Spreadly-Chef Marco Ripanti: "Alternativ-Währung zu den langsam aussterbenden PIs"
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Social Sharing | | von Annette Mattgey

Spreadly-Chef Marco Ripanti: "Alternativ-Währung zu den langsam aussterbenden PIs"

Das Social Sharing-Portal Spreadly, das User für das Teilen von Werbeinfomationen mit Gutscheinen belohnt, geht mit neuem Design und weiteren Funktionen ins neue Jahr. Während Werbekunden für die Verbreitung ihrer Botschaften bezahlen, können Website-Betreiber, die den Spreadly-Button einbauen, davon profitieren, wenn ihre Inhalte sich verbreiten. Der Community-Spezialist Ekaabo hat Spreadly 2011 gestartet. Geschäftsführer Marco Ripanti im Gespräch mit LEAD digital über veränderte Sharing-Kultur und die Ablösung der PIs.

Wer Inhalte via Spreadly teilt, hat die Chance auf ein kleines Goodie, sofern er zusätzlich einen werblichen Content an seine Freunde weitergibt. Wie verändert das die Empfehlungskultur?
Ich erhoffe mir, dass durch unseren Dienst künftig wieder bewusster auf einen Teilen-Button geklickt wird. Spreadly ist keine One-Way Lösung, die nach den Klick auf den Button endet. Für uns (und hoffentlich auch für die Seitenbetreiber) sind die Leute wichtig, die wenig und damit gezielt empfehlen, und so bei ihren Kontakten auch eine große Neugierde und somit eine hohe Click-Back Rate auf den empfohlenen Inhalt erzielen. Ganz im Gegensatz zu den Selbstdarstellern, die den ganzen Tag hunderte von Inhalten teilen, für die sich aber keiner der Kontakte in ihrem Netzwerk interessiert.

Was hat sich seit dem Start verändert?
Die Nutzerfreundlichkeit.Wir haben die einzelnen Schritte wie z.B. den Einbau des Buttons und das Anlegen von Werbekampagnen deutlich vereinfacht. Dadurch konnten wir die Akzeptanz deutlich steigern. Einige Seiten gehen dazu über, die Vielzahl der bisher eingesetzten Buttons durch unseren Dienst zu ersetzen. Anfangs war es recht schwer, den neuen Button als Brand neben Facebook-Like und Twitter zu etablieren. Da wir - gerade für Deutschland - ein komplett neues Feld betreten haben, waren auch viel mehr Erklärungen notwendig, als wir zu Beginn angenommen haben.

Welche Tarifmodelle gibt es für Werbungtreibende? Welche Reichweiten sind möglich?
Werbetreibenden können aktuell einzelne Shares (Klicks) buchen oder eine neue Form von Reichweite. Für uns zählt hier die Reichweite des Nutzers, der den Inhalt geteilt hat. So wird der virtuelle "Freundeskreis" eines Besuchers quasi zur Währung. Hat ein Nutzer z.B. 200 Freunde auf Facebook, 90 Freunde auf LinkedIn und 110 auf Twitter, dann kann ein Share von ihm möglicherweise eine Reichweite von 400 neuen Kontakten erzeugen. Unter den bis heute knapp 40.000 Nutzern von Spreadly gibt es aber auch welche, die mit einem Share bis zu 10.000 Kontakte erreichen können. Wir sehen uns als faire Alternativ-Währung gegenüber den langsam, aber sicher aussterbenden PIs.

Social Sharing wird also vom Hobby zum Geschäftsmodell?
Ich bin nicht der Meinung, dass Social Sharing als eine bislang private Angelegenheit gesehen werden sollte. Social Sharing hat sich vielmehr als gelebte Selbstverständlichkeit breit gemacht. Diese Dienstleistung der Contentverbreitung durch die Seitenbesucher - immerhin sorgen sie für nicht unbeträchtlichen Traffic - sollte in unseren Augen entlohnt werden und so haben wir den Sharing-Prozess um die Anzeige eines Deals erweitert. Zum anderen haben wir uns in die Lage eines typischen Content-Portals versetzt. Als Ergebnis bieten wir ein komplexes Analysesystem, das dem Seitenbetreiber u.a. die Reichweite, die Clickbacks und weitere Kennzahlen rund um Social Sharing zeigt. Zum dritten Standbein sind wir gekommen, als Publisher auf uns zukamen, weil sie selbst keine Incentives für die "Sharer" ihrer Inhalte hatten und uns gebeten haben, Werbetreibenden dieses neue Werbeformat anzubieten. Dieses "Button-Sponsoring" wurde recht schnell von einigen Vermarktern angenommen, so dass wir heute auch immer einen Deal nach einen geteilten Inhalt anzeigen können und dem Publisher so eine komplett neue Erlösquelle für seinen Content eröffnen können.

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