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Warum Social Media auf SEO angewiesen ist - und umgekehrt
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Eric Kubitz | | von Eric Kubitz

Warum Social Media auf SEO angewiesen ist - und umgekehrt

Zwischen den SEOs und den Social-Media-Leuten herrscht bestenfalls eine Hassliebe - zumindest ein ordentliches Misstrauen. Vielleicht liegt es daran, dass die Social-Media-Leute den SEOs den Ruf der hippsten Typen in der Company (manchmal erfolgreich) streitig machen. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass sich beide um den gleichen Budget-Topf streiten müssen und sich und anderen ihren Wert in Euro beweisen müssen, was man eigentlich nicht beweisen kann. Denn wie viel Euro ist ein Google-Ranking wert? Und wie viel Wert hat ein Facebook-Follower? Darüber könnte man tagelang streiten. 

Worüber man jedenfalls nicht streiten kann, ist der gegenseitige Nutzen, den SEO und Social Media stiften können. Grob gesagt, ist das eine ohne das andere deutlich weniger wert. Deshalb ist es ja auch so ärgerlich, dass beide Disziplinen nicht ordentlich zusammen arbeiten. 

Wie Social Media von SEO profitieren kann

Google ist immer noch die größte Suchmaschine und damit der größte Traffic-Lieferant der Welt. Wer also eine Webseite betreibt, freut sich in aller Regel über gute Rankings. Und das sollte natürlich auch für die sozialen Profile gelten - also für die Owned Media. Natürlich wollen auch diese möglichst viele Besucher haben, warum nicht von Suchmaschinen?

Wenn etwa die Deutsche Bahn ihren Kundenservice auch auf Facebook anbietet, ist es doch perfekt, wenn Bahn-Kunden diesen Service-Kanal auch via Suchmaschine finden. Doch das braucht etwas Hilfe aus der SEO-Abteilung. Die Deutsche Bahn hat das offenbar und tatsächlich gehört die Facebook-Dependance der Bahn zu ihren Top-Suchergebnissen auf Google. Das macht Sinn und ist nützlich. 

Das gleiche gilt auch etwa für Händler, sagen wir mal, Breuninger. Das Stuttgarter Warenhaus betreibt eine Facebook-Seite und einen Youtube-Kanal, die beide das Seiten-Portfolio von Owned Media vervollständigen. Und damit sammelt Breuninger nicht nur Fans und Freunde ein, sondern zeigt auch auf Google eine breite Präsenz.

Ein manchmal wichtiger Neben-Nutzen: Wenn die "Owned Media" top für ihre Marke ranken, sind sie auch ein wirksamer Schutz vor einem möglichen Shitstorm. Denn wenn die ersten zehn Ergebnisse von Facebook, Twitter, Pinterest und dem Youtube-Kanal besetzt sind, haben es andere deutlich schwerer, sich mit übel meinenden Beiträgen über die Marke zu positionieren. Das nur am Rande. 

Das Spannende dabei: Es ist gar nicht schwierig, die Social-Media-Profile ordentlich "ranken" zu lassen. Denn Google mag starke Seiten - und Facebook, Twitter und Pinterest sind grundsätzlich "stark". Man muss also nur an die ganz grundsätzlichen SEO-Regeln denken und darauf achten, diese Profile von der eigenen Webseite ordentlich zu verlinken - was überraschenderweise immer noch viele Webseiten-Betreiber vermeiden. Wissentlich oder unwissentlich entwerten sie ihre Verlinkungen zu den Social-Media-Profilen mit "nofollow" oder undurchschaubarem Javascript. Ja, das aufzulösen ist technisch etwas knifflig - doch der SEO im eigenen Haus weiß Bescheid. Lade ihn doch mal auf einen Kaffee ein...

Was der SEO davon hat

Und: Jeder vernünftige Suchmaschinenoptimierer wird diesen Kaffe gerne annehmen. Denn er kann von dieser Allianz mit Social Media selbst vermutlich sogar noch mehr profitieren. Denn SEO ist schon lange nicht mehr so einfach, wie man sich das früher einmal gedacht hat. Noch vor vier Jahren hat es meist gereicht, Keywords ein paarmal in den Text zu schreiben und für Backlinks zu sorgen, die auf die Seite zeigen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Der SEO muss heute viel einfallsreicher sein. Und da kommt Social Media ins Spiel. 

Zwar sind Facebook-Shares, Tweets und Pins kein direkter Ranking-Faktor, verbessern also nicht unmittelbar die Position der geteilten Seite. Doch via Social Media erreicht man genau die Menschen, die wir alle als "Influencer" bezeichnen. Also wichtige Kenner in Fach- und Trend-Themen: Der Technik-Redakteur, der auch auf Facebook und Twitter eine große Nummer ist, oder die Mode-Bloggerin, die auch in Pinterest oder Instagram eine irrsinnige Reichweite hat.

Wer diese Stars und Sternchen erreichen möchte, braucht ein gut gepflegtes Social-Media-Profil, auf das sie aufmerksam werden können. Und dann tragen solche Influencer deine Botschaft nicht nur in Facebook & Co weiter, sondern werden dich auch als Quelle angeben - vielleicht in ihrem Technik-Magazin oder im Mode-Blog mit einem Link. Und genau dieser Link ist für den SEO eine ganze Menge wert. Wenn also der Social-Media-Manager einen guten Job macht, profitiert der SEO fast automatisch davon, weil er sich ein eigenes Seeding spart.

A propos Seeding: Damit meine ich alles, was dazu führt, Influencern den eigenen Content schmackhaft zu machen. Wenn es um dieses Thema geht, sollten SEO und Social Media auch noch die PR-Abteilung zum Kaffeekränzchen einladen. Aber das ist dann wieder eine andere Geschichte.  

