Vi knallgrau-Berater Schleicher: "Pinterest lohnt sich besonders für Consumer und Retail Brands"
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Strategie | | von Annette Mattgey

Vi knallgrau-Berater Schleicher: "Pinterest lohnt sich besonders für Consumer und Retail Brands"

Das Lieblingskind der Social Media-Szene ist zweifellos der Social Sharing-Dienst Pinterest. Nachdem der japanische Retailer Rakuten beträchtlich investiert hat, treibt Pinterest nun sein Wachstum voran. Daher weicht es von seiner ursprünglichen Strategie ab und ist nun für jeden offen - auch ohne Einladung. Florian Schleicher, Consultant bei Vi knallgrau, sagt exklusiv im LEAD digital-Interview, welche Pinterest-Auftritte ihn am stärksten beeindrucken.

Pinterest verzichtet seit neuestem darauf, nur per Einladung zugänglich zu sein. Welche Änderungen erwarten Sie?
Pinterest ist laut mehreren Quellen schon jetzt das drittmeist genutzte Social Network in den USA. Nach dem rapiden Anstieg in den ersten Monaten dieses Jahres haben sich die Nutzungszahlen jedoch stabilisiert. Die Öffnung von Pinterest zielt sicherlich darauf ab, diesen Status zu sichern bzw. auch in anderen Ländern zu erreichen, gerade für definierte Wachstumsmärkte wie Frankreich oder Deutschland. Als spannend sehe ich dabei vor allem die weitere Entwicklung in Japan an. Denn durch die Investition des Online-Retailers Rakuten mit 100 Millionen Dollar können wir davon ausgehen, dass sich hier einiges tun wird.

Welche Konsequenzen hat das für Unternehmen? Sollten nach den Early Adoptors jetzt auch die anderen einsteigen?
Für Unternehmen bedeutet das, dass Pinterest in jeder Analyse vor einem Social Media-Auftritt mitbedacht werden sollte. Wer bereits ins Social Media aktiv ist, sollte überlegen, ob es sich aufgrund der Reichweite und Möglichkeiten von Pinterest lohnt, dort ebenfalls aktiv zu werden.

Kann man Pinterest eher zum langfristigen Image-Aufbau nutzen oder haben Sie auch schon Beispiele für gelungene Aktionen und entdeckt?
Pinterest eignet sich aus meiner Sicht besonders gut um mit relevanten Zielgruppen in Kontakt zu bleiben. Interessant ist, dass sich diese im Übrigen in einigen Kriterien sehr stark von anderen Plattformen unterscheiden. Um diese Zielgruppe zu erreichen, ist es entscheidend, Aufmerksamkeit zu erregen. Und dafür sind kreative Ansätze notwendig, wie sie einige Marken wie etwa UNIQLO oder Peugeot schon umsetzen. Mein persönlicher Favorit ist jedoch Kotex, die auf sympathische Weise auf die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe und deren Verhalten eingingen: Das Unternehmen wählte 50 Pinterest-Userinnen, suchte Produkte, die ihnen gefallen, gestaltete diese selbst neu und im Tausch für einen simplen Re-Pin erhielten die Auserwählten ihr Geschenkpaket. Langfristig kann über Pinterest sicherlich Imagepflege betrieben werden, da hier sehr gut die visuelle Welt rund um eine Marke dargestellt werden kann. So können Unternehmen durch Bildwelten einen Platz in der Nutzungszeit der User ergreifen. Grundsätzlich denke ich, dass sich das Online-Pinnboard besonders für Retail und Consumer Brands eignet. Consumer Brands können ihre eigenen Produkte im richtigen Licht darstellen und Retail Brands finden in Pinterest eine gute Möglichkeit, Traffic für ihren Shop zu generieren.

Wie lässt sich das Geschehen auf der Pinterest-Seite messen?
Pinterest selbst liefert ja bereits einige Zahlen. Wie auch bei Facebook, Twitter & Co. werden Tools rund um das Netzwerk entwickelt, die sich mit der Effektmessung beschäftigen. Detailliert wird es mit Tools wie z.B. Pinerly.

Was leistet dieses Analysetool?
Pinerly bietet die Möglichkeit, "Kampagnen" zu messen. Dabei werden Pins definiert, die verfolgt werden sollen, und im Nachhinein lassen sich genaue Insights zur Performance einsehen. Dazu zählen Klicks, Repins, Likes und Kommentare. Pinerly stellt außerdem Tipps zur Verfügung, wie noch mehr aus der Plattform herausgeholt werden kann. Fazit: Ein gutes Tool, wenn es darum geht, den Erfolg einer konkrete Kampagne oder von ausgewählten Pins zu messen - für laufendes Monitoring genügen die von Pinterest selbst angebotenen Zahlen vollkommen.

Florian Schleicher ist Digital Consultant bei der vi knallgrau GmbH, einer Tochter der Virtual Identity AG. Er berät dort internationale Unternehmen bei der Analyse und strategischen Ausrichtung von Auftritten sowie hinsichtlich neuester Trends rund um Social Media.

Und hier das Case-Video zu Kotex:

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