Medientage München | | von Kerstin Mattys

Von Mädchen, Püppchen und einem Bulldozer

Was von der Eröffnung der 25. Medientage München im Gedächtnis haften blieb: das Bild, das Florian Haller, Hauptgeschäftsführer Serviceplan, gegen Ende des von Roland Tichy bisweilen frech moderierten Gipfels zum Thema "Mobile - Local - Social: Dreiklang der vernetzten Gesellschaft" in den Kongresssaal schmiss. Die Diskussion der Medienvertreter um Regularien erinnere ihn, so sagte Haller, an zwei Mädchen, die sich im Sandkasten um eine Puppe stritten und gar nicht merkten, dass hinter ihnen ein Bulldozer anrücke. Der Bulldozer ist Google. Die Metapher konnte sich schon allein deswegen nicht verflüchtigen, weil andere Diskutanten sie ehrfurchtsvoll in weitere Panels hineintrugen, so ploppte sie auch bei "Die nächste Revolution im TV: Wie Social Media das TV-Modell verändern wird" auf. Google-Vertreter grinsten zum einen in sich hinein (Stefan Tweraser während der Elefantenrunde), zum anderen strengten sie sich sehr an zu signalisieren, dass Google gar nicht böse sei, kein Content-Anbieter (Tweraser), kein digitaler Videorekorder und nach wie vor kein Medienunternehmen (Jens Redmer). Vielleicht aber ein Bedrohungsunternehmen? Jedenfalls kam die Sprache auch auf die Gatekeeper-Funktion von Google TV und Arnd Benninghoff, Vorsitzender der Geschäftsführung bei ProSiebenSat.1, konstatierte: "Google TV will an die Fleischtöpfe der TV-Vermarkter." Redmer wiederum meinte, es eröffneten sich neue Möglichkeiten für alle Anbieter, also alte wie neue, und machte in eigener Sache eine Kombi von Suchfunktion und TV als größten Wert aus. Überdies stellte er fest, dass Google noch nicht einmal ein neues Geschäftsmodell benötige und ansonsten: "Wir treiben Trends voran, wenn wir sie nicht sogar erzeugen."

Von Mädchen, Püppchen und einem Bulldozer

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