Nicht nur die Link-Sammelei ist ein Grund für SEOs, sich mit Social Media zu beschäftigen. Vielleicht sogar viel wichtiger sind die guten User-Signale, die gewogene Facebook-Besucher auf der eigenen Seite hinterlassen können. Mit die wichtigsten Ranking-Faktoren sind mittlerweile Verweildauer und Absprungrate der Webseite. Das bedeutet: Kommen über ein virales Video viele Besucher auf die Webseite und finden ordentliches Zusatzmaterial oder andere Interaktions-Möglichkeiten, wird Google dies messen und lieben. Die User-Signale der Seite werden besser und damit auch das Ranking. Natürlich nur, wenn der SEO erfährt, welche Kampagnen geplant sind und Zeit hat, seine Seiten entsprechend darauf vorzubereiten. 

Die Kaffeerunde zwischen SEO und Social Media könnte also für beide sehr, sehr lohnend sein. Leider ist sie in dem meisten Unternehmen, die ich kenne, nicht üblich. Die Beteiligten gehen sich aus dem Weg oder arbeiten sogar gegeneinander, um an das Budget des Kollegen heranzukommen. Und das, obwohl beide Disziplinen in den nächsten Jahren sicherlich noch wichtiger und gegenüber den anderen Marketing-Kanälen kräftig wachsen werden. Was für eine Verschwendung! Also: Kommunikation ist euer Geschäft - redet miteinander!

Eric Kubitz ist einer der "Digital Leader", eine feste Gruppe von Bloggern, die ihre Meinungen und Kommentare via LEAD digital verbreitet. Mehr zum Autor und den weiteren Mitgliedern der "Digital Leader" lesen Sie hier auf der Übersichtsseite.

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Diese 5 SEO-Tipps sollten Sie beachten

von Sebastian Blum

Wer im Netz sichtbar sein will, muss vieles beachten: Die Zeiten, in denen sich die Suchmaschine einfach austricksen ließ, sind längst vorbei. Doch wie müssen Marken und Menschen vorgehen, um ihre eigenen Inhalte prominent zu platzieren? Gerade hierzulande sorgt Suchmaschinenoptimierung (SEO) bei manchen Unternehmen immer noch für Fragezeichen. W&V Online hat deshalb bei Sören Bendig nachgefragt. Der SEOlytics-Geschäftsführer ist der Vorsitzende der Fokusgruppe Search beim Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW).

Herr Bendig, zunächst eine Frage in eigener Sache: Gute Klickzahlen und ein super Platz im Suchmaschinen-Ranking – wie lässt sich das für unser Interview erreichen?

Möglichkeiten, Klicks zu generieren, gibt es natürlich verschiedene. Sie sollten sich aber immer die Frage stellen, was Sie konkret erreichen möchten, wie Ihre Strategie aussieht und welche Themen für Sie relevant sind. Sie können nur zu Inhalten gefunden werden, über die Sie auch ausführlich auf der eigenen Webseite berichten. Die Suchmaschine dichtet nichts dazu, sie sieht es als ihre Aufgabe, dem User die Ergebnisse zu zeigen, die für den Suchenden aus ihrer Sicht als Beantwortung der Frage am relevantesten sind – also auf das Thema passen.

Sie brauchen nutzwertigen, unterhaltsamen und strukturierten Content, der Ihre Leser anspricht und einen Mehrwert bietet. "Empfehlungen" wie Shares und Erwähnungen auf anderen Webseiten helfen dabei, positive Signale zu senden. Es geht schon lange nicht mehr darum, die Suchmaschine auszutricksen.

Stichwort Nutzwert: Was raten Sie einem Unternehmen, dessen Seite gerade erst online gegangen ist, und das sichtbarer werden will?

Man sollte sich klar machen, dass die Besucher durch unterschiedliche Kanäle auf die eigene Website aufmerksam werden. Der mögliche "Einstieg" sollte immer geprüft und kontrolliert werden.

Daraus ergeben sich folgende Basics:

1. Konsumieren Sie zur Prüfung die eigenen Inhalte selbst, auch über Suchen nach den eigenen Themen, und stellen Sie sich die Frage: Wie wird der Einstieg auf Ihre Website von jemandem wahrgenommen, der von außen kommt und die Brand noch gar nicht kennt? Passt mein Angebot zur Suchstellung? Stichwort Snippets, also Textanrisse und Vorschaubilder auf Bing und Google: Bei vielen Unternehmen sehen diese oft unattraktiv aus und animieren nicht zum "Klick". Über Meta-Informationen können diese selbst beeinflusst werden.

2. Strukturieren Sie Ihre Seite und damit Ihren Content sinnvoll und übersichtlich aus Sicht des Besuchers. Eine strukturierte und thematisch zusammenhängende Navigation oder Zwischenüberschriften helfen auch der Suchmaschine, besser zu verstehen.

3. Sehen Sie sich ihr Umfeld gut an: Vielleicht finden Sie Potenzial in von ihren Konkurrenten vernachlässigten Verticals wie "Bilder" oder "Videos"? Nutzen Sie inhaltliche Defizite der Konkurrenz, um allgemein sichtbarer zu werden.

4. Der "Screen Estate" auf der wichtigen ersten Ergebnisseite ist begrenzt. Wenn es um ihre Brand geht: Vielleicht können Sie zusätzliche Plätze durch sinnvolle Firmenprofile auf Portalen wie Xing, Facebook oder Twitter dazu nutzen, weitere Plätze zu besetzen?

5. Ein weiterer Weg in die Sichtbarkeit: SEA – bezahlte Anzeigen können eine zusätzliche Hilfe sein. Das Budget muss allerdings sinnvoll eingesetzt werden.

