Studie: PR-Agenturen sind enttäuscht von Social-Media
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Facebook + Co. | | von Anja Janotta

Studie: PR-Agenturen sind enttäuscht von Social-Media

Social Media ist in den deutschen Redaktionen und PR-Agenturen längst noch nicht so gang und gäbe, wie man es vermuten mag. Die aktuelle "Social Media Trendmonitor"-Studie von News Aktuell und Faktenkontor zeigt auf: Gerade PR-Agenturen sehen starken Nachholbedarf. 57 Prozent glauben ihr Unternehmen nur mittelmäßig dafür gerüstet, 21 Prozent sogar schlecht gerüstet. "Von einer breiten Euphorie ist im Fazit der Befragten wenig zu spüren," so die Studienautoren, die sowohl Journalisten als auch PR-Agenturen und Presseabteilungen befragten.

Das erstaunt, denn die Wichtigkeit von Social Media für ihre tägliche Arbeit schätzen viele als ziemlich hoch ein. 49 Prozent der PR-Agenturen gehen von einer hohen Relevanz aus, 12 Prozent sogar von einer sehr hohen. Allerdings schätzen auch 39 Prozent der PR-Agenturen die Wichtigkeit von Social Media als gering ein. In den Pressestellen der Unternehmen sind 57 Prozent der Meinung, Social-Media-Aktivitäten wären für ihre Arbeit sehr stark oder stark relevant.

Skepsis herrscht vor allem bei dem messbaren Erfolg der Maßnahmen: Rund zwei Drittel aller Befragten bei PR-Agenturen, Pressesprechern und Journalisten gaben an, dass sich die Erwartungen an Facebook, Twitter und andere Anwendungen nur "zum Teil" erfüllt haben. Nur 44 Prozent der PR-Agenturen geben an, ihre Arbeit sei durch den Einsatz erfolgreicher geworden.
 
Die Gründe für dieses verhaltene Fazit liegen bei den befragten Berufsgruppen in unterschiedlichen Bereichen. Für Journalisten und PR-Agenturen ist die Erkenntnis "Viel Aufwand, wenig Ertrag" meistgenannter Grund für nicht erfüllte Erwartungen an Social Media (43 Prozent, bzw. 53 Prozent). Daneben beklagen die PR-Agenturen zu wenig Social-Media-Kultur im eigenen Unternehmen: "Zu wenig Unterstützung und Mitleben" kreuzten 45 Prozent an. "Zu wenig Interaktion" mit den Followern und Fans ist für 35 Prozent ein Problem. Über zu wenig Fans und Follower beschweren sich immerhin noch 26 Prozent.

Interessant ist auch, auf welche Art Interaktion die Fans und Follower am ehesten reagieren: Die PR-Agenturen registrierten einen hohen Interaktionsgrad bei Bildern (61 Prozent), bei Videos (47 Prozent), bei Verlosungen (43 Prozent) und bei Blog-Beiträgen (25 Prozent). Wohingegen der Interaktionsgrad auf die klassischen Pressemitteilungen nur zehn Prozent beträgt. Übertragen auf die eigene Pressearbeit sind die PR-Agenturen davon überzeugt, dass zusätzliches Material wie Bilder, Videos etc., die Aufmerksamkeit für ihre Pressemitteilung enorm erhöhen können, 62 Prozent sagen, dass die Pressemitteilung auch über Mobilkanäle verfügbar sein müssten. 81 Prozent sind der Meinung, dass ihre Mitteilungen auch von einem anderen Umfeld als den Journalisten gelesen und wahrgenommen werden, zum Beispiel von Kunden oder Wettbewerbern.

Gefragt danach, welche Kanäle wichtiger geworden sind und welche nicht, gewinnt Facebook für die PR-Leute immer noch an Bedeutung. 59 Prozent sehen diesen Kanal mit zunehmender Wichtigkeit, Youtube sehen 59 Prozent im Aufwärtstrend, Twitter nur 45 Prozent. Bei Xing, Google+, LinkedIn und Instagram sehen die meisten eher eine gleichbleibende Bedeutung, Foursuare hingegen verliert sie.

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