch für VW. Herbert Diess ging gleich in Medias res: “Das aktuelle Diesel-Problem ist nichts,m auf das man stolz sein kann”, rief der VW-CEO dem Fachpublikum aus allen Ländern auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas zu. In Ausstellungshallen in der Größe von mehr als 50 Fußballfeldern führten Elektronik- und Technologiehersteller von Intel bis Samsung diese Woche ihre neuesten Erfindungen vor. In den Show-Acts der Superlative wirkte die Entschuldigung von VW wie Moll unter lauter Dur-Akkorden. Während auf der Bühne normalerweise Kaliber wie Microsoft-Chef Steve Ballmer wie ein Flummi auf und abhüpften, stand Diess bei seiner CES-Keynote mit beiden Beinen auf dem Boden. Er sagte: “Es tut uns aufrichtig leid, dass so etwas in dem Unternehmen, das wir lieben, passieren konnte." Er schob nach, dass man alles tun werde, alles wieder gerade zu biegen. Amen.

Gute Vorsätze gab es in dieser Woche nicht nur auf der CES - auch Mark Zuckerberg hat sich ein hehres Ziel für 2016 gesetzt: Ein digitaler Assistent soll sein Zuhause managen und ihm bei der Arbeit zur Hand gehen wie Jarvis in Iron Man, schreibt er auf seiner Facebook-Page. Er wolle das System zunächst lehren, Sprache zu verstehen, um so Musik, Beleuchtung oder Temperatur steuern zu können. "Ich werde ihm beibringen, Freunde nach einem Blick auf ihre Gesichter hereinzulassen, wenn sie an der Tür klingeln." Der Computer solle ihm auch Bescheid geben, wenn er im Zimmer seiner neugeborenen Tochter Max vorbeischauen sollte.

Die dazu notwendige künstliche Intelligenz entwickelt der Facebook-Chef eigenhändig. In den vergangenen Jahren hat sich Zuckerberg verordnet, zwei Bücher im Monat zu lesen, Mandarin zu lernen und jeden Tag jemand anderen kennenzulernen sowie nur Fleisch von Tieren zu essen, die er selber getötet hat. Was immer das heißen mag.

Wer sich nicht derart dem Performance-Druck der Digi-Branche aussetzen möchte, hält es am besten mit Nico Rose. Der Blogger für LEAD digital und Berater empfiehlt eine - pardon - Fuck it-Liste: Dinge, die man sich in den vergangenen Jahren vorgenommen, aber nie erfüllt hat, kann man auf dieser Liste für immer ins ins Nirvana schicken. Für manche ist ein Punkt auf der Liste vielleicht, endlich mehr Sport zu treiben. Für die gilt der Appell: Bleiben Sie getrost auf Ihrem Stuhl sitzen und legen weiterhin die Füßchen hoch. 

Mehr digitales Marketing zu machen sollte man allerdings nicht abschreiben. Und das nicht nur, weil LEAD digital in der aktuellen Ausgabe in Berufung auf 85 Experten recht plausibel behauptet: Ohne digitale Transformation kein digitales Marketing. Sondern leider auch aus einem anderen, leider etwas traurigen Grund.

So hat der Jahresanfang gezeigt wie enorm wichtig tatsächlich Kommunikation auf Augenhöhe mit den Menschen geworden ist. Die Münchener Polizei hat sich am Silvesterabend als Social Media-Profi geadelt: Während des Terroralarms am Münchener und Pasinger Hauptbahnhof haben die Polizisten die feiernde Bevölkerung auf Twitter up-to-date gehalten. Mit klaren Worten und in mehreren Sprachen. Willkommen in der aufgeklärten Welt der Kommunikation!

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