Wie wichtig ist Social Media für den Platz im Suchmaschinen-Ranking?

Social Media gehört nicht zum klassischen Suchmaschinenmarketing und hat für das reale Ranking bei Bing oder Google relativ geringe Relevanz. Neue Inhalte tauchen aber oft schneller in den Suchergebnissen auf und auch über Social kann ich jede Menge Traffic bekommen.

Allgemein gilt indes beim Online Marketing: Die gewählten Kanäle müssen für das Unternehmen Sinn machen. Wenn ein mittelständischer Holzhändler ein bis zwei Mal die Woche über Tropenholz tweetet, weil das eine unseriöse Agentur so empfohlen hat, bringt das wenig bis nichts.

Schwarze Schafe gibt es sicher auch im SEO-Bereich. Woran erkenne ich als Kunde, ob meine Agentur dazu gehört?

Sie müssen alles hinterfragen, wofür Sie Geld bezahlen. Aber wenn Ihnen jemand die SEO-Flatrate mit Ranking-Garantie, vielleicht sogar für ein Budget von 100 bis 150 Euro im Monat, verkaufen will, ist sicher etwas faul. Ebenso, wenn Ihnen der Dienstleister nicht sagen will oder erklären kann, was er da eigentlich macht. Von irgendwelchen Tricks oder diffusen "Geheimnissen" sollten Sie Abstand halten. Gerade im Online-Bereich wird zu wenig hinterfragt, weil es oft zu kompliziert scheint. Der Vorteil des Online Marketings gegenüber vielen anderen Marketing Aktivitäten: Wirklich alles ist messbar.

Da es keine klassische SEO-Ausbildung gibt, ist es manchmal schwierig, die fachliche Qualifikation von Dienstleistern vorab zu beurteilen. Eine Möglichkeit zur Vorauswahl könnte das vom BVDW vergebene Zertifikat im Bereich SEO sein: Um sich zu bewerben, müssen Agenturen einen "Code of Conduct" für sauberes und transparentes Arbeiten unterzeichnen und nachvollziehbare Cases einreichen. Diese werden anonymisiert geprüft – die Durchfallquote liegt übrigens bei etwa 45 Prozent, das ist also kein Sitzschein. Beschwert sich im Nachgang ein Kunde beim Verband zu Recht über schlechte Arbeit, ist das Zertifikat wieder weg.

Was kann ein Unternehmen tun, wenn in den Suchergebnissen neben der eigenen Seite auch viele negative Einträge auftauchen?

Seriöse Firmen haben dieses Problem normalerweise nicht, es gibt vielleicht mal einen kritischen Blogbeitrag. Viel häufiger sind etwa schlechte Online-Bewertungen, die nach Kontakt mit dem Kundenservice abgegeben wurden– intern hat sich das oft niemand angesehen. Das betroffene Unternehmen könnte aber in so einem Fall einiges über die eigenen Kunden lernen.

Ganz anders sieht es dagegen beim Shitstorm aus: Wenn zum Beispiel das Plastikteilchen im Mars-Riegel auftaucht, ist das in erster Linie kein Fall für den SEO, sondern für die PR-Agentur.

Sie haben bereits viel von Inhalten gesprochen. Was fällt Ihnen zum Begriff Content-Marketing ein? Unter den Werbern herrscht noch Uneinigkeit, manch einer spricht von der "Content-Lüge".

Die Problematik bei der ganzen Debatte liegt meiner Meinung nach darin, dass Content-Marketing sehr unterschiedlich definiert wird. Die einen verstehen darunter einfach das neue Link-Building: Ihre Inhalte oder Infografiken sollen einfach nur verlinkt werden. In simpler Form ist das dann eher minderwertiges Content Marketing.

Richtiges Content Marketing heißt für mich dagegen kreatives Storytelling und Brand Building. Gute Inhalte zu produzieren und auch ansprechend zu visualisieren kostet natürlich, spiegelt sich im Erfolg dann aber auch nachhaltig im Suchmaschinen-Ranking wider. Das bedeutet auch: Ich muss online immer im Kontakt mit meiner Zielgruppe stehen, die über mich und meine Themen spricht. Das darf natürlich nicht so plump sein, dass ich einfach den Praktikanten etwas irgendwo in die Kommentare klatschen lasse.

Allgemein gilt natürlich, dass auch gute Inhalte kommuniziert und sichtbar gemacht werden müssen: Ich kann die hübscheste Tochter haben, aber wenn sie immer zuhause bleibt, wird sie wahrscheinlich nie heiraten.

von Sebastian Blum - Kommentare Kommentar schreiben

Diese 10 SEO-Gurus aus Deutschland sollten Sie kennen

von Sebastian Blum

Sichtbarkeit im Netz ist der neue Goldstandard für Marken und für Menschen. SEM und der Teilbereich SEO wirken auf Uneingeweihte jedoch schnell wie Hexenwerk: In der Szene tummeln sich viele Anbieter, die Branche besteht zudem aus Quereinsteigern - eine offizielle Ausbildung zum SEO, geschweige denn einen eigenen Studiengang, gibt es hierzulande nicht. Doch auch Deutschland besitzt Experten. Was bewegt die Branche, wie sehen die Trends der Zukunft aus? - Diese zehn Experten wissen es.

1. Mario Fischer

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Gäbe es eine Suchmaschinen-Universität in Deutschland, Mario Fischer hätte den Lehrstuhl SEO inne: Der Unternehmensberater ist Professor für Wirtschaftsinformatik an der FH Würzburg und hat schon einige kluge Publikationen zum Thema Online Marketing veröffentlicht. Der von ihm herausgegebene Magazin-Titel "Website-Boosting" zählt zu den Leitmedien der Branche. "Der SEO des Jahres 2009" ist also einer der Leitwölfe der deutschen Szene - Fischer sitzt deshalb auch zu Recht in der Jury der diesjährigen Semy Awards.

