Umfassende Social-Media-Kampagne macht "Der Diktator" zum Kassenschlager
© Foto:Paramount

Fallstudie | | von Annette Mattgey

Umfassende Social-Media-Kampagne macht "Der Diktator" zum Kassenschlager

Sacha Baron Cohen ist immer für einen Skandal gut. So scheute er sich nicht, während der Oscar-Verleihung die "Asche" von Kim Jong-Il zu verstreuen. Solche Highlights trieben auch die Beteiligung in sozialen Netzwerken nach oben. Seine Komödie "Der Diktator" liefert reichlich Anschauungsmaterial, wie eine Social Media-Strategie den Erfolg an der Kinokasse verstärken kann. Der Film von Paramount Pictures kam am 17. Mai in die Lichtspielhäuser und belegte Platz 1 am ersten Wochenende. Mit 400.000 Besuchern legte "Der Diktator" damit das drittbeste Startwochenende des Jahres hin. Bereits nach drei Wochenenden hatten mehr als eine Million Deutsche den Film gesehen.

Im Social Media Bereich hat Paramount Pictures Germany schon eine große Menge an Kanälen aufgebaut, die für den jeweiligen Streifen zur Verfügung stehen. So bespielt Paramount einen eigenen YouTube-Kanal und betreibt eine Facebook-Seite mit mehr als 200.000 Fans. Ein Paramount-Blog, ein Twitter-Profil und ein Newsroom runden das Angebot ab. Daneben bietet twittkino.de Filmclips und Trailer.

Die engere Zielgruppe definierte Paramount als männlich zwischen 18-24 Jahre, im weiteren Sinne als männlich zwischen 25-34 Jahre. Die Trailer, Poster und Filmclips sollten möglichst breit gestreut werden. Dazu legte Paramount den Schwerpunkt auf Facebook, richtete aber keine eigene Fanpage für den Film ein, sondern arbeitete mit der Paramount-Seite. Verschiedene Facebook Apps (Programmierung: Paramount International) sollen den Fan spielerisch noch mehr an den Film binden. Hier kann man sich etwa selbst in einen Diktator verwandeln, hier neben dem Diktator posieren und das Foto teilen. Der YouTube-Kanal wurde auf "Der Diktator" gebranded. In einer Playlist wurden alle Videos zu "Der Diktator" gesammelt. Die zahlreichen Verlinkungen in Pressemitteilungen, bei Facebook und Twitter führten zu hohen Viewer-Zahlen. Unentgeltliche Kooperationen mit verschiedenen Blogs brachten den Film weiter ins Gespräch. Paramount stellte dafür exklusive Videos und Gewinnspielmaterialen bereit. Der Erfolg: Die Filmseite http://www.derdiktator-film.de/ schaffte es auf Platz 1 im Google-Ranking.

Die Steuerung der Social Media-Aktivitäten lag bei der Agentur LBi Germany. Die erste Erwähnung startete auf Facebook im Juni 2011, verstärkt ab Dezember 2011, bevor die Agentur dann ab Februar und vor allem die letzten 40 Tage vor Kinostart richtig in die Vollen ging. Auf YouTube wurden 16 Videos (Trailer, TV Spots, Clips) in eine Playlist geladen. Die einzelnen Videos erhielten durch die Einbindung in Blogs, Webseiten, Social Networks zwischen 2.000 und 28.000 Views. Zur Überraschungs-Preview in Köln wurden Film-Blogger und Sacha Cohen-Fans eingeladen, um den Star vor Ort zu treffen. Auf der von LBi entwickelten Plattform http://twittkino.de/ wurden Aktionen eingebunden, die auf "Der Diktator" zugeschnitten waren. Beispiel: "[Sender] möchte mit [Adressat] und den 10 Cousins die Freiheitsstatue in New York besuchen" oder "[Sender] befiehlt [Adressat], sich DER DIKTATOR anzuschauen!“

Nicht alle geplanten Aktionen gingen reibungslos über die Bühne. Langwierige Abstimmungen mit dem Management von Sacha Cohen verhinderten so manche Viralaktion. Die beliebtesten Blogbeiträge waren der Artikel zu Megan Fox  und die Fotoserie mit Sacha Cohen und Elisabetta Canalis. 28.250 Views erhielt bis dato Trailer 3 auf YouTube. Das Interesse an dem Sacha Baron Cohen-Film war von Anfang an ersichtlich. Nach dem "Oscar-Skandal", bei dem SBC als "Diktator" die Asche von Kim Jong-Il auf Ryan Seacrest schüttete, stieg das Interesse nochmals enorm an. Erkennbar an höheren Like-Zahlen bei Bildern und Videos.

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