Yvonne Göpfert philosophiert mit Hubspot-Chef Brian Halligan über die optimale Verteilung von Marketing-Budgets.
Yvonne Göpfert philosophiert mit Hubspot-Chef Brian Halligan über die optimale Verteilung von Marketing-Budgets. © Foto:Yvonne Göpfert

Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Wenn ich 1000 Dollar Marketing-Budget hätte, würde ich wie folgt investieren

Kürzlich habe ich Brian Halligan getroffen, den Gründer der Inbound-Marketing-Plattform Hubspot. Wir stellten mal wieder fest, dass sich das menschliche Verhalten verändert hat: Wir kaufen anders ein. Wir shoppen anders. Aber viele Marketer sind im Jahr 2010 stecken geblieben. Wenn sie sich im Web bemerkbar machen wollen, setzen sie noch immer ganz stark auf Text. Doch die Leute sehen sich heute lieber Videos an. Was also tut ein kluger Marketer? Hätte ich ein Budget von 1000 Dollar, sagt Brian, würde ich 800 Dollar in Video investieren. Keine blöde Idee in Zeiten, in denen sich die Leute auf Facebook und Instagram 5 Mal länger Videos ansehen als statische Inhalte.

Und auch an PR glaubt Brain nicht so recht: Die Unternehmen investieren heute noch zu viel Budget in PR. Doch sie müssen dort hingehen, wo der Kunde ist. Das ist Social Media – siehe oben. Bei einem 1000-Dollar-Budget würde ich 900 Dollar in Social Media investieren und 100 Dollar in PR, meint Brian. Klare Worte, gerade für einen Unternehmer aus dem B2B-Bereich.

Marketing-Budget am besten in Chatbots und Messenger investieren

Was hat sich noch verändert in unserer schnellen Welt? Menschen sind viel mehr mobil unterwegs und Menschen wollen immer weniger Formulare ausfüllen. Kleiner Bildschirm und wenig Zeit bedeutet - so deutet es Brian - verlangt nach anderen Kontaktmöglichkeiten: Menschen wollen einen Chat-Button auf der Webseite, ist sich Brian sicher. Die Menschen  wollen einfach eine Frage stellen und direkt eine Antwort bekommen. Hier würde er sein Budget wie folgt aufteilen: 500 Dollar für Formulare und 500 Dollar für Chat. So konservativ? Brian legt nach und sagt: Ja, weil wir im Moment erst am Anfang der Möglichkeiten stehen, was ein Chatbot kann. Noch haben wir wenig Erfahrung und wissen nicht, welche Use Cases die besten Ergebnisse bringen.

Wenn Sie merken, dass ihre Chatbot-Kommunikation nicht funktioniert, dann müssen Sie sie noch mal neu aufsetzen. Zugleich lernen Bots über die Zeit dazu. Heute schmunzeln wir noch über die Unvollkommenheit der Chatbots. Doch so wie wir heute lachen, wenn ein Unternehmen keine Website hat, werden wir in vier bis fünf Jahren darüber schmunzeln, wenn ein Unternehmen keinen Chatbot hat.

Vom Chatten kommen wir schließlich zum Thema E-Mail. Menschen schreiben immer weniger E-Mails und kommunizieren immer mehr über Messenger, stellt Brian fest. Die wirklich nützlichen Informationen kommen heute über den Messenger. Entsprechend müssen Sie sich mal überlegen, wie Sie auf diesem Kanal kommunizieren. Da wir noch in einem frühen Stadium sind, würde ich heute 700 Dollar für E-Mail-Marketing investieren und 300 Dollar in den Messenger. In ein paar Jahren wäre das Verhältnis wohl 9:1.

Fazit

Es wird höchste Zeit, dass Werbetreibende ihr Marketing updaten, ihre Investments überdenken und bald im Jahr 2020 ankommen. Das bedeutet Kommunikation über Messenger und über Chatbots. Und wer hier heute noch nicht experimentiert, läuft Gefahr, in wenigen Jahren gar nicht mehr wahrgenommen zu werden.

Wenn ich 1000 Dollar Marketing-Budget hätte, würde ich wie folgt investieren

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