2. Marcus Tandler

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In der deutschen SEO-Szene zählt Marcus Tandler sicherlich zu den großen Drei: Auf den Bühnen der Tech-Konferenzen ist der Digital Professional von Onpage.org immer ein gern gesehener Gast. Der studierte Psychologe und Kommunikationswissenschaftler ist in der Szene bestens vernetzt. Das dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass Tandler das alljährliche SEOktoberfest ausrichtet. Wer seinen Blog Mediadonis liest, weiß: Tandler nimmt SEO sehr ernst, verfügt aber selbst über eine große Portion Selbstironie.

3. Jens Fauldrath

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Jens Fauldrath ist einer der bekanntesten SEOs Deutschland. Wenn er nicht über Suchmaschinenmarketing an der Hochschule Darmstadt doziert, berät der Geschäftsführer von Takevalue Consulting Unternehmen bei der richtigen Digital-Strategie. Er kennt beide Seiten der Branche und verfügt über das entsprechende Know-how: Fauldrath hat den SEO-Bereich der Telekom über Jahre maßgeblich aufgebaut. Der Suchmaschinen-Experte sitzt zudem im Search-Gremium des BVDW und moderiert die Inhouse-SEO Show auf Radio4seo.

4. Alexander Holl 

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Alexander Holl ist eines der Urgesteine der Szene. Im Lebenslauf des gelernten Betriebswirt stehen 15 Jahre SEM und SEO-Erfahrung. Einige berufliche Stationen Holls: Kalaydo.de, Yahoo! Search Marketing sowie AltaVista. Von seiner Kompetenz haben schon Unternehmen wie die Deutsche Telekom, Deutsche Bahn, die Holtzbrinck Verlagsgruppe oder Allianz profitiert. Der Gründer und Geschäftsführer des Seminaranbieters 121 Watt unterrichtet zudem Online Marketing an der Steinbeis-Hochschule in Berlin und Stuttgart. 

5. Andre Alpar

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Andre Alper ist bereits seit 1998 im Online Marketing tätig. Zu den bisherigen Stationen zählen etwa Rocket Internet, in seinem Portfolio finden sich Startups wie Hitflip. Die von ihm gegründete SEO-Agentur AKM3 ist seit 2014 Teil des Publicis-Netzwerks und firmiert jetzt unter dem Namen PerformicsAKM3. Bei den Online Marketing Rockstars ist Alpar ein beliebter Interviewpartner - was nicht zuletzt an seinem Fachwissen und seiner Leidenschaft für das Thema SEO liegen könnte. Bester Beweis: In seinem Buch "SEO auf Deutsch" beschreibt er die Geschichte der Szene.

6. Julian Cordes

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Wer an E-Commerce denkt, kommt an SEO nicht vorbei. Julian Cordes kann beides, auch wenn sich seine aktuelle Jobtitel Senior Projektmanager zunächst wenig spektakulär anmutet: Für die Otto Group verantwortet der gelernte Wirtschaftsinformatiker den Bereich SEO. Zu seinem Aufgabenbereich zählen die Analyse von Marktbewegungen sowie die technische und strategische Beratung der weltweiten Tochterunternehmen. Wer wissen will, was die Branche bewegt, liest seinen Blog: Cordes ist nach eigenem Bekenntnis schreibfaul, seine Beiträge machen indes Spaß. 

7. Bastian Grimm

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Der 30. Geburtstag liegt bei Bastian Grimm noch nicht zu lange zurück, in der SEO-Szene ist der bekennende Pferdenarr dennoch ein Schwergewicht: Den Beweis dafür liefern nicht zuletzt seine Beiträge für den Branchendienst Stateofsearch.com. Bevor sich der Suchmaschinen-Experte mit Grimm Digital selbstständig gemacht hat, verantwortete er unter anderem für die Fox Mobile Group den Aufbau verschiedener verschiedener In-House SEO-Teams. Eine Marke, die von seinem Know-how profitiert hat: der Klingelton-Anbieter Jamba.   

8. Sören Bendig

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Seit Anfang des Jahres ist Sören Bendig Vorsitzender der BVDW-Fokusgruppe Search. Es versteht sich also von selbst, dass der SEOlytics-Geschäftsführer jede Menge Suchmaschinen-Kompetenz besitzt. Auf Konferenzen und SEO-Events ist Bendigs ein gern gesehener Gast, sein Wort hat Gewicht: Im Interview mit W&V Online gibt er fünf Tipps für den Marken-Auftritt im Web.

9. Bianca Zang

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Mit Online Marketing und Suchmaschinenoptimierung beschäftigt sich Bianca Zang mittlerweile seit zwölf Jahren. Eine Station in ihrem Lebenslauf: Bei BBDO Interone verantwortete sie den Webauftritt von BMW, für den Autobauer war sie an der Entwicklung einer erstmals SEO-fähigen Applikation beteiligt. Als Head of SEO bei Searchteq begleitet sie schon länger die Produktentwicklung von DasTelefonbuch.de

10. Anke Probst  

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Als Senior Manager bei Xing beschäftigt sich Anke Probst seit 2014 mit der Analyse von Zielgruppen und Such-Intentionen. Für ihre Arbeit bekommt die Neu-Hamburgerin die Anerkennung der Branche: 2015 erhielt Xing den Semy Award in der Kategorie Inhouse Online Marketing Team of the Year - in diesem Jahr ist Probst ebenfalls nominiert. Bewerber um das SEO- Qualitätszertifikat des BVDW kommen zudem nicht an ihr vorbei - Probst sitzt neben Andre Alpar, Marcus Tandler, Jens Fauldrath im SEO-Expertenbeirat.

