Einflussreich: Julien Bam begeistert mit seinen Youtube-Videos fast drei Millionen Follower. Und wirbt für Fanta auf Snapchat.
Einflussreich: Julien Bam begeistert mit seinen Youtube-Videos fast drei Millionen Follower. Und wirbt für Fanta auf Snapchat. © Foto: Screenshot Julien Bam

FAQs | | von Markus Schmelzer

Was ist Influencer Marketing?

Die ganze Werbewelt redet darüber: Influencer Marketing. Aber was hat es damit überhaupt auf sich und wie funktioniert professionelles Marketing mit Youtubern und Bloggern? 5 Fragen und 5 Antworten.

1. Was ist Influencer Marketing?

Eigentlich ist Influencer Marketing ein alter Hut. Schon immer haben Unternehmen mit Meinungsmachern und wichtigen Multiplikatoren zusammengearbeitet, um ihre Werbebotschaften an den Mann zu bringen. Neu ist, dass Plattformen wie Facebook und Youtube wesentlich mehr Influencer und weitaus mehr Möglichkeiten als die klassische Kanäle bieten. Mittlerweile gilt jeder elfte Deutsche als Influencer, beeinflusst also mit seinen Beiträgen die Meinungsbilder in Social-Media-Kanälen. 

Diese Influencer kommen aus der Mitte der Bevölkerung und wirken dadurch sehr authentisch. Dadurch genießen sie eine sehr hohe Glaubwürdigkeit und können Entscheidungsprozesse positiv beeinflussen. Ziel des Influencer Marketing ist es, für das Unternehmen passende Stimmungsmacher als Markenbotschafter zu gewinnen.

Ein Beispiel ist der Youtube-Star Julien Bam, der den Snapchat-Account von Fanta befüllt

2. Wie finde ich einen Influencer?

Um die richtigen Influencer zu identifizieren, gibt es quantitative und qualitative Merkmale. Quantitative Merkmale sind die Reichweite in der relevanten Zielgruppe, die Häufigkeit der Posts und die Interaktionsrate (Likes, Kommentare usw).

Bei den qualitativen Merkmalen geht es um weiche Faktoren wie:

  • Passt der Influencer thematisch und vom Niveau her zu meiner Marke?
  • Welche Überzeugungskraft hat der Meinungsmacher in seiner Community?

Vorsicht: Bei unterschiedlichen Kennzahlen kann man leicht den Überblick verlieren. Analyse-Tools wie Peerindex und Fanpagekarma sind hilfreich.

3. Was bringt Influencer Marketing?

2013 trommelten mehr als 13.000 Werbebotschaften täglich auf jeden Menschen ein. Klassische Werbung stößt da schnell an Grenzen. Studien zufolge haben die meisten Konsumenten mehr Vertrauen in Onlinebewertungen anderer Personen als in Werbebotschaften von Unternehmen.  

Genau hier setzt Influencer Marketing an. Blogger und Youtuber kommen aus der Bevölkerung und gelten daher unter den Konsumenten als glaubwürdig. Sie sind darum gut dafür geeignet, neue Produkte und Dienstleistungen zu vermitteln.

Ein Beispiel ist der Youtube-Channel von Jacksepticeye mit mehr als 12 Millionen Abonnenten. In seinen Beiträgen testet der junge Ire Videospiele. In einer Video-Playlist stellt er das Trash-Game "Goat Simulator" vor, das nicht zuletzt dadurch zu einem Mega-Hit wurde. 

4. Was müssen Unternehmen beim Influencer Marketing beachten?

Anders als bei klassischen Werbekampagnen müssen sie einen gewissen Kontrollverlust akzeptieren. Blogger sind keine Dienstleister, sondern Werbepartner - mit der Betonung auf "Partner". Marketer sollten darum der Versuchung widerstehen, kreative Details vorzuschreiben. Ein fertiger Werbespot ist kein Influencer Marketing und schadet der Authentizität. Die Gratwanderung zwischen Influencer-Freiheit und kommerzieller Kommunikation erfordert von Marketern überdurchschnittliche Empathie - nicht nur dem Blogger gegenüber, sondern auch mit Blick auf den Konsumenten.

5. Welche Agenturen sind auf Influencer Marketing spezialisiert?

Zunächst muss man unterscheiden zwischen Agenturen und Vermarktungsnetzwerken.

Agenturen kümmern sich von A bis Z um eine Influencer-Kampagne. Sie sind vor allem für Unternehmen geeignet, die nur über geringe Erfahrung im Influencer-Marketing verfügen. Pioniere auf diesem Gebiet sind TLGG, Panorama 3000 und die Webguerillas aus Berlin, Denkwerk aus Köln und Virtual Identity in Freiburg. 

Vermarktungsnetzwerke sind etwas für Marketer, die schon einen Plan für ihre Kampagne haben. Die Netzwerke stellen den Kontakt zu den Influencern her und kümmern sich um eine reibungslose Kommunikation. Bekannt hierfür sind Mediakraft, Studio 71, Tubeone und Splay Networks. Letztere sind besonders auf Instagram, Snapchat, Twitter und Youtube spezialisiert.

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