von Sebastian Blum - Kommentare Kommentar schreiben

Best of SEO: Diese 10 Marken verstehen Search-Marketing

von Sebastian Blum

Beim Kampf um eine möglichst gute Platzierung im Suchmaschinen-Ranking ist Content Marketing Pflicht. Hochwertige und relevante Links lassen sich schließlich am besten durch gute Inhalte generieren. Geschickte Social-Media-Aktionen und Influencer Marketing schaden auch nicht. Bei aller Euphorie für spektakuläre Kampagnen gilt in Bezug auf Google und Bing jedoch auch: Geduld ist mehr. Vermeintlich schnelle Erfolge sorgen in den seltensten Fällen für konstanten Traffic. Wer die fünf grundlegendsten SEO-Tipps beachtet, weiß bereits, dass vor allem Beharrlichkeit gefragt ist. Beständigkeit und Kreativität sind dennoch keine Gegensätze. 10 herausragende Kampagnen aus SEO-Sicht:

1. Mercedes-Benz

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Auf Instagram lieferte der Stuttgarter Autobauer 2013 ein Lehrstück in Sachen Influencer Marketing, das auch SEO-Guru Bastian Grimm gefällt. Mercedes-Benz spendierte fünf prominenten Foto-Bloggern eine Spritzfahrt durch die USA. Die Aufgabe: Die Instagrammer sollten ihre Reise mit dem neuen CLA in einem Reisetagebuch festhalten - maximal sechs Motive pro Tag waren erlaubt. Die Aktion mit dem Namen "Take the Wheel" hat sich für Mercedes-Benz ausgezahlt: Laut Mobile Marketing Association erzielte die Marke alleine auf Instagram eine organische Reichweite von über 87 Millionen Impressions. Die Folge: Im Social Web macht Mercedes-Benz regelmäßig auf sich aufmerksam - etwa mit dem GLA-Konfigurator. 

Hier nochmals der Case-Film zu "Take the Wheel":

2. Immobilienscout24

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Der Online-Makler macht im Netz generell durch originelle Aktionen auf sich aufmerksam - die Verlosung eines Lego-Traumhauses dürfte etwa vor allem kleine und große Fans des dänischen Spielwarenherstellers begeistert haben. Große SEO-Erfolge hat Immobilienscout24 zudem mit seinen Miet-Karten erzielt. Die Streckenpläne für Meropolen wie München, Köln und Berlin passen perfekt zum Konzept des Portals, für zahlreiche Links sorgen zudem Erwähnungen durch die "Süddeutsche Zeitung", die "FAZ" und "Bild". Immobilienscout24 macht also vor, wie es geht - das findet auch SEO-Experte Alexander Holl: "Die Idee ist skalierbar auf alle wichtige Städte in Deutschland, basiert auf eigenen Daten von Immobilienscout24 und ist damit nicht einfach kopierbar. Im Mittelpunkt der Miet-Map stehen aber trotz der vielen Daten der Mensch und seine Neugier."

3. L'Oréal

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Wenn von Content-Marketing die Rede ist, fällt die Sprache recht schnell auf L'Oréal. Zu Recht: Mit seinen Makeup-Tutorials zeigt der Kosmetikkonzern, wie man die eigene Marke im Gespräch hält. In Anleitungsvideos gibt es Tipps vom Visagisten und Friseur. Auf dem Weg zur passenden Hochsteckfrisur kommt die Produktpalette von L'Oréal natürlich nicht zu kurz, die Inhalte streut die Zielgruppe. Zur Zeit bespaßt das Unternehmen mit der eigens von Ogilvy & Mather entwickelten Content-Marketing-Unit Content Factory die Generation Z: Eine Onlinekampagne mit Youtube-Stars wie die Lochis wendet sich an junge Männern mit Hautunreinheiten.  

4. Windeln.de  

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Windeln.de macht es vor: Das Startup glänzt zwar nicht an der Börse, online läuft es dennoch gut. Über seine Kunden weiß das Shopping-Portal bestens Bescheid. Der voraussichtliche Geburtstermin, das Geschlecht oder die ersten Zähne - das Unternehmen ist beispielsweise dank personalisierter Newsletter stets im Bilde. Ein weiterer Bestandteil der Strategie: Das eigene Elternmagazin, das etwa Fragen rund um Schwangerschaft, Erziehung und Gesundheit beantwortet. Dazu gibt es Experten-Tipps von Hebammen und Ärzten. Für Alexander Holl ist das ein Beispiel für nachhaltiges Content-Marketing. "Windeln.de konnte damit ihre Sichtbarkeit bei Google & Co, nach einem Einbruch im Sommer 2013, mehr als verfünffachen", erklärt der SEO-Papst.

5. Die "Twitfahrzentrale"

Twitfahrzentrale

Manchmal braucht es nur die richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt: Sixt beweist zum Beispiel regelmäßig Reaktionsschnelligkeit - im Tarifstreit zwischen Deutsche Bahn und GDL war der Autovermieter der lachende Dritte. Dass Zugausfälle und lange Wartezeiten indes nicht nur willkommene Anlässe für digitale Läster-Attacken bieten, sondern auch nach konstruktiven Lösungen verlangen, zeigt ContentK1ng: Auf Twitfahrzentrale.com bietet die Agentur einen Social-Media-Fahrdienst an. Die clevere Idee stieß auf ein großes Echo - es berichteten unter anderem das "Handelsblatt", "Bild", RP Online und Spiegel Online. ContentK1ng glänzte außerdem bei den deutschen Suchmaschinen-Oscars, den Semy Awards. 

Aktuell tut sich dagegen wenig auf Twitfahrzentrale.com. Es besteht aber kein Grund zur Sorge: Der nächste Bahnstreik kommt bestimmt.

6. Bodyform

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Hygieneartikel wie Damenbinden fallen unter die Kategorie "Tabu-Marketing". Die Zielgruppenansprache gestaltet sich dementsprechend schwierig: Einerseits muss die Werbung für die Produkte sensibel sein, andererseits darf sie nicht zu verkrampft wirken. Die #LikeAGirl-Kampagne von Always hat die Messlatte bereits ziemlich hoch gelegt. Dabei hat eigentlich schon Bodyform gezeigt, wie es geht: Als sich ein männlicher User 2012 auf der Facebook-Seite der Binden-Marke beschwerte, seine Freundin mutiere entgegen dem Produktversprechen zum wütenden Monster, reagierte das Unternehmen prompt und schlagfertig. Das gelungene Antwort-Video aus der Feder von Carat sorgte für einen gewaltigen Social-Media-Buzz. Aktuell beweist die Brand mit ihrer "Femoji"-Petition zum Weltfrauentag Marketing-Geschick (siehe Bild).  

7. ProSiebenSat.1 mit "The Voice of Germany"

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Die Casting-Show "The Voice of Germany" ist eine wahre Gelddruckmaschine für ProSiebenSat.1. Auch wenn die fünfte Staffel hinter den Erwartungen zurückblieb, kam das Finale immer noch auf 17 Prozent Marktanteil bei der jüngeren Zielgruppe. Der Besuch der bekannten Telekom-Tochter Clara Heins dürfte etwa die Börse des Unterföhringer Senders aufgebessert haben. Für ordentlich Aufmerksamkeit sorgte bereits eine gelungene Twitter-Aktion mit Idolcard. Fans der Sendung konnten 2014 eine digitale, personalisierte Autogrammkarte der Juroren Samu Haber und Rea Garvey ergattern. Das Ergebnis: Ein Semy-Award und eine neues Promotionstrategie - für die letzte GNTM-Staffel verteilte ProSiebenSat.1 ebenfalls Twitter-Autogramme.       

8. Zalando 

Zalando

Wie schon bei Windeln.de und L'Oréal gilt auch bei Zalando: Suchmaschinen lieben guten Content. In seinem Format "Advize" verrät der Online-Händler allerhand Mode-Tricks und liefert gerne das ein oder andere Erklärvideo. Ratgeber wie zum richtigen Tragen der Cropped Jeans sind wahrscheinlich ein Grund dafür, dass Zalando 2015 rund drei Milliarden Euro Umsatz machte und einen Internet World Business Shop Award gewann. Seine TV-Spots, die beispielsweise in Österreich ältere Kunden umwerben, dürften dem Unternehmen auch nicht geschadet haben.   

9. Digitale Informationen in Echtzeit - Infogrfx.com


Infographic: Facebook in Real-Time

Skalierbare Inhalte sind auch für Content-Marketing wichtig. Interaktive Infografiken kommen beim Leser gut an und werden deshalb gerne von Online-Nachrichtenportalen geteilt. Ein Anbieter ist die Seite Infogrfx.com des SEO-Profis und Search One-Geschäftsführers Kai Spriestersbach: Seine Technologie zur Visualisierung von Daten nutzt etwa Rittersport. Die dynamische Infografik mit dem Titel "Schokolade in Echtzeit" ist ein echter Hingucker - ebenso wie Kaufdas visuelles Informationshilfe "So konsumiert Deutschland in Echtzeit", die das Online-Netzwerk in Eigenregie produziert hat. Klar also, dass dann auch Pressevertreter den Content dankend abnehmen.  

10. Hornbach

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Ein interessantes Beispiel für Content-Marketing liefert derzeit Hornbach. Mit Video-Bauanleitungen für Männer-Möbel wie den Waldlaufsimulator, den Bierbach oder das Anti-Spa setzt das Unternehmen auf unterhaltsame Inhalte. Dass der Konkurrent Obi bereits früher auf Bewegtbild-Tutorials setzte oder ein Youtuber Ideenklau wittert, schmälert die Effektivität der Heimat-Kreation nicht. Schließlich gilt im SEO-Bereich: Wichtig ist vor allem, dass über einen gesprochen wird.    

von Sebastian Blum - Kommentare Kommentar schreiben

Sorry, Google! Es geht auch anders: Hier sind 13 Alternativen

von Sebastian Blum

Bei dem Wort Suchmaschine denken viele hierzulande nur an sechs Buchstaben. Das ist schade, aber eigentlich kann man ihnen keinen Vorwurf machen oder? Wenn ein Unternehmen Monopolstellung genießt, geraten Mitbewerber schnell in den Hintergrund. Und vor der Vormachtstellung kapitulieren schließlich auch Sprachwächter. Im Duden findet sich neben Kunstwörtern wie "Tesafilm" oder "Tempotaschentuch" seit 2006 auch das Verb "googeln" - eine Entwicklung, die nicht nur erklärte Feinde von Anglizismen beunruhigen sollte. Denn wer stets nur eine einzige Suchmaschine nutzt, bewegt sich schnell in einer Blase. Vom Thema Datenschutz ganz zu schweigen.

Doch welche Optionen zu Google gibt es eigentlich? W&V Online hat 14 alternative Search Engines herausgesucht.           

1. Ask.com

Ask.com

Im Ranking der am meisten genutzten Suchmaschinen Deutschlands nimmt Ask.com den vierten Platz ein. Der geringe Marktanteil sollte aber nicht von einem Besuch der Seite abhalten. Der Anbieter erlaubt unter anderem auch die Beantwortung von Fragen, was angesichts der Geschichte von Ask.com nicht verwunderlich ist. Das Portal startet 1996 unter dem Namen "Ask Jeeves", eine Anspielung auf den diensteifrigen Butler aus der Feder des Schriftstellers P.G. Wodehouse. Nach Meinung anderer ist der servile Search-Diener jedoch ein wenig zu aufdringlich. Die Ask.com-Toolbar wird bei vielen Programmen gleich mitinstalliert, ohne dass der Nutzer dies wünscht.

2. Baidu

Baidu

Google mag weltweit die meisten Suchanfragen bearbeiten, in manchen Märkten beißt sich der Konzern dennoch die Zähne aus. Ein Beispiel ist China: Im Land der aufgehenden Sonne beträgt der Marktanteil der einheimischen Suchmaschine Baidu 80 Prozent, der amerikanische Konkurrent kommt gerade mal auf zwölf Prozent. Ein Grund für die Situation auf dem chinesischen Markt mag dabei die sicherlich die öffentliche Zensur sein. Nicht zuletzt deshalb gilt: Auch ohne Sinologie-Studium sollte einem der Name Baidu im Gedächtnis bleiben.   

3. Beaucoup

Beaucoup

Auf Beaucoup.com findet der Besucher eine Liste von über 2.500 Suchmaschinen, Datenbanken und Verzeichnissen. Die Themen sind in der Regel frei zugänglich. Das Schweizer Portal Sprint führt Beaucoup unter der Kategorie Deep-Web-Suchmaschinen. 

4. Bing

Bing

Mit Bing hat Microsoft seit 2009 eine eigene Suchmaschine im Portfolio, die Macher sprechen jedoch lieber von einer "Entscheidungsmaschine". Zum Launch hieß es schließlich, die Suchergebnisse sollten "menschenlesbarer" werden. Aus diesem Grund wagt Bing vielleicht jetzt den Blick in die Kristallkugel, die Search Engine liefert Voraussagen für Bundesliga- und Championsleague-Spiele. Die Neuerung soll dem Suchanbieter mehr Marktanteile bringen. In Deutschland liegt Bing momentan auf Platz zwei und drei, da auch Yahoo den Service der Microsoft-Engine nutzt.     

5. Blackle

Blackle

Der Anbieter Blackle ist eine Option für Umweltbewusste: Nutzer können auf die Search Engine von Google zugreifen, sie tun dies aber vor einem schwarzen Hintergrund. Das soll dann Strom sparen. Für manche mag das zwar Augenwischerei sein, dennoch gilt: Kleinvieh macht auch Mist.

6. Boardreader

Boardreader

Wer wissen will, was die User in den Foren und sozialen Netzwerken bewegt, kommt nicht an einer Community-Suchmaschine vorbei. Der Anbieter Twingly gewährt beispielsweise einen guten Einblick in die Blogosphäre, und auch Social Mention erweist sich als nützliches Social-Media-Tool. Ein weiterer Tipp für Interessierte ist die Engine Boardreader. Mit ihr lassen sich Trends auch visualisieren. 

7. DuckDuckGo

DUCKDUCKGO

Sie mögen es gerne diskret? Dann ist DuckDuckGo wahrscheinlich die richtige Wahl. Die Hybrid-Suchmaschine legt großen Wert auf Datenschutz: Sie kommt ohne Cookies aus und verzichtet zudem darauf, die IP-Adresse des Nutzers zu speichern. DuckDuckGo erfreut sich deshalb über die Hackerszene hinaus großer Beliebtheit, der Suchdienst wächst gerade seit der NSA-Affäre rasant.    

8. Ecosia

Ecosia

Neben Blackle hat sich auch Ecosia den Umweltschutz auf die Fahne geschrieben: Die Einnahmen, die durch die Suchanfragen zustande kommen, fließen in die Neubeforstung afrikanischer Dürregebiete. Nach eigenen Angaben hat Ecosia so weltweit schon über drei Millionen neue Bäume pflanzen können.

9. Internet Archive

Internetarchive.org

"Das Internet vergisst nicht." - Im Fall des Internet Archive bekommt dieser oft pessimistisch gebrauchte Satz eine positive Bedeutung. Über die "Wayback Machine" können historisch Interessierte einen Blick auf verschollen geglaubte Webseiten werfen. Das kann ganz unterhaltsam sein, wie etwa die alten Auftritte deutscher Agenturen beweisen. Ein weiterer heißer Tipp ist übrigens die Web-Zeitmaschine Oldweb.today.

10. Lycos

Lycos

Kennt eigentlich noch jemand Lycos? Ende der 90er Jahre zählte die Suchmaschine zu den Giganten der Web-Branche. Von der einstigen Größe ist heute nicht mehr viel übrig, überlebt hat Lycos dennoch. Vielleicht ist jetzt die Zeit für einen neuen Besuch gekommen? Natürlich nur aus Nostalgie-Gründen, versteht sich.   

11. Startpage

Startpage

Im Netz suchen ohne gesucht zu werden: Mit der Privatsphäre nimmt es Startpage wie DuckDuckGo ganz genau. Nutzer können dank der Suchmaschine auf den Index von Google zugreifen, ohne dabei erfasst zu werden. Startpage bietet zudem das geschütze Mailfach Startmail an und gehört zur Meta-Suchmaschine Ixquick.  

12. Tixuma

Tixuma.com

Im Internet suchen und dabei Geld verdienen - mit diesem Modell lockt die Suchmaschine Tixuma. Verbraucherschützer warnen indes vor derartigen "Paid4"-Diensten im Netz. Dennoch: Auf den ersten Blick wirkt das Angebot von Tixuma recht verführerisch.

13. Yandex

yandex

In Deutschland kommt die russische Suchmaschine in diesem Jahr immerhin schon auf einen Marktanteil von 0,06 Prozent. Zuhause sieht die Sache jedoch ganz anders aus: Yandex zählt zu den wertvollsten Unternehmen Russlands und bearbeitet dort über die Hälfte aller Suchanfragen. Der Konzern ist jedoch nicht nur für Russland-Fans interessant. Seit 2014 gibt es eine Niederlassung in Berlin. Die aktuellen Pläne des Kremls, den Anteil ausländischer Suchdienste auf 20 Prozent zu begrenzen, zeigt zudem: Die Suche im Netz ist manchmal auch ein politisches Statement.

Eine weitere Liste der besten Google-Alternativen liefert übrigens auch t3n, eine andere gute Quelle ist das Schweizer Portal Sprint: Interessierte finden hier viel Interessantes zu Kategorien wie Allround-Suchmaschinen, Personen-Suchmaschinen oder Visuelle Suchmaschinen.     

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Wenn Marken bei SEO patzen, und was man daraus lernen kann

von Sebastian Blum

Zugegeben: Unternehmen, die der Suchmaschine nichts Wertiges anbieten, verschwinden schnell im digitalen Nirwana. Denn wer die grundlegenden SEO-Regeln für den eigenen Auftritt nicht beachtet - oder sogar grobe Schnitzer begeht, wird mit Unsichtbarkeit bestraft. Dieses Problem haben gerade Mittelständler oft, doch auch die ganz Großen machen Fehler. Trotz aller vermeidbarer Fehlgriffe gilt jedoch ebenfalls: Aus Schaden wird man klug - das gilt für Mitbewerber ebenso wie für die Betroffenen selbst.

Als kleine Erinnerung und als Spickzeettel für die eigenen SEO-Hausaufgaben präsentiert W&V Online deshalb vier große Marken, die sich bereits das ein oder andere Missgeschick erlaubt haben.      

1. Media Markt

Die Seite von Media Markt aus dem Jahr 2012.

Die Seite von Media Markt aus dem Jahr 2012.

Ab ins Internet! - Das dachte sich Media Markt 2012 und ging am 16. Januar mit seinem Onlineshop an den Start. Aus Sicht des Unternehmens war der Launch der Seite längst überfällig, aus SEO-Sicht dagegen ein mittlerer Albtraum. Lead Digital hatte den Shop damals mit einer Analyse-Software des Berliner Anbieters Searchmetrics getestet: Das Shop-System war für den Suchmaschinen-optimierten Auftritt aufgrund der URL-Struktur nur bedingt geeignet. SEO-Landingpages? - Fehlanzeige!. Alte URLs wurden gelöscht und neue Seiten enthielten teilweise keinen oder nicht passend optimierte Inhalte.

Aus seinen Fehlern hat Media Markt jedoch gelernt. Die Kinderkrankheiten sind längst behoben. Neben dem Vertriebskanal Mediamarkt.de besitzt der Händler auch das Entertainment-Portal Mediamag.net -die Content-Strategie führt auch das neue Angebot Smart-Wohnen.de weiter. Mit dem Osterhasen-Rasen sorgt Media Markt zudem für jede Menge Aufmerksamkeit im Netz.

Was man daraus lernen kann:

Aller Anfang ist schwer. 

  

2. DasTelefonbuch.de

DasTelefonbuch

DasTelefonbuch.de zählt zu den reichweitenstärksten Portalen im deutschen Web. Im Februar kam das Webangebot der Deutschen Telekom laut IVW auf insgesamt 23 Millionen Visits und 58 Millionen Page Impressions (PIs). Doch auch hier muss noch manchmal nachjustiert werden, zumindest wenn man SEO-Expertin Bianca Zang glauben darf: Das Vegan-Special der Seite ist anscheinend nicht vermarktet worden, der Inhalt ist laut Zang zudem nicht nah genug am Markenkern der Telekom-Tochter. Das Urteil der Expertin, die bei Searchteq die Produktentwicklung von DasTelefonbuch betreut: "Selbst bei einer sehr starken und Traffic-lastigen Domain darf man nicht auf Content Vermarktung verzichten. Ein Teaser von der Startseite ist nicht ausreichend."

Was man daraus lernen kann:

Immer den eigenen Auftritt nachbessern. 

3. Otelo

Otelo

Für den Mobilfunkanbieter Otelo zog Günter Netzer 2012 blank, der TV-Spot mit dem kahlen Weltmeister von 1974 ist dem ein oder anderen sicher noch in Erinnerung. Im Netz nutzte das Unternehmen die Werbe-Steilvorlage laut SEO-Blog Seo Trainee indes nicht aus: Auf Fragen wie "Ist die Glatze von Günter Netzer echt?" oder "Wieso wurde ihm eine Glatze rasiert?" spuckte die Suchmaschine nur Ergebnisse ohne Otelo aus.

Was man daraus lernen kann:

Ohne kluges Suchmaschinen-Marketing geht auch die pfiffigste Kampagne im Netz baden.  

4. Google

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Verstöße gegen die eigenen Richtlinien bestraft Google hart. Die Suchmaschine nimmt es jedoch manchmal zu genau und schneidet sich ins eigene Fleisch: Gekaufte Links oder Cloaking - Google ahndete die eigenen Verstöße und bestrafte sich mehr als einmal selbst.

Was man daraus lernen kann:

Auch Suchmaschinen machen Fehler.

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